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Kunstprojekt

Der Bär hält eisern an seinem Fell fest

Unter dem Titel "Wasserdicht" begleitet ein Kunstprojekt das Themenjahr "Marburg an die Lahn". Am Donnerstag wurde das erste - recht massive - Objekt aufgestellt: eine Bärenskulptur des Künstlers Hans Schohl.

Ein stählerner Bär schwebt am Donnerstag an der Marburger Mensa durch die Luft. Er gehört zum Kunstprojekt "WasserDicht".

© Gabriele Neumann

Marburg. "Erst muss man den Bären haben, dann kann man ihm das Fell abziehen" lautet das Sprichwort. Die über zwei Meter hohe Stahlskulptur des Anzefahrer Künstlers Hans Schohl veranschaulicht einen Nebenaspekt des Sprichworts sehr anschaulich. Der kleine Knirps, der dem Bären mit dem Messer das Fell abziehen wollte, findet sich nämlich unversehens in den Klauen des Großraubtiers wieder. Schohl, der seit Jahren großformatige Stahlskulpturen auch international ausstellt, freut sich besonders über diese Arbeit. Denn sie hat eine ganz persönliche Geschichte. "Mein Vater hatte für viele Situationen Sprichwörter parat, die sehr treffend waren", erklärt Schohl. Die Platzierung des Bären am Donnerstagnachmittag erforderte viel Präzision und ebensoviel Kraft. Der Dienstleistungsbetrieb Marburg (DBM) war mit einem Kranwagen zugegen, um die Skulptur an ihren Platz in unmittelbarer Nähe der Mensa und der neuen Lahnterrassen zu bewegen.

Zwölf dieser teils recht drastischen Sprichwörter hat Schohl inzwischen in Skulpturen umgesetzt, zum Beispiel "Von anderer Leute Leder ist gut Riemen schneiden" oder "Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen". Allerdings sind die anderen Skulpturen viel, viel kleiner als der Bär. Auf fünf Meter hohen Wetterfahnen werden sie ab Samstag auf Höhe der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) am Lahnufer zu sehen sein. Der Bär wurde eigens mit Computertechnik per Laser aus 20 Millimeter dickem Stahl ausgesägt und ist eines von 33 Kunstwerken des Projektes "WasserDicht". Bis zur Eröffnung des "Lahnorama"-Erlebnispfades vom Afföller Wehr bis zum Affenfelsen 22. Mai sollen alle Objekte platziert sein. Acht Künstler aus ganz Deutschland beteiligen sich unter der künstlerischen Leitung von Georg Mertin an dem Projekt, das bis September das Themenjahr "Marburg an die Lahn" künstlerisch begleitet. Am Eröffnungswochenende wird es eine Vielzahl von Veranstaltungen entlang der Lahn geben. Mehr Infos gibt es schon jetzt unter www.marburg.de/lahn.

von Gabriele Neumann


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