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Das Okay für die Werksfeuerwehr

UKGM Das Okay für die Werksfeuerwehr

Der Dauer-Zoff zwischen Klinikum und Kommunalpolitik ist beendet: Bis Ende des Jahres entsteht eine Werksfeuerwehr auf den Lahnbergen, um im Notfall binnen Minuten reagieren zu können

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Professionelle Brandschützer werden sich künftig um die Sicherheit am Uniklinikum Marburg kümmern.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Das Universitätsklinikum Gießen-Marburg (UKGM) auf den Lahnbergen wird bis Juli ein erstes Einsatz- und Personalkonzept erarbeiten, parallel wird die Suche nach einem Leiter der Brand-bekämpfer forciert. Bis Jahresende soll eine spezialisierte Mannschaft einsatzbereit sein. Damit endet ein monatelanger Streit um die Sicherheit auf den Lahnbergen. Das ist nach OP-Informationen das Ergebnis von Gesprächen zwischen Klinik-Vertretern und Regierungspräsidium (RP) vor wenigen Tagen. „Der jahrelange Stillstand neigt sich dem Ende, wir arbeiten jetzt an einem konkreten Konzept. Bis zu den Sommerferien wird das fertig sein“, sagt Holger Thiemann, kaufmännischer Geschäfts-führer des UKGM. Ein erster Schritt ist die Aufstellung eines Bedarfs- und Entwicklungsplans. Dieser soll vor allem die größten Gefahren-quellen benennen und erforschen. Außerdem sollen die Ausrückzeiten zu allen möglichen Einsatzorten präzise erfasst werden. „Die Mindestan-forderung an die Wehr ist, dass sie rund um die Uhr besetzt und einsatzbereit ist. Die personelle Besetzung umfasst demnach sechs geschulte Kräfte“, sagt Gabriele Fischer, Sprecherin des Regierungspräsidiums Gießen.Diese Anforderungen kennt Thiemann, er warnt jedoch vor Hektik und Aktionismus. „Es geht darum, einen Schnellschuss zu vermeiden. Wir setzten die Pläne um, streben aber eine vernünftige Lösung mit Sinn und Verstand an - ohne Druck aus verschiedenen Feldern“, sagt er. „Die Hausaufgaben sind wohl gemacht, das Zögern hat eine Ende. Somit ist ein Start zum Jahresende realistisch“, sagt Carmen Werner, Marburgs Feuerwehr-Chefin.

Die seit 1990 auf den Lahnbergen stationierte Betriebsfeuerwehr reichte den Aufsichtsbehörden nicht mehr aus, sie forderten eine Stärkung der Brandbekämpfung für das Klinikum - zumal die Belastung der öffentlichen Wehren durch Fehlalarme zunahm. Mehr als 50-mal rückten die ehrenamtlichen Retter alleine vergangenes Jahr umsonst aus. Zuletzt kamen zudem Zweifel auf, ob die bereitstehenden Löschzüge in der Innenstadt - oder der neu gegründeten freiwilligen Feuwehr in Bauerbach - im Katastrophenfall rechtzeitig eintreffen würden. Anstatt, wie gesetzlich vorgeschieben, unter zehn Minuten, wären es Berechnungen zufolge bis zum Eintreffen der Helfer eher elf bis zwölf Minuten. Thiemann zufolge ist es ein Plan, die Werks- mit der öffentlichen Wehr im Stadtzentrum zu verzahnen. „Dazu gibt verschiedene Überlegungen. Etwa, alles unter dem Dach der Gemeindefeuerwehr laufen zu lassen, oder eine Eigenbildung am Standort“, sagt Werner. Helfen werde die öffentliche Wehr immer, „alleine schon, weil auch Universitäts-Gebäude, für die wir zuständig sind, in der Klinik-Nachbarschaft stehen“.

Ursprünglich drängte das RP auf eine Wehr-Gründung bereits im Januar dieses Jahres. Um künftig Streit zu vermeiden, werden nun Monats-berichte des UKGM an die Aufsichtsbehörden geliefert.

von Björn Wisker

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