Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 0 ° wolkig

Navigation:
Debatte am Straßenrand bei Dauerregen

OP-Diskussion über Verkehr im Nordviertel Debatte am Straßenrand bei Dauerregen

Eine breite Palette von Meinungen und Anregungen gab es rund um das Thema „Verkehr im Nordviertel“ beim OP-Ortstermin.

Voriger Artikel
Debatte am Straßenrand bei Dauerregen
Nächster Artikel
Migration ist „Normalzustand“ der Geschichte

Bei der OP-Diskussion zum Nordviertel-Verkehr kam auch Henning Köster (Marburger Linke) zu Wort, den der stellvertretende OP-Chefredakteur Till Conrad befragte.

Quelle: Ruth Korte

Marburg. „Das Verkehrsverhalten der Autofahrer passt sich erst langsam an. Wenn eine Optimierung der Ampelschaltungen nicht ausreicht, dann müssen wir über weitere Lösungen nachdenken“, sagte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) über den städtischen Verkehrsversuch rund um die Bahnhofstraße.

Das Ziel dieses Verkehrsversuchs sei es mittelfristig vor allem, den Autoverkehr in der Elisabethstraße zu verringern, machte Uwe Volz (Grüne) deutlich. Deswegen sollten die Verkehrsteilnehmer perspektivisch darauf hingeleitet werden, dass sie vom Hauptbahnhof kommend auf der Bahnhofstraße stadteinwärts bereits bei der ersten möglichen Abzweigung nach links in die Robert-Koch-Straße abbiegen.

Erhoffte Entlastung nicht erreicht

Dadurch würden diese Autos gar nicht durch die Elisabethstraße weiter Richtung Innenstadt fahren. Die Voraussetzung für ein solches geändertes Verkehrsverhalten wurde durch die neue Gestaltung des Straßenraums im Zuge des Verkehrsversuchs geschaffen, wobei die Einbahnstraßen-Richtung in der Robert-Koch-Straße aufgehoben wurde.

Rund 11.000 Autos pro Tag fuhren bisher ab der Bahnhofstraße weiter über die Elisabethstraße. Das Ziel des Verkehrsversuches war es, zunächst eine Reduktion dieser Zahl um 40 Prozent zu erreichen, erläuterte OP-Redakteur Björn Wisker. Bisher seien offiziellen Verkehrszählungen zufolge nach dem Beginn des Verkehrsversuchs aber nur 10 Prozent der Autofahrer in die Robert-Koch-Straße abgebogen.

„Die gesamte Diskussion wäre beendet, wenn der Pilgrimstein gesperrt wäre“, warf Bürger Friedrich Blackkolb in die Debatte ein. Doch die Route von der Elisabethstraße über den Pilgrimstein führe bisher immer noch auf dem direktesten Weg in die Innenstadt.

Frese forfert schlüssiges Gesamtkonzept

Der Marburger ist eigentlich kein Autofahrer, sondern nutzt den Bus als Verkehrsmittel. Wenn er aber Auto fahren würde, dann würde er auch nicht den Umweg durch die Robert-Koch-Straße benutzen, sagte er.

Die bisherige Umsetzung des Verkehrsversuchs bezeichnete Roland Frese (Bürger für Marburg) als „nicht ideal“.  Stattdessen forderte er ein schlüssiges Gesamtkonzept für den Verkehr im Nordviertel und der gesamten Stadt – und im Besonderen ein funktionierendes Parkleitsystem sowie ein ergänzendes Verkehrsleitsystem.

Besonders unzufrieden zeigte sich Christoph Ditschler (FDP) mit dem bisher Erreichten. „Der Oberbürgermeister braucht die Größe, einzusehen, dass der Verkehrsversuch gescheitert ist“, bilanzierte Ditschler.

Die meisten hielten 
eine Stunde lang aus

Hermann Uchtmann (Marburger Bürgerliste) wies darauf hin, dass die Probleme im Nordviertel rund um die Bahnhofstraße eigentlich nur während der Hauptverkehrszeit auftreten würden. „Vor dem Verkehrsversuch war dort der Verkehr in der Rush-hour flüssiger“, meinte Uchtmann. Das eigentliche Ziel der Entlastung der Elisabethstraße sei aber nicht erreicht worden.

Nach rund einer Stunde endete die Veranstaltung, zu der die OP Parteienvertreter und Bürger eingeladen hatte. Dass die meisten der rund 70 Teilnehmer trotz widrigster Wetterbedingungen bei Regen und Schnee bis zum Ende aushielten, war wohl auch ein Indiz dafür, wie spannend dieses Thema für die meisten Diskutanten war.

von Manfred Hitzeroth

 
Rund 70 Parteienvertreter und Bürger harrten trotz Dauerregen und Schnee aus. Foto: Ruth Korte
 
Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr