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Das sind die Lokschuppen-Konzepte

Waggonhallenareal Das sind die Lokschuppen-Konzepte

Vier Interessenten für den Lokschuppen gibt es, drei sind nach der ersten Sitzung des Auswahlgremiums übriggeblieben. Nicht im Wettbewerb vertreten ist S+S-Immobilien samt der lange verfolgten Wohnungsbaupläne.

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Der Lokschuppen an der Waggonhalle verfällt seit Jahren, die Privatisierung des Gebäudes wird vorangetrieben. Fotos: Thorsten Richter / Pressestelle Stadt Marburg

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Nach OP-Informationen handelt es sich bei den vier Investoren, die bis zum Stichtag 31. März Angebote abgegeben haben, neben dem Lokschuppenverein um eine Bietergemeinschaft mit dem Christus Treff im Hintergrund, eine Gemeinschaft von Start-up-Unternehmen sowie die Kling GmbH aus Karben.

Letztere sind jedoch nach der Sitzung des Auswahlgremiums ausgeschieden, der Fokus auf Wohnungsbau samt Mängel beim Denkmalschutz sollen die Hauptgründe für das Aus gewesen sein. Das Marburger Immobilienunternehmen S+S, das im Vorfeld der Ausschreibung mehrfach Interesse an der Errichtung von Wohnungen auf dem Waggonhallenareal signalisierte, hat offenbar an der offiziellen Ausschreibung nicht selbst teilgenommen.

Das planen die drei verbliebenen Investoren nach Angaben der Stadtverwaltung:

nLokschuppenverein: „Begegnungsstätte für Mensch, Technik, Kultur, Geschichte, Handwerk und Bildung“. Das Ziel des Projektes ist es, den Gebäudekomplex zu sanieren, so weit wie möglich zu erhalten und zum überregionalen Anlaufpunkt für Interessierte der Technikgeschichte und Lokomotiven zu entwickeln. Das komplette Gelände soll für Sonderfahrten mit alten Lokomotiven nutzbar und dem Tourismus zugänglich gemacht werden. Dazu würde die Drehscheibe erhalten und im Inneren des Lokschuppens ein flexibler Boden eingerichtet werden. Drei der 16 Lokstände blieben in ihrer ursprünglichen Funktion erhalten. Sichtbarstes Merkmal des Konzepts wäre eine Glasriegelkonstruktion in den Tür- und Fensterbereichen des Lokschuppens. Das Werkstattgebäude soll als Präsentations- und Ausstellungsraum dienen. Die Außenfläche böte Platz für Veranstaltungen, auch für das Theater der Waggonhalle.

Kaufpreis wird Thema inzweiter Auswahlrunde

nBietergemeinschaft Christus Treff: „Kultur- und Begegnungszentrum Drehscheibe-Lokschuppen“: Ein neues gläsernes Atrium mit Sichtachse auf Drehscheibe und Stadt soll laut diesem Vorschlag architektonisch mehrere Raumkonzepte miteinander verbinden: auf der einen Seite einen Veranstaltungsraum für kulturelle Events, Gottesdienste sowie als offene Begegnungsfläche und auf der anderen Seite ein Kreativraum mit Büros, Ateliers und Meetingräumen für die Kunst-, Kreativ- und Kulturszene. Ein Konzept für studentisches Wohnen käme integriert in die historische Industriekultur des Lokschuppens hinzu. Im angrenzenden Werkstattgebäude entstünden auf zwei Ebenen Verwaltungs- und Seminarräume sowie ein Erlebnisbereich für Kinder.

nStart-up-Zusammenschluss: Baulich will dieses Projekt die historische Hülle der Waggonhalle erhalten und um ein Dach mit Glaselementen ergänzen. In die Hülle hineingebaut werden sollen, so der Plan, separat beheizbare Teilbaukörper. Öffentliche Tagungsräume und eine Ausstellungsfläche wären sowohl für das Theater der Waggonhalle und die Gastronomie des Rotkehlchens als auch zur Vermietung für Veranstaltungen nutzbar.

Ergänzt würde das bestehende Gebäude um eine private Arbeitsfläche für die Marburger Kreativwirtschaft und Start-ups, wobei die Wände und das Dach des Lokschuppens erhalten und sichtbar bleiben. Im Werkstattgebäude entstünde ein Hotel- und Boarding-Haus mit 32 Zimmern, bei der genauen Ausgestaltung soll das Auswahlgremium miteinbezogen werden.

In der ersten Auswahlrunde wurden die Vorstellungen von den 24 Gremiumsmitgliedern (unter anderem Politiker, Verwaltungsmitarbeiter und Denkmalpfleger) auf die Aspekte Denkmalschutz, Architektur, Gestaltung, städtebauliches Konzept und Art der Nutzung, nach Wirtschaftlichkeit, Realisierungszeitraum und energetischem Konzept geprüft. Anfang Mai geht es in einer zweiten Runde um den Kaufpreis.

In der Vergangenheit betonte der Magistrat mehrfach, dass es der Kommune nicht um den höchstmöglichen Erlös, sondern um das inhaltlich zukunftsfähigste Nutzungskonzept gehe und daher auch ein Verkauf für den Symbolbetrag von einem Euro denkbar sei.

von Björn Wisker

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Ausschreibung
Die Büro- und Gemeinschaftsflächen sollen so – teilweise mit Glasabtrennungen – gestaltet werden, dass die historische Fassade immer zu sehen ist.

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