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"Das ist kein Ort zum Saufen!"

Marburg b(u)y Night am Garten des Gedenkens "Das ist kein Ort zum Saufen!"

Ist eine Gedenkstätte, der Platz einer früheren Synagoge, der passende Ort für die Eröffnung der Aktion "Marburg b(u)y Night?" Ja, sagt der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde. Wichtig ist ihm aber, dass die Veranstaltung "schlicht" wird.

Marburg. Am 29. November erstrahlen in Marburg zahlreiche Sehenswürdigkeiten und Gebäude in buntem Lichterglanz. Der stimmungsvolle Start in die Adventszeit ist traditionell mit einer langen Einkaufsnacht in der Innenstadt verbunden: Die Aktion „Marburg b(u)y Night“, die vor acht Jahren vom Markt- und Aktionskreis (MAK) ins Leben gerufen wurde, ist alljährlich ein Garant für eine volle Innenstadt.

Das soll auch so bleiben, einzig die Eröffnungsveranstaltung soll anders als in den Vorjahren ausfallen. Diesmal ist die offizielle Eröffnung im neuen „Garten des Gedenkens“ geplant - auf dem früheren Platz der vor 75 Jahren abgebrannten Synagoge. Im vergangenen Jahr fand der Beginn auf dem Parkplatz am Pilgrimstein statt.

Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Amnon Orbach sagte der OP am Montag, er habe sich über die Anfrage der Veranstalter gefreut und sei damit einverstanden gewesen. Er hätte aber auch Oberbürgermeister Egon Vaupel um eine Einschätzung gebeten. Man sei sich einig gewesen, dass die Gedenkstätte der richtige Ort für einen offiziellen Beginn einer für die Stadt bedeutenden Aktion sei.

Orbach: Das ist kein Ort zum Saufen

„Dieses Grundstück soll ein Treffpunkt für alle sein“, so Orbach. Und weil der Oberbürgermeister als Stadtoberhaupt Schirmherr sei, dann sei die Eröffnung eine würdige Veranstaltung. Im Laufe der vergangenen Tage habe er aber erfahren, dass an dem Abend noch mehr geplant sei als er ursprünglich angenommen habe, so Orbach.

Er stellte daher auf Anfrage der OP klar: „Tanz oder Essen und Trinken sollen dort nicht angeboten werden. “ Das werde er auch der Stadt noch einmal mitteilen. „Das ist kein Ort zum Saufen“, sagte er über die Gedenkstätte. „Die Veranstaltung soll schlicht sein, aber dennoch fröhlich“, wünscht sich Orbach.

Bürgermeister Dr. Franz Kahle erklärte in Vertretung des erkrankten Oberbürgermeisters, dass keine Verkaufsstände auf dem Platz der früheren Synagoge vorgesehen seien. Allerdings sei geplant, Glühweinstände vor oder neben dem Platz aufzustellen. Das ist für Orbach ebenfalls nicht akzeptabel. Laut Kahle werde das Rahmenprogramm diesmal anders ausfallen als im vergangenen Jahr:

So wird jüdische Klezmer-Musik gespielt und die Illumination wird diesmal nicht per Startknopf angeschaltet. Kahle sagte, dass es generell verschiedene Ansichten darüber gibt, wie man religiöse oder historische Orte in Aktionen einbindet. So öffnen auch mehrere Kirchen ihre Pforten für das Lichtspektakel. „Es gibt gute Argumente dafür und gute dagegen“, so Kahle.

von Anna Ntemiris

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