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Das richtige Wort zur richtigen Zeit

Pfingstgottesdienst Das richtige Wort zur richtigen Zeit

„EINzigartig verschieden“ war das Motto des gemeinsamen Pfingstgottesdienstes des Arbeitskreises Christlicher Kirchen in der Lutherischen Pfarrkirche. Dieses Jahr konnte er wegen schlechtem Wetter nicht auf der Schlossparkbühne stattfinden.

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Pfingstgottesdienst in der Lutherischen Pfarrkirche in Marburg: Das Team der evangelischen Jugend baut aus Pappkartons symbolisch einen Kirchturm. Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. In seiner Predigt vor rund 350 Besuchern las Dekan Burkhard zur Nieden aus dem ersten Korintherbrief Kapitel 12 vor. Darin heißt es, dass es zwar verschiedene Gaben, Ämter und Kräfte gebe, aber nur einen Geist, einen Herrn und einen Gott.

Als Beispiel führte zur Nieden die Flüchtlingskrise an. Die einen würden in Marburg helfen, die anderen reisten beispielsweise in die Türkei, um dort tätig zu werden.

„Es ist wichtig, das Verschiedene nicht zu sehr zu feiern, sondern uns auch daran zu erinnern, dass der Herr uns in eine Kirche berufen hat“, so zur Nieden.

So habe bei der Vorbereitung des ökumenischen Gottesdienstes jeder ein bisschen auf den anderen zugehen müssen, als evangelischer Pfarrer müsse er selbst beispielsweise an anderen Stellen im Gottesdienst aufstehen als üblich und Handlungen ausführen, die in der protestantischen Kirche nicht vorgesehen seien.

Als Symbol für die vielen Gaben und den einen Geist ließ Jugendpfarrerin Elke Kirchhoff-Müller von der Matthäuskirchengemeinde mit der Hilfe ihres Teams von der Evangelischen Jugend Marburg eine Kirche bauen. Gottesdienstbesucher brachten verstreute Pappkartons nach vorne und stapelten sie aufeinander.

„Freude, die überfließt“, sang die Gemeinde mit der Begleitung des Posaunenchors von der Elisabethkirchengemeinde und der kurhessischen Kantorei unter der Leitung von Leo Gatzke.

Im Fürbittengebet bat Pfarrerin Steffi Baltes vom Christus-Treff um Weisheit, die Gabe, ältere Menschen in der Gesellschaft zu würdigen und von ihrer Lebenserfahrung zu lernen.

Pfarrerin Kirchhoff-Müller bat: „Herr, schenke uns Glauben und Vertrauen gegen die Angst, die sich in unserer Gesellschaft breitmacht.“ Die Angst davor, zu kurz zu kommen, vor der Zukunft, vor der Zunahme von Gewalt. „Hilf uns, die Welt mit deinen Augen zu sehen und deine Liebe in die Gesellschaft zu tragen“.

Gemeinschaftspastor Stefan Piechottka von der Evangelischen Gemeinschaft Marburg-Ortenberg bat um die Kraft, Wunder zu tun. „Herr, du kannst alles tun und wir durch dich“. Als Symbol legte er einen Stein aus dem See Genezareth, über den Jesus gelaufen sein soll, auf den Altar.

Dechant Franz Langstein las aus dem zweiten Kapitel der Apostelgeschichte. Darin erschienen den Jüngern von Jesus „Zungen wie von Feuer“, die sich auf sie niederließen. „Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.“ Die Bewohner Jerusalems, die sich versammelten, konnten die Galiläer plötzlich verstehen: „Wir hören sie in unseren Sprachen von den großen Taten Gottes reden.“

Pfarrerin Baltes übersetzte die Geschichte in eine Bitte für die heutige Zeit: „Dass wir behutsam und in Liebe so von Jesus erzählen können, dass andere es verstehen, das richtige Wort zur richtigen Zeit.“

von Freya Altmüller

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