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Das Werk der Garten-Pioniere

Geburtstag des Gemeinschaftsgartens am Richtsberg Das Werk der Garten-Pioniere

Lisa Klug und Karl Bonegard sind Garten-Pioniere. Seit fünf Jahren machen sie bei den "Interkulturellen Gärten" mit.

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Lisa Klug und Karl Bonegard stapfen während der Brunnen-Einweihung durch ihren Garten. Fotos: Nadja Schwarzwäller

Marburg. Hinter dem Gartentor stehen Pfingstrosen und eine Akelei. Weiter hinten dann Beeren: Johannisbeeren in weiß, rot und schwarz. Stachelbeeren. Himbeeren. Und Knoblauch. „Der kommt aus Sibirien“, sagt Karl Bonegard. Der 81-Jährige war früher Landwirt und ursprünglich an der Wolga geboren. 1993 kam er nach Marburg und seit fünf Jahren bewirtschaftet er mit seiner Frau Lisa Klug einen der 30 Richtsberggärten.

Lisa sei die „gute Seele“ der Gärten, sagt Bettina Böttcher, Vorstandsvorsitzende. Inzwischen wurde ein Verein als Träger der Gärten gegründet. „Baba Lisa“, wird Lisa Klug von allen genannt - „Baba“ als Abkürzung des russischen Wortes „babuschka“, also Oma. Menschen aus Russland und der Türkei gärtnern hier auf dem Gelände der Vitos-Kliniken nebeneinander und miteinander; Engländer, Syrer und Pakistani sind vertreten und einen deutsch-afrikanischen Garten gibt es ebenfalls.

Gelebte Integration ist das Ziel des Projekts, das vor fünf Jahren mit Mitteln des Programms „Soziale Stadt“ ins Leben gerufen wurde und das 2012 den Hessischen Integrationspreis bekam. „Wir wachsen zusammen“, sagt Böttcher. Man tauscht Gartentipps und Kochrezepte und unter dem Titel „Gartenzwerg und Samowar“ wurden letztere in einem kleinen Buch gesammelt.

Am Wochenende hatten die Gärtner vom Richtsberg zu einem Frühlingsfest eingeladen. Bürgermeister Dr. Franz Kahle erklärte anlässlich des fünfjährigen Bestehens, es habe in der Zeit schon viele Ernten gegeben, aber die größte, die man einfahren wolle, sei der Kontakt zwischen Kulturen und Menschen. „Es ist so gewachsen, wie wir es uns vorgestellt haben“. Inzwischen haben die Richtsberggärten „Zuwachs“ bekommen: Im „Gesundheitsgarten“, einem frei zugänglichen Park, gibt es einen Kräuter- und einen Rosengarten, einen Barfußpfad und ein Backhaus sowie die „Gartenwerkstadt“, in der biologischer Gemüseanbau betrieben und ein Bauerngarten bewirtschaftet wird.

Beim Frühlingsfest wurde ein von Steinmetz Jan Trautmann gestalteter Brunnen eingeweiht. Und dort, wo auf dem Gelände momentan noch ein großer Erdhaufen ist, soll ein „Bildungsgarten“ für Kindergartengruppen sowie Schulkassen entstehen.

Weitere Infos gibt es auf der Homepage der Gärten unter www.richtsberggaerten.de.

von Nadja Schwarzwäller

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