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Der Einkauf ist fünf Prozent teurer

OP-Warenkorb Der Einkauf ist fünf Prozent teurer

Milch, Käse, Margarine, Toilettenpapier, Rasier­gel – das alles steht regelmäßig auf heimi­schen Einkaufszetteln. Und landet im Warenkorb der Oberhessischen ­Presse. Im Vergleich ­zu 2016 ist der Einkauf ­teurer geworden.

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Im Vergleich ­zu 2016 ist der Einkauf ­teurer geworden - das zeigt der OP-Warenkorb.

Quelle: Erwin Wodicka

Marburg. 98,67 Euro sind am Ende fällig. Im Einkaufswagen liegen Apfelmus, Pizzateig, Milch, Haferflocken, Goldbärchen und Käse, aber auch Slipeinlagen, Baby-Windeln, Haarspray, Hautcreme, Rasierschaum, Toilettenpapier, Sekt, alkoholfreies Bier, Cola light und Mineralwasser. Alles Dinge des täglichen Gebrauchs, alles Dinge, die regelmäßig wieder den Weg auf den Einkaufszettel finden. Gefühlt wird das alles von Jahr zu Jahr teurer. Diesmal stimmt das Gefühl aber mit der Zahl am Ende des Kassenbons überein. Gut fünf Euro war der Einkauf für den OP-Warenkorb teurer als noch Anfang 2016.

Regelmäßig dokumentiert und vergleicht die Redaktion der Oberhessischen Presse die Preise der 35 im Warenkorb enthaltenen Produkte – zuletzt im Januar 2016. Damals waren 93,59 Euro an der Kasse fällig.  
Höchste Inflation in Hessen seit vier Jahren

Die Teuerung kommt nicht von ungefähr: So spricht etwa das Statistische Landesamt Hessen in Wiesbaden von der höchsten Inflationsrate seit vier Jahren. Das Niveau der Verbraucherpreise in Hessen ist demnach im Dezember 2016 um 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Im Oktober und November habe die jährliche Teuerungsrate noch bei 0,8 Prozent gelegen. Als Preistreiber hätten vor allem gestiegene Mieten und die höheren Kosten für Heizöl sowie Kraftstoffe gewirkt, so das Statistische Landesamt. Allerdings, so heißt es in der aktuellen Pressemitteilung weiter, habe die Inflationsrate auch ohne die Berücksichtigung von Heizöl und Kraftstoffen im vergangenen Dezember bei 1,5 Prozent gelegen.

Gemüse und Speisefette wurden teurer

Ein Grund dafür sind unter anderem die gestiegenen Preise für Nahrungsmittel. Gegenüber dem Dezember 2015 verteuerten sich Lebensmittel um drei Prozent. Vor allem für Gemüse und für Speisefette und -öle mussten Verbraucher laut Statistik tiefer in die Tasche greifen als vor einem Jahr. Auch die Preise für Eier und Molkereiprodukte wie Quark und Sahne stiegen im Vergleich zum Vorjahr deutlich an. Verteuert haben sich zudem Fleisch und Fleischwaren, Fische und Fischwaren sowie Obst.

Der Einkauf der OP bestätigt das. Plus 5,1 Prozent beziehungsweise 5,08 Euro mehr kosteten die 35 Warenkorb-Artikel im Vergleich zum Vorjahr. Teurer geworden sind unter anderem Orangensaft (10 Cent), Milch (5 Cent), Ananasscheiben (20 Cent), Käse (20 Cent), Erdnüsse (4 Cent), Margarine­ (4 Cent), Schaumfestiger für die Haare (10 Cent) und das Baby-Pflegebad (1,24 Euro). Der Sekt schlägt mit 1,80 Euro deutlich teurer zu Buche als noch im Vorjahr – wo er als dauerhaft reduziert beworben wurde. Bei der Hautcreme gibt es für einen Euro mehr 50 Milliliter weniger Inhalt.

Hintergrund
  • Vergleich seit 2005

Die OP füllt seit dem Jahr 2005 regelmäßig ihren Einkaufswagen mit den immer gleichen 35 Artikeln aus denselben vier Supermärkten in Marburg, um so die Preisentwicklung zu dokumentieren.

Lesen Sie zum Beispiel hier , hier  oder hier (2015),

  •  Günstigster Einkauf

Der bislang günstigste Einkauf konnte im Sommer des Jahres 2010 getätigt werden. Damals mussten für die 35 Artikel nur insgesamt knapp 93 Euro bezahlt werden.

  • Teuerster Einkauf

Der teuerste Einkauf stammt aus dem Frühjahr 2014: Damals waren 99,16 Euro für alle Artikel in den vier Supermärkten fällig.

  • Konstantester Preis

Konstant war der Preis für den fettreduzierten Käse. Er kostete im Jahr 2005 genauso viel wie heute: 200 Gramm gab und gibt es für 1,49 Euro. Auch die Alufolie blieb über die Jahre hinweg gleich teuer (1,45 Euro für 30 Meter).

  • Größter Preissprung

Den größten Preisunterschied auf die vergangenen zwölf Jahre betrachtet, verzeichnet der Orangensaft. Der Liter kostete 2005 noch 0,55 Euro, heute sind dafür 0,99 Euro fällig – fast doppelt soviel.

Günstiger hingegen gab es Apfelsaft (30 Cent), Duschcreme, Haarspray (40 Cent), Rasiergel (10 Cent), den Kasten alkoholfreies Bier (20 Cent) und den Kasten Cola light (30 Cent). Auch Baby-Windeln kosteten weniger Geld, hatten aber auch weniger Inhalt. Auf die Stückzahl gerechnet waren sie jedoch einen Cent günstiger als im Jahr zuvor.

Gesunkene Preise bildeten im vergangenen Jahr allerdings die Ausnahme. So stiegen nicht nur die Kosten für Nahrungsmittel und Drogerieprodukte, sondern auch die für Dienstleistungen etwa Pauschalreisen, die Reparatur und Wartung von Fahrzeugen sowie die Speisen und Getränke in Gaststätten, wie das Statistische Landesamt Hessen berichtet.

Auch für Dienstleistungen sozialer Einrichtungen und für Gesundheitsdienstleistungen mussten die Verbraucher in Hessen mehr bezahlen als noch im Jahr zuvor.
Günstiger wurden Dienstleistungen für Telekommunikation und die Preise für Festnetz- und Mobiltelefone, Fernseher, Heimkino-Anlagen und Unterhaltungselektronik.

von Katharina Kaufmann-Hirsch

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