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Den Reisepass als Ring am Bein

Störche im Landkreis Den Reisepass als Ring am Bein

Sie kommen von Norden, sie kommen von Süden, sie kommen aus dem In- und aus dem Ausland: Weißstörche haben den Landkreis als Treffpunkt, Paarungs- und Brutplatz entdeckt

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Auf geht’s im Korb der Drehleiter hinauf zum Storchenhorst: (von links) Christian Heuck, Dana Schabo, Jörg Stuhlmann; an der Drehleiter Alexander Speh und auf der Wiese Rainer Götzl und Bernhard Weckesser. Ducken und stillhalten: Die beiden Jungstörche bekommen Besuch vom Beringerteam. Das Anbringen der Ringe ist für die Vögel schmerzlos und geht blitzschnell.Foto: Trepte/nh

Kleinseelheim. Farbige Ringe an ihren Beinen geben Auskunft über ihre Herkunft. So ist der Reisepass quasi stets mit dabei. Wie verläuft die Ausbreitung des Weißstorchs in Deutschland? Auf welchen Wegen wandern die Vögel ins Winterquartier? Wo rasten sie unterwegs? Welches Alter erreichen sie? Viel Aufschluss über all diese Fragen geben die Daten der immer wieder und vielerorts abgelesenen Ringe, die Naturbeobachter an die Vogelwarten weitergeben. Ganze Lebensläufe der Vögel lassen sich so nachvollziehen.

In Hessen gibt daher die Staatliche Vogelschutzwarte für Hessen Rheinland-Pfalz und Saarland die Beringung der hier erbrüteten Jungstörche in Auftrag. Dieser Tage machten sich Ornithologen auf, um in Kleinseelheim Jungstörche zu beringen.

Drei schwarz-weiße Storchenkinder waren auf einem Kunsthorst in Kleinseelheim zur Welt gekommen, zwei weitere auf dem Gittermast im Ohmbecken. Bevor die ausgebildeten Beringer Christian Heuck und Dr. Dana Schabo ihre Arbeit in luftiger Höhe beginnen konnten, waren einige Vorbereitungen zu treffen.

Ortsvorsteher Professor Rainer Waldhardt hatte die Zusammenarbeit mit der örtlichen Feuerwehr organisiert, Wehrführer Rainer Götzl stellte den Kontakt zur Feuerwehr Kirchhain her, die einen Leiterwagen samt Personal zur Verfügung stellte. So kamen die Wehrmänner Alexander Speh, Torsten Mende, Bernhard Weckesser und Jörg Stuhlmann zu diesem nicht alltäglichen Einsatz. „Eine wichtige Voraussetzung hatte auch der Landwirt Bernhard Biereck geschaffen, der dankenswerterweise seine Wiese rechtzeitig gemäht hatte, sodass wir an den Horst gelangen konnten“, berichtete Andreas Trepte vom Nabu-Kreisvorstand.

Er wohnte der Aktion ebenso bei wie der Storchenbeauftragte des Kreisverbands, Wilfried ­Kräling, und Mitglieder des ­Nabu Kirchhain. Krälings ­Buchführung weist für den Kreis im vergangenen Jahr 16 Brutpaare des Weißstorches auf. 45 Jungvögel waren flügge geworden.

Für 2017 liegen die Daten noch nicht vor, jedoch berichtet Kräling von Jungvogelverlusten während einer Kälteperiode im Frühjahr.

Andreas Trepte wartet mit Infos über die Herkunft der im Kreis brütenden Weißstörche auf. Bisher durch Ringablesungen nachgewiesen wurden Vögel, die in Bremen, am Bodensee, in Bayern oder sogar bei Straßburg in Frankreich beringt worden waren.

von Irmela Dörries

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