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Das macht die Stadt

Straßenbau Das macht die Stadt

Schlaglöcher, Dellen, Furchen und Risse: „Wir machen viel zu wenig Straßenbau“, sagte Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) - und auch viele Autofahrer beklagen den Zustand von Straßen in der Universitätsstadt.

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Frankfurter Straße, Stephan-Niederehe-Straße, Ockershäuser Allee, Gisonenweg/Lutherstraße: Die Schlaglöcher, Unebenheiten und Risse auf einigen Straßen in ­Marburg sorgen für Kritik von Autofahrern. Auch Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) benannte kürzlich Mängel im Umfang des Straßenbaus.

Quelle: Björn Wisker

Marburg. Das gesamte Straßennetz umfasst etwa 300 Kilo­meter. Kahle zufolge müsste die Stadtverwaltung eigentlich jährlich sechs Kilometer modernisieren, um nach 50 Jahren die gesamte Asphaltdecke einmal ausgebessert zu haben.

Tatsächlich repariere die Kommune nur einen Bruchteil davon, kritisierte er im Zuge des Sanierungs-Aus der Weidenhäuser Brücke. „Ich bin bekanntlich kein Straßenfetischist, aber es ist fahrlässig, überhaupt nichts zu machen - erst recht, wenn man Fördergelder zur Verfügung hat“, sagt er angesichts des drohenden Verfalls von Fördermitteln in Millionenhöhe.

Die OP macht den Fakten-­Check: Die Stadtverwaltung investierte in den vergangenen drei Jahren rund zwölf ­Millionen Euro in Neubau und ­substanzieller Erneuerung sowie weitere 8,5 ­Millionen Euro ­Instandhaltung von Straßen, Wegen und Plätzen. Etwa 20 Prozent dieser Summe musste nicht ­die Kommune tragen, sondern wurde durch Fördermittel bezuschusst.

Das umfassendste Straßenbauprojekt in dieser Zeit war die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes - auch die im Sommer begonnene Sanierung der Marburger Straße in Cappel, für die es auch Landesfördermittel gibt, zählt zu den aufwändigsten Vorhaben.

„Man kann in Marburg kaum eine Strecke fahren, ohne auf dem Fahrersitz durchgeschüttelt zu werden. Viele Hauptstraßen sind kaputt, und in einigen Wohngebieten ist es oft sogar noch schlimmer“, sagt Jürgen Becker (51, links), der als Handwerker tätig ist.

„Wir wissen um die Sanierungen, die grundsätzlich in näherer Zukunft anstehen“, sagt ­Sabine Preisler, Pressesprecherin der Stadt. Welche Sanierungen wann und in welchem Umfang tatsächlich anstehen, sei aber angesichts der Haushaltslage und der grundsätzlichen Entscheidungshoheit der Stadtverordnetenversammlung unklar. Dennoch: Laut des ab 2017 für fünf Jahre geltenden Investitionsprogramms stehen vor allem folgende Straßen im Fokus der Kommune:

  • Ausbau Deutschhausstraße
  • Ausbau Elisabethstraße
  • Neugestaltung Neustadt/Wettergasse in der Oberstadt
  • Ausbau Kugelgasse
  • Endausbau „Im Dorfe“
  • Straßenplanung Nordviertel
  • Erneuerung „In der Gemoll“
  • Endausbau Odenwaldstraße
  • Endausbau Magdeburger Straße in Wehrda
  • Endausbau Kleine Ortenberggasse
  • Endausbau „Zum Wall-graben“
  • Instandsetzung der Bunsenbrücke
  • Hangsicherung am Marbacher Weg
  • Umbau Knoten K82 / Industriestraße

Kleinere Maßnahmen Straßenneubau

  • Straßenbeleuchtung
  • Verkehrstechnik
  • Allgemeiner Brücken- und Ingenieurbau
  • Bau von Fuß- und Radwegen

Insgesamt sollen demnach 18,6 Millionen Euro investiert werden. Rechnet man die zuletzt gestrichenen Projekte­ Weidenhäuser Brücke, Rudolphsplatz-Umgestaltung und Afföller Wehr hinein, wären es 24,8 Millionen Euro.

Mittel- bis langfristiger Bedarf, „für den aber noch keine Kostenschätzungen genannt werden können“, ergeben sich laut Stadtverwaltung für folgende Straßen:

  • Bahnhofstraße
  • Frankfurter Straße
  • Konrad-Adenauer-Brücke
  • Kurt-Schumacher-Brücke
  • Wolfgang-Abendroth-Brücke (Mensasteg)
  • Georg-Voigt-Straße

„Manchmal habe ich das Gefühl, die schlechten Straßen sind Absicht, die Autos sollen kaputt gehen, um sie aus der Stadt raus zu haben. Es wird höchste Zeit, wenigstens die Hauptverkehrsstraßen in einen besseren Zustand zu bringen“, sagt Alexander Detsch (27), der täglich zu den Behringwerken fährt.

Wie bewerten Sie den Zustand von Marburgs Straßen, soll mehr Geld für Straßenbau ausgegeben werden? Stimmen Sie ab auf www.op-marburg.de

von Björn Wisker

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