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Dauer-Baustelle plagt Anwohner

Mobilität Dauer-Baustelle plagt Anwohner

Eine Schlaf-Baustelle in Cappel treibt viele Anwohner auf die Barrikaden. Im Lichtenholz wird die Bushaltestelle wegen der Bauarbeiten seit Wochen nicht angefahren - und ein Ende ist nicht in Sicht.

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Anwohner klagen darüber, dass in Cappel nur selten Bauarbeiter ihrer Arbeit nachgehen. Foto: Björn Wisker

Cappel. Angelika Rebensdorf ist wütend. Ihr Frustpegel steigt jedesmal, wenn sie aus dem Fenster schaut und sie die Baustelle in der Straße Im Lichtenholz sieht, auf der kein Arbeiter zu sehen ist. „Tagelang hat hier niemand einen Finger krumm gemacht“, sagt sie. Selbst an Tagen, wo Bauarbeiter da waren, seien sie nach kurzer Zeit wieder abgehauen.

Wie die Anwohnerin erfahren haben will, seien nach den Rohrverlegungsarbeiten plötzlich Wasserproben genommen worden. Alle zwei Tage bedeutete das Arbeitsstillstand. Das ist richtig, bestätigt die Stadtverwaltung auf OP-Nachfrage. Wegen eines Wasserrohrbruchs riss die Stadt die Straße vor kurzem auf und erneuerte marode Leitungen auf einer Länge von 60 Metern. Dass die Baustelle zwischenzeitlich mehrere Tage ruhte, erklärt Edith Pfingst, Sprecherin der Stadt, mit der nötigen Wasserreinigung in Rohren. „Verschiedene Proben müssen dort genommen und ausgewertet werden. Da müssen zwingend einige Tage dazwischen liegen“, sagt sie.

Das Problem der Verzögerung: Eine Bushaltestelle ist gesperrt, wird nicht angefahren. Das nervt die Anwohner. „Ein ganzer Stadtteil ist seit Wochen abgeschnitten“, sagt Rebensdorf. In der Siedlung, in der viele Kranke und Alte wohnen, könne kaum jemand mehr die Gegend verlassen. Sie selbst müsse regelmäßig zu Untersuchungen auf die Lahnberge. Ein Bus? Fehlanzeige. Stattdessen 16 Euro für Hin- und Rückfahrt zur Klinik - für ein Taxi. „Wozu kauft man denn Monatskarten?“ Sie fordert einen Shuttlebus von den Stadtwerken. „Überall fließt der Verkehr trotz Baustellen weiter, nur hier passiert gar nix.“

Für die Nachbarschaft kommt es noch schlimmer: Jetzt, wo die Rohrverlegungen beendet sind, reißt das Tiefbau-Amt die Straße abermals auf - um neuen Asphalt zu verlegen. „Die Straße ist in einem schlechten Zustand, daher wird die Fahrbahndecke erneuert“, sagt Pfingst. Der Auftrag sei am vergangenen Freitag einer Firma erteilt worden, die jetzt mit ihren Fahrbahnreparaturen beginnt. Fakt ist: „Fünf bis sieben Tage werden diese Bauarbeiten dann dauern“, sagt die Verwaltungssprecherin. „Das kann doch nicht deren Ernst sein. Dann gibt’s nochmal tagelang keine Chance, von hier wegzukommen“, kontert Rebensburg - ihr Frustpegel wird vorerst wohl nicht sinken.

von Björn Wisker

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