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Der Brücken-Verkehr ist umstritten

Sanierung Der Brücken-Verkehr ist umstritten

Der Umbau der Weidenhäuser Brücke soll in den kommenden zwei bis drei Jahren erfolgen, kündigte Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) in der Sitzung des Verkehrsausschusses an.

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Die Weidenhäuser Brücke ist vielbefahren und soll rundum saniert werden. Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. „Die Weidenhäuser Brücke zeigt Verformungen und Schäden im Gewölbebereich. Hinzu kommt ein Längsriss in der Brücke“, erläuterte Baudezernent Dr. Franz Kahle, wieso die Sanierung des Brückenbauwerks notwendig sei. Zwar bestehe kein unmittelbarer Handlungsbedarf wie bei der Stützmauer am Alten Botanischen Garten. Jedoch soll die Brückensanierung aus Sicht des Magistrats in den kommenden Jahren zügig abgewickelt werden.

Vortrag über Planungen

Ziel sei es einerseits, die in 1892 und 1893 an der Stelle einer aus dem 16. Jahrhundert stammenden Vorgänger-Bauwerks errichtete Brücke von dem technischen Ballast der vergangenen mehr als 100 Jahre zu befreien. Denn in dieser Zeit seien eine Vielzahl von Versorgungsleitungen wie beispielsweise Fernwärmerohre direkt an die Weidenhäuser Brücke angedockt worden. Diese Rohre sollen künftig nicht mehr sichtbar sein, und zwar weil sie in die Unterseite des zusätzlichen Fußgängerstegs integriert werden sollen. Andererseits soll die neue Fahrbahn auch besser abgedichtet werden, sodass der Brücken-Unterbau besser vor Streusalz-Einfluss geschützt wird.

Das erläuterte Stadtbaudirektor Jürgen Rausch bei seinem Vortrag über die geplante Brückensanierung im Verkehrsausschuss, bei dem zu diesem Punkt auch die Mitglieder des Bauausschusses geladen waren.

Gleichzeitig mit der aus baulichen Gründen notwendigen Sanierung soll es auch eine verkehrliche Modernisierung geben. „Wir wollen, dass Fußgänger und Radfahrer möglichst gleichberechtigt mit dem Autoverkehr sind“, sagte Kahle. Allerdings hätten verkehrstechnische Untersuchungen im Vorfeld ergeben, dass die drei Auto-Fahrspuren auf der Brücke weiter benötigt werden, um Rückstaus bis auf die Stadtautobahn zu vermeiden.

Kahle verweist Radler auf andere Brücken

Aufgrund des Brücken-Querschnitts sei es leider nicht möglich, eine Radspur einzurichten. Für Radfahrer stünden aber laut Kahle immerhin die Louisa-Häuser-Brücke und der Hirsefeldsteg als nahe gelegene Alternativ-Überwege über die Lahn zur Verfügung. Für Entlastung solle aber der zusätzliche Fußgängersteg mit einer Breite von 1,80 Meter sorgen, der als „Kastenträger“ aus Stahl mit eingebauten Stahlkonsolen an die historische Weidenhäuser Brücke angehängt werden soll. So sollen Fußgänger künftig auf zwei Seiten die Brücke passieren können.

Integriert werden in die Planungen für die Brückensanierung sollen auch Erleichterungen für die Fußgänger am Rudolphsplatz, der direkt an die Weidenhäuser Brücke angrenzt. Perspektivisch sollen dort die Fußgänger-Unterführungen dicht gemacht haben und stattdessen zwei zusätzliche mit Ampeln ausgestattete Fußgänger-Überwege geschaffen werden, die über die Biegenstraße zum Pilgrimstein führen und zudem an der Einmündung von der Brücke in die Biegenstraße eingerichtet werden sollen.

Kostenvoranschlag: 1,13 Millionen

Die zusätzlichen Fußgänger-Ampeln werden rund um die Weidenhäuser Brücke und den Rudolphsplatz teilweise den Autoverkehr verlangsamen und zu einer Erhöhung der mittleren Wartezeiten um zehn Prozent führen, räumte Baudirektor Rausch ein.

Im Ausschuss sorgte das neue Verkehrskonzept für Kritik aus zwei verschiedenen Perspektiven. Vertreter der CDU bemängelten, dass es zu noch mehr Staus führen würde und dass die Stadtoberen die Stadt Marburg nun nicht mehr nur von Norden aus dicht machen würden. Demgegenüber kritisierte Henning Köster (Marburger Linke) eine Vernachlässigung des Radverkehrs und bemängelte, dass an diesem zentralen Verkehrsknotenpunkt auf der Brücke keine Radspuren eingerichtet werden. Der Entwurfsplanung für die Instandsetzung der Weidenhäuser Brücke und den nordseitig angehängten Fußgängersteg mit einem Kostenvolumen von insgesamt 4,28 Millionen Euro stimmten alle Mitglieder des Verkehrsausschusses zu. Die CDU-Vertreter stimmten jedoch gegen die Vorplanung für den Teilumbau des Rudolphsplatzes mit einem Kostenvolumen von 1,13 Millionen Euro. Wenn das Stadtparlament grünes Licht für beide Punkte gibt, wie aufgrund der Ausschuss-Abstimmung zu erwarten ist, dann wird die Sanierung auf den Weg gebracht. Dafür will die Stadt Fördermittel beim Land Hessen beantragen und Mittel in den Doppelhaushalt 2015/2016 einstellen.

von Manfred Hitzeroth

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