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Datendiebstahl – Machen Sie den Test!

Digitale Welt Datendiebstahl – Machen Sie den Test!

Es ist schon das zweite Mal in diesem Jahr, dass das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die Bürger vor Identitätsdiebstahl warnt. Betroffen sind unter anderem GMX- und Telekom-Kunden.

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Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt vor Identitätsdiebstahl im Internet.

Quelle: Antje Delater/pixelio.de

Marburg. Was ist passiert?
Die Staatsanwaltschaft Verden ist auf einen Datensatz mit 18 Millionen E-Mail-Adressen und den dazugehörigen Passwörtern gestoßen. Wie und wo genau die Daten gefunden wurden ist unbekannt.
 

Was können Hacker mit meinen E-Mail-Daten anfangen?
 Für Zugangsdaten gibt es einen florierenden Schwarzmarkt. Hacker können damit zum Beispiel Spam-Mails über Ihre vertrauenswürdige E-Mail-Adresse versenden. Sie können sich damit aber auch Zugang zu Ihrem Amazon-Konto verschaffen und über Ihr Konto einkaufen. Oder in Ihrem Namen peinliche ­Facebook-Posts veröffentlichen und dann Ihr Passwort ändern, sodass Sie selber keinen Zugriff mehr auf Ihr eigenes Profil haben. Die Liste der unangenehmen Verwendungszwecke ist lang. Bei dieser Form der Internetkriminalität spricht man von Identitätsdiebstahl. Das Phänomen ist weit verbreitet und betrifft jährlich allein in Deutschland Tausende von Internetnutzern.

Bin ich betroffen?
 Wenn Ihre Bekannten Sie fragen, warum Sie Viagra-­Werbe-E-Mails verschicken, sind Sie wahrscheinlich betroffen. Auch ein Browser, der Sie eigenständig auf Werbewebsites führt und die Standardsuche (z.B. Google) verstellt, ist ein Indiz. In den Medien kursieren seit Tagen die E-Mail-Anbieter Deutsche Telekom / T-Online, Freenet, GMX.de, Kabel Deutschland, Vodafone und Web.de. Das heißt aber nicht, dass alle oder nur Kunden der ­genannten Provider betroffen sind. Die deutschen Provider haben sich mit dem BSI abgestimmt und benachrichtigen betroffene Kunden direkt. In der E-Mail stehen nächste Schritte.

Ich habe eine Gmail-Adresse / einen eigenen E-Mail-Server – kann ich trotzdem betroffen sein?
 Egal, über welchen Service Sie Ihre E-Mails empfangen – Sie können betroffen sein. Deshalb sollten Sie sichergehen und Ihre Adresse in jedem Falle unter www.sicherheitstest.bsi.de überprüfen.

Wie funktioniert der Test?
Sie geben auf sicherheitstest.bsi.de Ihre E-Mail-Adresse ein. Das BSI-Programm prüft, ob ­Ihre Adresse eine der ­gestohlenen ist. Wenn das der Fall ist, bekommen Sie nach dem Test ­eine E-Mail vom BSI. Wenn Sie nicht betroffen sind, erhalten Sie keine Benachrichtigung. Sie können den Test mit ver­schiedenen Adressen wiederholen.

Meine Daten sind dabei – was nun?
 Als erstes müssen Sie die Schadsoftware loswerden, die wahrscheinlich auf Ihrem Computer ist. Das Programm „PC-Cleaner“ finden Sie dazu unter www.bsi-fuer-buerger.de.

Wie sind die Hacker an die Daten gekommen?
In der Regel gelangen die Online-Kriminellen an fremde digitale Identitäten, indem sie PCs mit Schadsoftware infizieren. Ein Teil der Software „liest“ mit, was Sie tippen und übermittelt die Daten an die Hacker. In anderen Fällen dringen die Hacker zum Beispiel in die Datenbanken eines Forums ein und kopieren die registrierten Benutzerprofile inklusive unverschlüsselter Passwörter. Deshalb gilt: Wenn Sie Ihr Passwort bei mehreren Diensten nutzen, ist jeder der Dienste nur so gut geschützt, wie der schwächste aller mit diesem Passwort genutzten Dienste. Besonders E-Mail-Konto, Online-Banking und andere sensible Dienste sollten sie mit möglichst sicheren und individuellen Passwörtern schützen.

Wie kann ich mich schützen?
Browser, Betriebssystem- und Virenscanner-Updates immer installieren. Wichtige Passwörter nicht mehrfach nutzen. Sichere Passwörter und wenn möglich Zwei-Schritt-Identifizierung nutzen. Dabei werden Sie beim Login nach einem Code gefragt, den Sie per SMS geschickt bekommen. Ein Hacker braucht dann also nicht nur Adresse und Passwort, sondern auch Ihr Handy.

Wie Sie ein sicheres Passwort erstellen, das Sie sich trotzdem merken können, lesen Sie hier op-marburg.de/passwoerter

UMFRAGE (von Peter Gassner)

Hans Blatt (72): Ich habe bereits meine Passwörter geändert, auch beim Router. Außerdem habe ich ein Virenprogramm durchlaufen lassen. Wir müssen aber damit rechnen, dass mit den Konten immer etwas passieren kann. Ich gebe daher generell so wenig persönliche Daten an wie möglich.

Nadja Kutowski (22): Ein bisschen Angst habe ich schon, aber unternommen habe ich noch nichts. Ich habe als Studentin ohnehin nicht so viel Geld, als dass man meine Konten leerräumen könnte. Von daher denke ich nicht, dass ich davon betroffen bin und habe auch noch keine Nachricht erhalten.

Sebastian Gentili (21): Sicherlich hat man etwas Angst, aber ich denke da eigentlich nicht drüber nach. Dafür ist die Gefahr dann doch zu weit weg. Eigentlich benutze ich sogar lieber E-Mails für persönliche Angaben als zum Beispiel Whats­app, weil es mir normalerweise  so sicherer erscheint.

Simone Stitz (29): Ich habe da keine Angst. Ich habe immer schon regelmäßig meine Passwörter geändert. Ich verschicke grundsätzlich keine wichtigen oder persönlichen Daten per Mail, denn davor wird ja immer gewarnt. Ansonsten mache ich im Internet aber Online-Banking.

Horst Haas (52): Ich habe grundsätzlich keine Angst, denn ich ändere regelmäßig meine Passwörter. Trotzdem können sie natürlich täglich geknackt werden. Als Banker gebe ich auch keinesfalls Kontodaten im Internet an – ich kenne Kunden, die da erheblichen Schaden erlitten haben.

Umfrage und Fotos: Peter Gassner

von Thomas Strothjohann

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