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Denkmalschutz in der Praxis

Neue Broschüre Denkmalschutz in der Praxis

Über Denkmalschutz lässt sich heiß und innig diskutieren. Es wird aber auch viel gemacht. Dies zeigt mit vielen Beispielen die neue Broschüre der Stadt Marburg.

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In der Haspelstraße 25 sind die historischen Fenster aufwendig aufgearbeitet und gleichzeitig doppelt verglast worden.

Quelle: Stadt Marburg

Marburg. Anschaulich werden 20 Objekte aus der Kernstadt, aber auch aus den äußeren Stadtteilen gezeigt, die denkmalgerecht saniert wurden. Sachkundige Unterstützung fanden die meist privaten Eigentümer bei den Mitarbeitern der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt, die für die Broschüre ihre Erfahrungen bereitstellten.

Florian Baumgarten betreute etwa den Umbau des ehemaligen Kurhotels am Ortenberg, das heute vom Christus-Treff genutzt wird und auf dem Titel der Broschüre zu sehen ist. „Die notwendigen modernen Eingriffe in die alte Architektur sind sehr gelungen“, findet er.

Querschnitt der Ergebnisse aus Beratung und Umsetzung

In der Broschüre erfahren die Leser Details wie die Geschichte der historischen Gebäude, wie diese heute genutzt werden und natürlich welche Änderungen vorgenommen wurden. Beim Gebäude in der Haspelstraße 25 wurden etwa die bauzeitlich erhaltenen Fenster aufwendig aufgearbeitet und energetisch saniert, sodass sie heute doppelt verglast sind. „Es zeigt eine Möglichkeit, alte Bausubstanz zu erhalten“, so Anja Kwiecinski, die das Projekt betreut hat.

Aber auch größere Projekte wie der Umbau des ehemaligen Turnergartens in der Lutherstraße oder der ehemaligen Hauptpost in der Zimmermannstraße werden vorgestellt.

Ziel der Broschüre sei es, einen Querschnitt der Ergebnisse aus Beratung und Umsetzung zu zeigen, sagt Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne). Über Denkmalschutz werde oft debattiert, es sei aber auch wichtig, die Umsetzung zu zeigen.

Neben der Beratung steht die Stadt Marburg auch finanziell den Eigentümern zur Seite. So wird die denkmalgerechte Sanierung als freiwillige Leistung der Stadt bezuschusst, wie Kahle betont.

Damit werde nicht nur bei den Gebäudeeigentümern ein Anreiz geschaffen.

Auch das Handwerk profitiere davon, da alte Techniken und Handwerksarten gefördert werden, so Kahle.

Etwa 400000 Euro jährlich stellt die Stadt für die Förderung zur Verfügung. 2013 und 2014 wurde der Ansatz fast komplett ausgeschöpft, wie Mitarbeiter der Unteren Denkmalschutzbehörde bestätigen.

Weitere Ausgaben der Broschüre sollen regelmäßig erscheinen, die nächste Ausgabe soll aber nicht vor 2017 kommen.

von Mareike Bader

  • Die Denkmalschutzbroschüre ist unter anderem im Rathaus und Fachbereich Bauen erhältlich. Sie kann aber auch direkt bei der Unteren Denkmalschutzbehörde, Barfüßerstraße 11, 35037 Marburg, Telefon 06421/2011633, E-Mail: unteredenkmalschutzbehoerde@marburg-stadt.de angefordert werden.
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