Such die Moschee: Drei Muslima aus Marburg versuchen auf den Bildern von Rami Tufi Anzeichen zu entdeckten, dass hier eine Moschee abgebildet ist.
Marburg. Natürlich waren bei der Ausstellungseröffnung am Dienstagabend die vor Kurzem vorgestellten Pläne für eine neue Moschee in Marburg das Hauptthema.
Oberbürgermeister Egon Vaupel verwies dabei auf die Aufregung, die es 2007 um erste Planungen gegeben hatte – aber auch darauf, dass aus dieser Aufregung mit dem runden Tisch für Integration ein Gremium entstanden sei, das zu besserem Verständnis zwischen den Religionen und einer Vertrauensbasis geführt habe, welche die jetzigen Pläne erst möglich mache.
„Die Diskussion wird heute sehr ruhig und sachlich geführt und das ist dem Selbstverständnis Marburgs auch angemessener“, so Vaupel. Das sah auch Bilal-Farouk El-Zayet so. Der Vorsitzende der muslimischen Gemeinde Marburg verwies auf die Minarett-Diskussion in der Schweiz, die von Politik und Medien an der Realität vorbei inszeniert worden sei.
„Wir sind eine neue Generation Muslime, die Deutschland als ihr Zuhause betrachtet und die ihr ganzes Leben hier verbringt. Behelfsmäßige Gebetsräume in Lagerhallen und Wohnungen passen nicht mehr zu diesem Selbstverständnis“, sagte El-Zayet. Damit verwies er auf die zehn Bilder der Ausstellung, die vorwiegend triste Hinterhöfe und schlichte Hausfassaden zeigen – nur wer es weiß, findet hier das Gebetshaus.
Die Fotoausstellung „Häuser für Gebete“ ist noch bis zum 20. August im Rathaus zu sehen und kann dienstags bis sonntags von 11 bis 16 Uhr besucht werden.
von Christoph Wohlleben
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