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Dengeln, wetzen, Sense schwingen

Vom Aussterben bedroht Dengeln, wetzen, Sense schwingen

Johannes Katzer kann Rasenmäher nicht leiden. Genauso wenig wie gepflegte Grünflächen. Er setzt auf Blumenwiesen und die gute alte Sense – eine Mähkunst, die vom Aussterben bedroht ist.

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Beim Mähen setzt Johannes Katzer auf Handarbeit. Mit seinen 84 Jahren schwingt er die Sense noch selbst.

Quelle: Thorsten Richter

Michelbach. Johannes Katzer ist ein Lehrer der alten Schule. Mit zusammengekniffenen Augen blickt er auf die Blumenwiese vor seinem Haus und fragt: freundlich aber streng „Wissen Sie eigentlich, was hier alles für Blumen stehen“. Nein, weiß ich nicht. Genauso wenig wie einige der Zaungäste, die tagtäglich an der blühenden Wiese vorbeikommen und staunend über die Farbenvielfalt ihren Schritt verlangsamen. In seiner Hosentasche kramt Katzer nach einem Zettel. Da stehen sie, die Namen der Wildblumen, die vor seinem Haus blühen. Alle fein säuberlich aufgelistet. „Margarethen, Rotklee, Witwenblume, Johanniskraut, Federnelke...“ beginnt der 84-Jährige vorzulesen. Er ist stolz auf seine wilde Blumenwiese. „Ich will keinen grünen Rasen. Das sieht aus wie eine Teppichfläche“, scherzt Katzer.
Kennen auch Sie einen Brauch oder eine Tradition, die langsam aus dem alltäglichen Leben zu verschwinden droht? Dann rufen sie uns an (06421/409 364) oder schreiben Sie uns eine Mail an serie@op-marburg.de

von Marie Lisa Schulz

Mehr lesen Sie am Freitag in der Printausgabe der OP.

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