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Das würde die Planung kosten

Straßenbahn-Bau Das würde die Planung kosten

Hessen Mobil bestätigt die „prinzipielle Förderfähigkeit“ für einen Straßenbahn-Neubau in Marburg. Die Planungskosten: mehrere Millionen Euro.

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Riesenbus in Konkurrenz zur Straßenbahn: Fraunhofer-Prototyp „Auto-Tram“.

Quelle: Hersteller

Marburg. Den Straßenbahn-Neu- und Ausbau in Hessen hat die Landesregierung in den letzten zehn Jahren mit rund 239 Millionen Euro gefördert. In 66 Bauvorhaben wurden nach Angaben von Hessen Mobil große Teile des Trassenbaus samt Wendeanlagen oder Bahnübergängen bezuschusst. Da der Neu- und Ausbau von Straßenbahntrassen „prinzipiell der Verbesserung der Verkehrsverhältnisse“ diene, sei dieser grundsätzlich förderfähig.

Die Landesbehörde verweist aber speziell bei der Wiedereinführung einer Tram auf „hohe Aufwendungen für Planungsleistungen“. Wie hoch wären diese in Marburg? Ein Indiz liefert der Ausbau der Regio-Tram Kassel nach Vellmar (Strecke: vier Kilometer, Marburg: 4,7 Kilometer), der mit 33 Millionen Euro Baukosten veranschlagt wurde. Planungskosten: 2,6 Millionen Euro. Für Marburg gehen die Verkehrsplaner IGDB von drei Millionen Euro aus - dieser Betrag sei aber in der Uni-Tram-Konzeptstudie bereits in den kommunalen Eigenanteil (9,1 Millionen Euro) eingerechnet.

SPD-Verkehrspolitikerin Sonja Sell hat beim Treffen des Fahrgastverbands „Pro Bahn“ Mittelhessen nun Oberleitungs- und Induktionsbusse als eine mögliche Alternative zur Lahnberge-Straßenbahn in die Diskussion gebracht. Sie verweist bei dem Vorschlag auf das nun anlaufende 30 Millionen Euro umfassende „Förderprogramm zur batterieelektrischen Elektromobilität“ des Bundesverkehrsministeriums. O-Busse beziehen den Strom aus Fahrleitungen, die über der Straße aufgehängt sind. Bereits zwischen 1951 und 1968 verband ein Oberleitungsbus den Marburger Haupt- mit dem Südbahnhof. In Berlin prüfen die Verkehrsbetriebe derzeit eine Wiedereinführung. „Das größere Verkehrsmittel sollte in Marburg der Favorit sein“, sagt Thomas Kraft von „Pro Bahn“ zur Alternatividee O-Bus.

Das Fraunhofer-Institut entwickelte bereits vor zehn Jahren die „Auto-Tram“ - ein Riesenbus, der 30 Meter lang ist, ohne Oberleitungen fährt und 250 Fahrgäste transportieren kann. Eine Kapazität ähnlich der von Straßenbahnen - ohne den Infrastrukturaufwand. Zum Vergleich: Der 23 Meter lange Buszug der Stadtwerke hat Platz für 180 Passagiere. Im rein elektrischen Betrieb kann die „Auto-Tram“ acht Kilometer, benzinbetrieben mehr zurücklegen. Jedoch: In Serie produziert wurde das Hybridfahrzeug nie.

von Björn Wisker
und Freya Altmüller

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