Die studentischen Besetzer im Institut für Politikwissenschaften.
Marburg. Uni-Präsident Professor Volker Nienhaus hatte in die gestrige Senatssitzung eine Abordnung der Studierenden eingeladen, die am Donnerstag im Zuge des in der vergangenen Woche zu Ende gegangenen Bildungsstreiks das Institut für Politikwissenschaften besetzt hatten. Dabei machte Nienhaus zu Beginn der anderthalbstündigen Diskussion klar, dass er sich nicht vorstellen könne, dass das Präsidium die Besetzung noch lange dulden könne.
Professor Karl Braun, Dekan des Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften und Philosophie, erläuterte, dass die Besetzung mittlerweile die Prüfungen und das Alltagsgeschäft im Institut behindere und einen Großteil der Studierenden störe. „Sie haben sich auf ein Machtspiel begeben, in dem es kein Augenmaß mehr gibt“, kritisierte Braun.
Eine Sprecherin der Besetzer sagte hingegen im Senat, es sei nicht das Anliegen der Studenten, ihre Kommilitonen am Studium zu hindern. Sie verwies darauf, dass die Besetzer nicht den gesamten G-Block abgesperrt hätten und sogar einzelne Prüfungen mit ermöglicht hätten. Die Besetzung sei aber deswegen notwendig, um den seit Jahren vorhandenen und bisher größtenteils unerfüllten Forderungen den entscheidenden Nachdruck zu verleihen.
von Manfred Hitzeroth
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