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"Helfen um zu helfen"

Das andere Gesicht einer schönen Stadt

Hermannstadt in Rumänien ist schön und hat schon einiges aufzuweisen, doch gibt es auch dort noch große Armut. Viele alte, aber auch ganz junge Menschen sind auf die Hilfe anderer angewiesen.

Professor Günther Porr (von links) mit Manfred Kietzke, Lkw-Koordinator Johannes Scherer, Claus Schäfer und Bernd Fiebiger.

© Privatfoto

Niederwald. Hermannstadt im Kreis Sibiu in Siebenbürgen war 2007 zusammen mit Luxemburg Kulturhauptstadt Europas. Informiert man sich zum Beispiel auf der Internet-Plattform Wikipedia über Hermannstadt, ist Staunen angesagt. Dort wird eine durch und durch positive Entwicklungsgeschichte eines rasant aufstrebenden Wirtschaftsstandorts proklamiert mit einer Arbeitslosenquote unter dem Landesdurchschnitt und vielen Niederlassungen renommierter international
tätiger Firmen.

Auf anderen Portalen sieht man schnieke Häuser in einer schönen historischen Innenstadt mit sehenswerten Kirchen, eine saubere Fußgängerzone mit vielen westlichen Geschäften und bekannten Fastfoodketten. Da könnte man mal hinfahren.

Das denken sich die Mitglieder des Vereins „Helfen um zu helfen Marburg“ auch, allerdings nicht, um die Schönheiten der Stadt zu bewundern. Sie organisieren seit 14 Jahren meist zweimal jährlich die Fahrt von mindestens einem 40-Tonner aus Marburg nach Hermannstadt, voll bepackt mit Hilfsgütern für das Notwendigste zum Leben.

Denn der wirtschaftliche Aufschwung kommt keinesfalls, wie man eigentlich annehmen möchte, bei den Menschen vor Ort an. Die Verdienstmöglichkeiten sind sehr bescheiden, die Lebenshaltungskosten dafür sehr hoch. Im Alltag fehlt es an allen Ecken und Enden, für sehr, sehr viele Menschen gibt es keinen Ausweg aus der Armut, keine Perspektive, ob jung oder alt. Manfred Kietzke aus Niederwald und Bernd Fiebiger aus Bauerbach sind eigentlich immer mit dabei, wenn die Transporter nach Rumänien fahren. Und was sie dort mitten in Hermannstadt sehen und erleben, lässt sie immer weitermachen, weil die Menschen, die Hilfe benötigen, sonst keine Hilfe bekommen.

Hilfsgüter werden alle persönlich verteilt

Es geht schlicht um Bettwäsche, Laken und Kissenbezüge, um Hygieneartikel, Zahnpasta und Waschmittel. Auch um Schuhe und Kleidung, um sich überhaupt einmal noch aus seiner ärmlichen Unterkunft auf die Straße zu trauen. „Wir bringen Sachen für Kindergärten, Altenheime, Asylheime, Kliniken, Kirchen und auch für einzelne Personen und Familien“, sagt Manfred Kietzke. Alles wird persönlich übergeben, darauf legen die Vereinsmitglieder großen Wert. Deshalb begleiten sie den 40-Tonner stets mit einem Pkw auf seiner Fahrt nach Rumänien. Und natürlich sind schon viele engere Kontakte entstanden.

Etwa zu Professor Günther Porr, Leiter des Deutschen Forums und Leiter der Klinik in Hermannstadt, der zuletzt im Herbst in Marburg war. Warum Marburg? Nun zwischen Sibiu, also Hermannstadt, und Marburg gibt es aufgrund der Partnerschaft viele Verbindungen. Gerade in den Osterferien waren junge Marburger Basketballerinnen und Fußballer in Rumänien.   Sie bestritten Freundschaftsturniere und absolvierten ein schönes kulturelles Programm.  

Doch zurück zur Situation in der Klinik: Dort werden Rollatoren, Rollstühle, Toilettenstühle sowie die aus einer Klinikwäscherei chemisch gereinigte, gut erhaltene Bettwäsche immer dankbar angenommen. Das gilt auch für Arbeitskleidung für Ärzte und Pflegepersonal. Ein fester Ansprechpartner in Hermannstadt ist zudem der dortige Kulturdezernent Helmut Lerner, der ebenfalls bei der Verteilung der Spenden hilft.

Mit zur kleinen Gruppe, die nach Rumänien fährt, gehört Maria Markäli, die selbst aus Hermannstadt stammt, aber schon lange im Landkreis Marburg-Biedenkopf lebt. Sie fungiert unter anderem auch als Dolmetscherin. Sie sagt: „Ich bin jedes Mal sehr froh, wenn ich ein bisschen helfen kann.“ Sie ist optimistisch, was die Zukunft angeht. „Auch wenn die Verdienste im Vergleich zu den Lebenshaltungskosten sehr gering sind, selbst für besser Qualifizierte, merke
ich dennoch jedes Jahr eine Verbesserung. Die Infrastruktur befindet sich im Aufbau.“

Lagerraum für die Sachspenden gesucht

Insbesondere freut sie sich, dass Klaus Johannis, der ehemalige Bürgermeister von Hermannstadt, seit 2014 Präsident von Rumänien ist. „Er ist ein guter Mann, der gegen Korruption kämpft und das Land voranbringt.“ Doch auch sie weiß, die Hilfslieferungen werden noch eine längere Zeit dringend benötigt. Erst im November brachten sie 860 Bananenkisten Hilfsgüter nach Hermannstadt.

Für Kindergärten sammeln die Vereinsmitglieder Kleidung, Schuhe, gut erhaltenes Spielzeug, Stifte, Turngeräte für draußen, kleine Musikinstrumente Hygieneartikel. Für andere Einrichtungen werden insbesondere Kaffee- und Essgeschirr, kleine Elektrogeräte, Fahrräder und Bettwäsche benötigt. „Wir brauchen neben Sachspenden auch Geldspenden, um die Transportkosten abzudecken“, sagt Kietzke. Die Lastwagen kommen jeweils immer aus Rumänien, die nach ihrer Fahrt nach Deutschland nicht leer zurückfahren sollen und gerne einen solchen Auftrag annehmen. Zudem sucht der Verein dringend einen Lagerraum, etwa 30 Quadratmeter groß, für die Monate vor den Fahrten also April und Mai sowie Oktober und November.

  • Wer helfen will, setzt sich bitte zur genauen Abstimmung mit Manfred Kietzke, Telefon 0157/53003463 oder mit Bernd Fiebiger 0152/02037172 in Verbindung.
 
Die Kindergartenkinder erhielten im vergangenen November alle Geschenke aus einem gut gefüllten 40-Tonner. Privatfoto

von Götz Schaub


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