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Das wünscht sich Marburg für 2015

Gute Vorsätze Das wünscht sich Marburg für 2015

Was nehmen sich die Marburger für 2015 vor? Welche positive Entwicklung wünschen sie sich von ihrer Stadt?

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Eine Wunderlampe, wie sie Aladin aus 1001 Nacht besessen hat, wünscht sich jeder, der Wünsche hat.

Quelle: Fotolia

Marburg. Die OP hat sich in der Universitätsstadt umgehört und Persönliches erfahren. Außer den individuellen Vorsätzen haben die Befragten auch ein paar Wünsche an die Stadt geäußert. Welche Vorsätze soll sich Marburg machen?

Das Thema Städtebau fand sich bei vielen Wünschen wieder, teilweise gingen die Meinungen aber auch in entgegengesetzte Richtungen. So hofft zum Beispiel Heinz Keßler, dass die Städtebauer im nächsten Jahr ein wenig mehr Augenmaß an den Tag legen. „Ich wünsche mir, dass das schöne Marburger Stadtbild nicht noch weiter von neuen protzigen Gebäuden verändert und verbaut wird. Konkret fallen mir da direkt der Campus und die Stadthalle ein.“

Pro und Contra große Bauprojekte

Was das äußere Erscheinungsbild der Stadt angeht, wünscht sich Jonas Frobel mehr Sauberkeit, nicht zuletzt auf den Lahnwiesen. „Ich finde es schade, wie die Marburger in dieser Hinsicht mit ihrer Stadt umgehen.“ Was den Städtebau angeht, so widerspricht Frobels Vorstellung der von Heinz Keßler: „Ich würde mich freuen, wenn 2015 einige Infrastruktur-Maßnahmen in die Wege geleitet würden. Da denke ich an eine große Einkaufsmöglichkeit, wie zum Beispiel das Forum in Wetzlar.“

Wunsch nach mehr Einkaufsmöglichkeiten

Auch Franziska Rothmund ist mit der Auswahl an Geschäften in Marburg nicht ganz zufrieden: „Hätte ich einen Wunsch frei, wären das mehr Einkaufsmöglichkeiten in der Innenstadt, auch wenn die Shopping-Mall ja nicht kommen soll“, sagt Franziska Rothmund. Das wären allerdings sehr große Veränderungen. Eine Nummer zu groß, wie Anke Orlow findet: „Diese großen Projekte passen meiner Meinung nach nicht zu Marburg. Mir gefallen die kleineren Geschäfte von jungen Unternehmern besser. Die haben oft gute Ideen.“ Leider müssten diese trotzdem zu oft schnell wieder schließen, findet Orlow und wünscht sich deshalb, dass Kreativität in diesem Bereich mehr gefördert wird. „Ich würde mich freuen, wenn den schönen kleinen Läden ein guter Start ermöglicht werden könnte.“

Unbürokratische Lösungen für den Alltag als Lehrerin

Eine weniger städtebauliche, dafür umso brennendere Herzensangelegenheit äußert die Lehrerin Sandra Muth: „Ich würde mich freuen, wenn das Augenmerk der Politiker öfter auf Bildung und Jugendarbeit fallen würde.“ In ihrem Beruf komme es zunehmend auf Inklusion an. Bürokratische Hindernisse erschwerten ihr und ihren Kollegen, im Alltag den individuellen Bedürfnissen der Schüler gerecht zu werden. „Deshalb wünsche ich mir, dass es auch mal möglich ist, auf kurzem unbürokratischen Weg personelle Verstärkung zu erhalten, wenn es die Umstände erfordern.“

Ein angehender Kollege, Mathis Ullrich, ist derzeit auf Jobsuche. Am liebsten bliebe der gebürtige Marburger in der Region, das gestalte sich aber schwierig: „Die Anzahl der Zulassungen für Lehramtsstudiengänge steht in keinem Verhältnis zu den tatsächlich freien Stellen. Da bin ich vor meinem Studium falsch beraten worden.“ Damit es zukünftigen Studenten einmal besser geht, wünscht sich Ullrich: „Mehr Transparenz und eine Studienberatung, die auch die längerfristigen Entwicklungen berücksichtigt.“ Davon einmal abgesehen, hofft er, dass Marburg so vielfältig bleibt, wie er es kennt, und die Politik deshalb auch die Wohnungssituation für die Studenten im Blick behält.

Bedürfnis nach mehr Sicherheit

Eine andere Entwicklung beunruhigt Jonas Frobel ein wenig: „Ich würde mich gerne in der Oberstadt wieder richtig sicher fühlen. Meinem Empfinden nach haben sich dort die Schlägereien und Gewalttaten unter Alkoholeinfluss sehr gehäuft.“

Birgit Dittmann findet: „In und um Marburg funktioniert so Manches doch ganz ordentlich. Leider werden gut laufende Systeme allzu häufig geändert, weil es sich die Politiker so wünschen.“ Ein konkretes Beispiel fällt der ehemaligen Busfahrerin gleich ein: „Die Buslinien drei und sechs haben immer gut funktioniert. Die Änderungen haben es eher komplizierter gemacht.“ Was Birgit Dittmann nicht so gut gefällt, ist die Versorgung mit Kita-Plätzen außerhalb von Marburg.

„Das Parken ist eine Zumutung“

Außerdem berichtet sie von dem großen alltäglichen Problem, einen Parkplatz in der Stadt zu finden.

Vor dieser Herausforderung steht auch Florian Schmidt regelmäßig. „Das Parken ist eine Zumutung, deshalb wünsche ich mir mehr Kulanz von den Behörden, was Strafzettel angeht“, sagt der Handwerker.

Außer einem passenden Stellplatz für ihr Auto vermisst Susanne Münn Aufenthalts- und Rückzugsorte in dem Trubel der Stadt: „Ich denke da an schöne, ruhige Orte, an denen man zur Ruhe kommen kann – kleine grüne Flecken. Das wäre mir wichtiger als die vielen großen Projekte, die in Marburg so geplant sind.“

Bei allen guten Wünschen für Stadt und Landkreis, relativiert Rudolf Zinser abschließend: „Schön wäre auch, wenn wir 2015 nicht so viel jammern würden. Das geschieht in Marburg auf einem hohen Niveau. Wir sollten uns bewusst machen, dass es anderen Menschen viel schlechter geht.“

„Das Positive sehen: Es bewegt sich etwas“

Dann fügt Zinser noch als Ausblick hinzu: „Manchmal reicht es, die Dinge aus einer anderen Sichtweise zu betrachten. Statt sich über die vielen Baustellen in der Stadt zu beschweren, kann man auch versuchen, das Positive daran zu sehen: Immerhin bewegt sich etwas.“

von Björn Wisker und Philipp Lauer

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