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Debatte über Gestaltungsbeirat

Bauausschuss Debatte über Gestaltungsbeirat

Eine Debatte über Sinn oder Unsinn des Marburger Gestaltungsbeirates entzündete sich im Bauausschuss an einem Antrag der „Piratenpartei“.

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Der Gestaltungsbeirat mit dem Vorsitzenden Holger Zimmer (Dritter von links) bei der Konstituierung im Jahr 2012 – umrahmt von Ex-OB Egon Vaupel und Bürgermeister Dr. Franz Kahle.

Quelle: Thorsten Richter (Archiv)

Marburg. „Der Gestaltungsbeirat kostet nur Geld und bringt der Stadt nichts“: So fasste Dr. Michael Weber seine Grundsatz-Kritik an dem Gremium zusammen, das den Magistrat und die Stadtverwaltung in Sachen der Gestaltung von Bauprojekten berät. In einem Antrag, der im Bau- und Planungsausschuss beraten wurde, forderte Weber die Abschaffung des Gestaltungsbeirates zum 1. Januar kommenden Jahres.

Der Gestaltungsbeirat, der sich nach einer Anlaufphase im Jahr 2012 neu konstituiert hatte, besteht aus vier externen und ­einem Marburger Gebäude-­ und Gestaltungsexperten, die turnusmäßig alle zwei Monate­ tagen und konkrete Hinweise­ zu jeweils anstehenden Bau- oder Sanierungsprojekten geben. Das Gremium sei aber nicht durch die hessische Gemeindeordnung legitimiert, kritisiert Weber. Zudem verursache es pro Jahr 18000 Euro Kosten - und das im Gegensatz zu anderen Gremien, in denen ­Ehrenamtliche unentgeltlich ­Arbeit leisten würden. Zudem habe der Beirat bisher „keine positiv herausragenden Beiträge­ zur Marburger Stadtgestaltung beigetragen“, bemängelt Weber. Vielmehr habe das Gremium „vornehmlich die gleichen schuhkartonartig anmutenden und damit langweiligen und nicht ins Marburger Stadtbild passenden Flachdachgebäude propagiert“. Diese Kritik konnte Sonja Sell (SPD) nicht nachvollziehen.

Es sei unangemessen, dem Gestaltungsbeirat die Schuld an Neubauprojekten zuzuschieben, merkte Sell an. Der Gestaltungsbeirat verrichte gute Arbeit, sagte die SPD-Politikerin. Dieser Auffassung schloss sich auch Marco Nezi (Grüne) an. Das Gremium bringe Professionalität in die Debatte über Bauwerke, so Nezi. Auch Stadtplaner Reinhold Kulle verteidigte die „intensive Arbeit“ des Gestaltungsbeirates, der auch die Arbeit der Stadtverwaltung bereichere. In dem Gremium gebe es immer „sehr ernsthafte und verantwortungsvolle Diskussionen“. Zwar stimmten auch Manfred Jannasch (CDU) und Christoph Ditschler (FDP) der Kritik von Weber prinzipiell zu. Doch die Vertreter von CDU und FDP enthielten sich bei der Abstimmung der Stimme. Da der Antragsteller nicht stimmberechtigtes Mitglied des Ausschusses ist, gab es keine Ja-Stimmen für den Antrag.

von Manfred Hitzeroth

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