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Den Helfer zum „Dank“ beklaut

Aus dem Gericht Den Helfer zum „Dank“ beklaut

Mit einer Haftstrafe von zwei Jahren und acht Monaten endete ein Prozess gegen einen Angeklagten, der sich für eine ganze Anzahl verschiedenster Vergehen verantworten musste. Drei Termine waren nötig, um mehr als 30 Zeugen zu befragen, die Beweise zu 9 Anklagen mit insgesamt 13 Straftaten lieferten.

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Ein gebürtiger Marburger ist wegen mehrerer begangener Delikte zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und acht Monaten verurteilt worden.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Die Bandbreite der Delikte des gebürtigen Marburgers reichte 
dabei von Körperverletzung in fünf Fällen, Diebstahl in vier Fällen, Sachbeschädigung, Beleidigung, Sozialleistungsbetrug bis hin zu Fahren ohne Fahrerlaubnis. Fallen gelassen wurden zwei weitere Beleidigungsfälle, ausgesetzt eine Anklage wegen Körperverletzung, da die Geschädigte aus gesundheitlichen Gründen nicht geladen werden konnte.

Unter anderem bestahl der Beschuldigte einen Imbissbesitzer, der ihm zuvor zu nächtlicher Stunde bei dem Marburger Hafenfest 2014 eine Bratwurst an seinem Stand spendiert hatte und ihn anschließend in einem PKW mitgenommen hatte. Die mitgeführte Barkasse habe während der Fahrt mehrfach gerappelt, erinnerte sich der Geschädigte. Er habe dies jedoch auf die Straßenverhältnisse zurückgeführt. Eher zufällig wurde der Diebstahl nur wenig später entdeckt und bei einer Personendurchsuchung genau der Betrag in der Stückelung gefunden, der in der Geldkassette fehlte.

Verteidung hat schweren Stand

In einem anderen Falle berichtete ein Geschädigter, dass er zum Luftschnappen zu nächtlicher Stunde vor die Kneipe gegangen sei und dabei einen Gesprächsfetzen mitbekam, dass sich zwei Personen darüber unterhielten jemanden „aufs Maul hauen“ zu wollen. Dass er dann nur wenig später derjenige sein würde, hatte er nicht erwartet. Ohne Grund habe ihn der 38-Jährige geohrfeigt. Noch heute habe er Angst alleine in eine Kneipe zu gehen, berichtete der Student über die Folgen der Attacke.

Akribisch listete Staatsanwalt Christian-Konrad Hartwig bei seinem Plädoyer alle Delikte nacheinander auf. Verteidigeranwalt Thomas Strecker hatte während des gesamten Prozesses einen schweren Stand. Wo immer die Tat nicht zu leugnen war, zeigte sich der Angeklagte geständig und in den übrigen Fällen waren viele Indizien schon sehr erdrückend.

So war er einer von drei letzten Kunden eines Lokals, in dem die Geldtasche der Kellnerin einfach verschwand. Die geladene Kellnerin, extra aus Lüneburg angereist, versicherte, 
dass nur er Einblick gehabt haben könne, wo sie die Börse deponiert hatte.

Richter Dominik Best und die Schöffen brauchten nur wenig Beratungszeit für ihr Urteil. Bei sieben Vorstrafen gegen den Angeklagten zeigte sich das Gericht kompromisslos und verurteilte ihn zu der geforderten Gesamtstrafe von zwei Jahren und acht Monaten. Hinzu kommen ein Jahr und vier Monate aus einer Strafe, die zur Bewährung ausgesetzt war.

von Heinz-Dieter Henkel

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