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Delegationen feiern Einheit im Rathaus

Empfang Delegationen feiern Einheit im Rathaus

Feier zum Tag der Deutschen Einheit: Marburg und die Partnerstadt Eisenach erinnern im Rathaus an den Fall der Mauer und das Überwinden von Unterschieden - die Jugend sorge dafür.

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Marburg, Eisenach – eine Einheit: Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) und seine Amtskollegin Katja Wolf (Linke) während der Feier im Rathaus mit mehr als 100 Gästen, darunter mehrere Dutzend aus Thüringen. Foto: Nadine Weigel

Marburg. Ein wenig sahen sie wie ein Ehepaar aus: Als Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) seine Amtskollegin Katja Wolf (Linke) vor 100 Gästen im Rathaus zur Begrüßung in den Arm nahm. Es war eine symbolträchtige Geste. „Unsere Städtepartnerschaft ist und bleibt eine historische Verbindung und Herzensangelegenheit“, sagte Vaupel. Menschen einander näherzubringen sei vor 26 Jahren das Anliegen der Stadtspitzen gewesen. „Wir mussten damals nicht nur eine Grenze, sondern politische Systeme überwinden.“

„Beängstigend präsent“ seien an diesem 3. Oktober Kriege, Unfreiheit, Uneinigkeit - Syrien, Irak, Palästina, Ukraine. „Wir alle brauchen uns gegenseitig um für mehr Lebensqualität zu sorgen. Bildung, soziales Miteinander, politische Teilhabe, Respekt, Akzeptanz verschiedener Lebensentwürfe“, sagt Vaupel. In Diktaturen, auch der DDR, könne all das nicht gelebt werden. „Und mit beschönigenden Retrospektiven tut man sich keinen Gefallen, wenn man auf das Unrechts-Regime der DDR blickt“.

„Ich erinnere mich noch an die Ängste, die man anch der Wende spürte. Die Umbrüche waren nicht einfach“, sagt Katja Wolf. Wie weit man beim Zusammenwachsen von Ost und West vorangekommen sei, sehe sie an der Jugend. „Die Unterschiede, die einst da waren, kennen und machen die nachwachsenden Generationen nicht mehr.“ Für junge Leute sei zum Glück alles zur Normalität geworden, das für DDR-Bürger unerreichbar schien: Nordsee, die Alpen, Paris - Freiheit. „Es sind die kleinen Dinge, die privaten Ereignisse, die Menschen in Erinnerung und im Herzen bleiben“, sagt Wolf. Die Marburger, die Eisenacher, Menschen aus Ost und West „müssen sich gegenseitig Geschichten erzählen, sich berühren, um zu verstehen“. So, wie die Städtepartner, die seit 26 Jahren einen stetigen Austausch pflegen - etwa in Vereinen oder über Besuche der Stadtteilgemeinden.

von Björn Wisker

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