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Der 8. September ist nicht nur Wahltag

Terminstress Der 8. September ist nicht nur Wahltag

Während die einen feiern, dürfen andere in den Ortsteilen der Gemeinde Münchhausen sowie inNiederweimar im Wahlbüros(chw)itzen. Am 8. September soll der Landrat gewählt werden - ein Termin, mit dem niemand wirklich gerechnet hat.

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Im September werden Stimmen ausgezählt. Am 22. auf jeden Fall, ob auch am 8. entscheidet sich heute im Kreistag. Dort wird der Termin für die Landratswahl festgelegt.

Quelle: Thorsten Richter

Wollmar. „Das ist eine Katastrophe“, sagt ein sichtlich erregter Klaus-Peter Fett. Ganz Wollmar sei in Aufruhr. Der Vorsitzende des Grenzgangvereins Wollmar vermutet, dass die Kreispolitiker offenbar keine Vorstellung davon haben, was es heißt, Grenzgangfest zu haben. „Da sind alle auf den Beinen. Wir brauchen sogar ganz viele Helfer aus den anderen Dörfern, um das alles für unsere Gäste bieten zu können“, sagt er auf Anfrage der OP.

Das nur alle sieben Jahre stattfindende Fest sei von großer Bedeutung, weit über die Dorf- und Gemeindegrenzen hinaus. Es nun ohne Not mit einer Wahl belasten zu wollen, hält Fett für das Ergebnis machtpolitischer Spielchen. Mit Spannung werde man in Wollmar nun verfolgen, wie sich die Koalition, der auch Bürger aus der eigenen Gemeinde angehören, heute im Kreistag verhält. Fett: „Es kommen auch Delegationen aus den anderen Grenzgangorten. Das sind nicht vier, fünf Mann, sondern eher 60 bis 80. Da sind sicher auch einige dabei, die dann in ihren Heimatorten im Wahlamt sitzen müssen.“

Vertreter der Kreiskoalition, bestehend aus CDU, Grünen und Freien Wählern hatten am Montag im Hauptausschuss den 8. September als Tag vorgeschlagen, unter anderem mit dem Argument, die Landratswahl dadurch von Bundestags- und Landtagswahl am 22. September als kommunale Wahl abheben zu wollen. Da wohl eine Stichwahl zu erwarten sei, könne man dann am 22. September von dem wegen der Landtags- und Bundestagswahl zu erwartenden Andrang an den Wahlurnen profitieren und eine gute Wahlbeteiligung erzielen. Münchhausens Bürgermeister Peter Funk (parteilos) hält den Vorschlag, am 8. September die Landratswahl stattfinden zu lassen, für sehr unglücklich. Wie Klaus-Peter Fett hat auch er seine Meinung in der Kreisverwaltung kundgetan. „Im benachbarten Lichtenfels findet die Bürgermeister-Wahl auch am 22. September statt“, sagt Funk.

Abgesehen davon, das am 8. September Tag des offenen Denkmals ist und zahlreiche Freiwillige in den Dörfern damit beschäftigt sind, ihre Kleinode zu zeigen und Veranstaltungen zu organisieren, ist man auch in Niederweimar über den Vorschlag geschockt. Archivar Hans Schneider, der dem Festausschuss 875 Jahre Niederweimar angehört, sagt: „Wir haben das Festwochenende extra vom 22. September auf den 8. September vorverlegt, um dem Wahltermin aus dem Weg zu gehen. Hier sind alle sehr böse über diesen überraschenden Vorschlag.“

von Götz Schaub

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