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Depressionen betreffen Tausende im Kreis

Bündnisse gegen Depression tagten Depressionen betreffen Tausende im Kreis

Etwa 13 000 Menschen im Landkreis sind von Depressionen betroffen. Rechnet man die Angehörigen mit, die häufig bis zur Arbeitsunfähigkeit mitlitten, seien es sogar um die 40 000 Menschen. Diese Zahlen gab Jörg Tischler vom Marburger Bündnis gegen Depression beim Treffen der Bündnisse gegen Depression im Zentrum für psychische Gesundheit bekannt.

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Marburg. „Obwohl Depression eine Volkskrankheit ist, ist sie immer noch ein sensibles Thema“, weiß Tischler.

Um eine Depression zu erkennen und sensibel anzusprechen führt das Marburger Bündnis, das zum ersten Mal Gastgeber des halbjährlichen Treffens war,  unter anderem Schulungen der Mitarbeiter des Kreis-Jobcenters durch. „Die Leute sind nicht immer depressiv, weil sie arbeitslos sind“, weiß Tischler. Viele seien auch wegen ihrer Depression arbeitslos geworden.

Seit einem Jahr haben Fallmanager in Marburg, Stadtallendorf und Biedenkopf die Möglichkeit, Betroffene an eine Psychotherapeutin zu verweisen, die eine halbe Stelle beim Kreis-Jobcenter hat. 150 Menschen kamen in den vergangenen zwölf Monaten zu ihr, von denen sie knapp 100 in eine Therapie vermitteln konnte. Über 80 Prozent hatten ein depressives Syndrom.

Auch Menschen, die viel mit anderen zu tun haben, wie Seelsorger und Lehrer, aber auch Führungskräfte in Firmen sowie Polizisten, die mit sich selbst gefährdeten Menschen in Kontakt kommen, werden durch den Marburger Verein geschult.

"Viele wissen nicht, dass es Hilfe gibt"

Menschen mit einer Depression fehlen aufgrund ihrer Krankheit häufiger auf der Arbeit oder gehen früher in Rente. Die Folge: Schäden für Betriebe und Sozialkassen. Diese beliefen sich im Landkreis Marburg-Biedenkopf im Jahr auf 80 Millionen Euro, so Tischler.

Umso wichtiger sei es, Arbeitgeber für das Thema zu sensibilisieren und Betroffene frühzeitig in Behandlung zu bringen. „Viele wissen nicht, dass es Hilfe gibt.“ Zur Aufklärung sei es auch wichtig, sich mit politischen Entscheidern zu vernetzen. „Ohne Fürsprecher und Türöffner können wir nicht sehr viel erreichen.“

Daher motivierte Tischler die Vertreter der anderen Bündnisse, sich an Politiker zu wenden und sie zu beraten. Zur Enttabuisierung des Themas sollen auch Veranstaltungen wie „Depression: Fakten, Irrtümer, Kabarett“ vergangenen November im TTZ, die Vorträge von Psychotherapeuten mit Kabarett-Einlagen verband beitragen. Ende Juli beginnt wieder eine Filmreihe im Kino mit begleitenden Einführungen und Diskussionen.

von Freya Altmüller

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