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Demonstration endet mit vier Festnahmen

Polzei-Hundertschaft begleitet Krisenbündnis Demonstration endet mit vier Festnahmen

„Wir sind sehr wütend - Und das nicht ohne Grund!“, lautete das Motto der 250 Demonstranten, die von einem Großaufgebot der Polizei durch Marburg begleitet wurden. Zum Ende eskalierte die Situation.

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Begleitet von einer Hundertschaft demonstrieren in Marburg 250 Kapitalismusgegner gegen die Auswirkungen der Wirtschaftskrise.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Bei eisigen Temperaturen und zu Rockmusik versammelten sich die Demonstranten neben der Elisabethkirche auf dem Firmaneiplatz. Organisiert wurde die Aktion vom Krisenbündnis Marburg.

Die Kundgebung wendete sich gegen die Folgen der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise mit ihren Auswirkungen auf Gesundheitssysteme, gekürzte Löhne und Renten sowie Einsparungen im Bildungssystem, heißt es in einer Erklärung. „Die Krise äußert sich überall anders. Europa baut seine Grenzen auf“, sagt Felix Meissner, Pressesprecher des Krisenbündnisses. Die Auswirkungen des Krisenmanagements in Ländern wie Griechenland, Spanien, Portugal, Malta und Zypern würden auf die einfache Bevölkerung abgewälzt. Überall in Europa würden Menschen zugunsten kapitalistischer Investoren aus ihren Wohnungen vertrieben oder abgeschoben, sagte Meissner. Die Regierungen würden den falschen Weg einschlagen und sich nur auf Gewinne konzentrieren.

Auch in Marburg sei die Krise spürbar.

Explodierende Mieten und Wohnungsmangel seien die Folge. Einsparungen im Bildungsbereich führen zu einem Mangel an Ausstattung in den Universitäten und zu einem sinkenden Bildungsniveau. Auch in der Privatisierung des Uniklinikums sieht Meissner eine nicht tolerierbare Bereicherung an der Gesundheitsversorgung und spricht sich für eine Rekommunalisierung der Klinik aus. 

Demo Krisenbündnis Marburg. Foto: Thorsten Richter (thr)

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Nach kleinen technischen Problemen zog die Versammlung von der Elisabethkirche über die Deutschhausstraße Richtung Rosenpark, vorbei an dem Gebäude der deutschen Vermögensberatung. Weiter ging es über die Anneliese-Pohl-Allee auf die Bahnhofstraße. Während sich die rund 250 Demonstranten durch die Straßen bewegten, sangen einige Teilnehmer Parolen wie „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Nordstadt klaut“ oder „Uns gehört die Stadt“.

Wieder vorbei an der Elisabethkirche ging es weiter Richtung Rudolphsplatz und zum Amtsgericht Marburg. „Wir wollen die Demo lebendig gestalten und mehr auf die Menschen zugehen“, sagt der Pressesprecher.

Begleitet wurde die Demo von einem Großaufgebot der Polizei.

„Unsere Demonstration war von Anfang bis Ende friedlich. Das Aufgebot zeigt nur, wie viel Angst die herrschende Klasse in Deutschland vor Protesten hat“, sagt Meissner. Zu Auseinandersetzungen zwischen einigen Demonstranten und der Polizei kam es nach Ende der Demo.

„Nachdem ein Teil nicht absprache- und genehmigungsmäßig auf den Rudolphsplatz vordrang, hat die Versammlungsleiterin die Demo aufgelöst“, heißt es im Polizeibericht. Die meisten Demonstranten hätten sich daran gehalten. Ein kleiner Teil habe aber wiederum versucht, auf den Platz zu drängen. Es sei zum Gerangel mit Polizisten gekommen. „In Folge eines Angriffs auf einen Polizeibeamten ist es zum einmaligen Einsatz von Pfefferspray gekommen“, sagt Dirk Gnau von der Polizei Marburg.

Vom Krisenbündnis heißt es hingegen, die Polizei sei brutal und unverhältnismäßig mit Schlagstöcken und Pfefferspray gegen die Demonstration vorgegangen. „Von Schlagstockeinsatz steht nichts im Bericht“, sagt Gnau. Wohl aber von vier Festnahmen. Drei Demonstranten sollen gegen das Vermummungsverbot verstoßen haben, ein Vierter sei wegen Vergehen auf früheren Veranstaltungen polizeilich gesucht worden.

Nach der Demo besetzte eine Gruppe von k napp 150 Aktivisten die ehemalige Schule an der Schulstraße um auf die prekäre Lage auf dem Marburger Wohnungsmarkt aufmerksam zu machen.

von Ina Tannert und Carsten Bergmann

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Die Lage spitzt sich zu. Knapp 150 Aktivisten haben nach der Demonstration die ehemalige Schule an der Schulstraße besetzt und wollen auf die prekäre Lage auf dem Marburger Wohnungsmarkt aufmerksam machen.

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