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Der Abfall befindet sich nicht weit vom Stamm

"Sauberhaftes Hessen" Der Abfall befindet sich nicht weit vom Stamm

120 Schüler der Elisabethschule und der Geschwister-Scholl-Schule nahmen an der hessenweiten Aktion „Sauberhaftes Hessen“ teil, um ihre Schulwege sauber zu halten.

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Schüler aus zwei Marburger Schulen befreiten Straßen und Lahnwiesen vom Müll.

Quelle: Yannic Bakhtari

Marburg. Kommt Zeit, kommt Müll, doch Müll kommt schneller. Doch kein Grund, Marburg verdrecken zu lassen, finden die Fünftklässler der Elisabethschule und machen daher seit mehreren Jahren bei der Aktion „Sauberhaftes Hessen“ mit. Die vergangenen zehn Jahre leitete Sportlehrer Jan Joeres seine Schüler an, unachtsam weggeworfenen Müll in der Stadt aufzusammeln und korrekt wegzuwerfen. 90 Schüler aus drei Klassen waren an einem Morgen zwei Stunden unterwegs. Separat sammelten 30 Schüler der Geschwister-Scholl-Schule Unrat ein.

Organisiert hatte die Aktion der Dienstleistungsbetrieb Marburg (DBM) in Kooperation mit den Schulen. Die benötigten Warnwesten und Zangen stellte der DBM. Jürgen Wiegand „will die Schüler für die richtige Müllentsorgung sensibilisieren“. Der DBM-Betriebsleiter erklärte den Kindern, dass es die Stadt viel Geld koste, sämtliche Straßen und Flächen sauber zu halten, weshalb es auch im Interesse der Schüler sei, ihren Müll immer in einen Mülleimer zu werfen. Die dadurch gesparten Kosten könne die Stadt dann zum Beispiel in Schulen investieren.

Mit weiteren Maßnahmen wie der Zusammenarbeit mit Kindergärten sowie Ferienjobs in der Straßenreinigung versucht der DBM, gerade Kinder für das Thema Müllentsorgung zu gewinnen. „Wir sehen die Kinder als Multiplikatoren, die Erwachsenen ein Vorbild sein können“, sagt Wiegand. Nichtsdestotrotz lasse sich kein altersspezifisches Verhalten feststellen, denn aus jeder Generation werfen Menschen Müll in die Natur, sagt Wiegand.

Rückgang im unachtsamen Wegwerfen von Müll

Um die jeweiligen Altersgruppen adäquat anzusprechen, haben zum Beispiel die Mitglieder des Umweltausschusses der Uni Plakate für richtige Müllentsorgung erstellt, die vor allem an den Lahnwiesen in der Nähe der Konrad-Adenauer-Brücke die zahlreich vorhandenen Mülleimer schmücken. Dazu merkte Wiegand noch an, dass sich im gesamten Stadtgebiet 1 200 Mülleimer befinden. „Doch irgendwann sind unsere Kapazitäten ausgeschöpft, vor allem, wenn manchen Mitbürgern sogar ein Weg von wenigen Metern zu einem Papierkorb zu weit ist.“

Doch die Aktionen der vergangenen Jahre hinsichtlich einer Abkehr von der „Wegwerfmentalität“ haben mehr oder weniger gefruchtet, wenn man Wiegand Glauben schenkt. „Wir sehen insgesamt einen Rückgang des unachtsamen Wegwerfens von Müll, aber es gibt natürlich auch Verschiebungen. Vor allem die Lahnterassen sind weiterhin total vermüllt.“ Damit der Gesamt-Trend aber weiter so positiv bleibt, brauche es laut dem DBM-Betriebsleiter kontinuierliche Aktionen und Kampagnen, welche die Menschen möglichst nachhaltig für die Sauberhaltung ihrer Umwelt sensibilisieren. So gibt es beispielsweise die Aktion „Sauberhafte Lahn“, die sich vor allem an Familien richtet.

Den Schülern hat das Projekt gefallen, nicht nur, weil bei ihnen dafür Unterricht ausgefallen ist und der DBM nach der Sammelaktion ein Grillfest für die Elisabethschüler veranstaltet hat, sondern auch weil sie eingesehen haben, dass sie selbst davon profitieren, wenn alles sauber ist. Eine Schülerin erzählte, dass ihre Schwester oft ihren Müll in die Gegend werfen würde, sie aber versuche, ihre Schwester zum Umdenken zu bewegen.

Ein anderes Mädchen sagte: „Ich sage Leuten, die Müll nicht richtig wegwerfen, dass sie es bitte tun sollen, aber wenn sie es nicht tun, hebe ich den Müll auf, um ihn in einen Mülleimer zu werfen.“ Vermutlich wird sich erst langsam ein Umdenken bei Umweltsündern feststellen lassen, doch Redundanz ist bekanntlich Relevanz. Folglich bleibt nur, die korrekte Müllentsorgung immer wieder zu kommunizieren und selbst mit gutem Beispiel voranzugehen.

von Yannic Bakhtari

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