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"Das Licht wird auf die Stadt zurückfallen"

Marburger Moschee "Das Licht wird auf die Stadt zurückfallen"

Der Förderverein für das Marburger Kultur- und Bildungszentrum mit Moschee hat anlässlich des Baus der neuen Moschee ein Kunstprojekt ins Leben gerufen.

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Professor Albrecht Fuess (von links), Peter Scior, Florence Girod, Peter Schneyder, Imam Asim Alqusaibi und Egon Vaupel stellten das Modell des Lichtkunstobjektes vor. Foto: Michael Noll

Marburg. Im Wettbewerb setzten sich drei Berliner Künstler mit einer Lichtinstallation durch, welche die fünf Säuen des Islam darstellt.

Stolz präsentierte Professor Albrecht Fuess, Vorstandsvorsitzender des Fördervereins und Leiter des Centrums für Nah- und Mittelost-Studien der Universität Marburg, das Modell, das den fertigen Entwurf des Lichtkunstprojekts zeigt. Dabei hob er dessen Bedeutung hervor: „Die fünf Säulen sind das ­rituelle Grundgerüst eines jeden Muslim.“

Der 40 Mitglieder starke Verein setzt sich mit verschiedenen Aktivitäten, wie dem Ramadanzelt, für eine Förderung des Dialogs in der Gesellschaft ein, um „Vorurteile schon im Vorfeld zu entschärfen“, wie Fuess sagte. Die Berliner Künstler Peter Scior und Florence Girod haben die Lichtinstallation gemeinsam entworfen. Umgesetzt wird das Projekt vom Berliner Lichtbauer Peter Schneyder.

Für jede der fünf Säulen werden mehrere vier Meter hohe Säulen im Kreis aufgestellt, die in verschiedenen Farben leuchten. In der Mitte befindet sich ein weißes Licht, das zum Himmel strahlt. Das weiße Licht, als Summe aller Farben, steht im Islam für das Göttliche. „Wir wollten Spiritualität in etwas Immateriellen und Filigranen ausdrücken“, sagte Florence Girod.

„Die fünf Säulen sind die Basis des Islam, aber auch dessen hohe Ziele“ erläutert Imam Asim Alqusaibi deren Bedeutung. Die erste, das Glaubensbekenntnis, ist die Liebe zu Gott, die sich auf alle Menschen spiegeln soll. Das Gebet soll das Herz reinigen, um mit guten Charakter und guten Worten zu wirken. Die Almosensteuer ist die Verpflichtung, sich der Not in der Welt anzunehmen und etwas an die Gesellschaft abzugeben, deren Teil man ist. Der Ramadan und das rituelle Fasten sollen den Gläubigen reinigen. Als fünfte Säule steht die Hadsch, die Pilgerfahrt nach Mekka, in der man neben dem spirituellen Erlebnis erkennen soll, dass alle Menschen gleich sind.

„Egal, woher man kommt, egal, ob Mann oder Frau, alle machen das Gleiche am selben Ort“, sagte der Imam. „Ein Muslim, der die fünf Säulen verinnerlicht, der zeigt die Verbesserung in seinen Taten und Gedanken“, betonte er.

Das 120000 Euro teure Projekt ist trotz der von der Stadt und dem Förderverein bereitgestellten Mittel auf die Mithilfe von Spendern angewiesen.

„Wir hoffen auf Spenden aus der Stadtgesellschaft“, sagte der ehemalige Marburger Oberbürgermeister Egon Vaupel, der Beisitzer des Fördervereins ist. „Das Projekt wird über Marburg hinaus strahlen und das Licht wird auf die Stadt zurückfallen.“

Die Produktion der Teile soll in drei bis vier Wochen abgeschlossen sein. Die Montage wird sechs bis sieben Wochen in Anspruch nehmen. Als Termin für die Fertigstellung ist der August 2018 angepeilt. Das Kunstwerk soll erst nach der Einweihung der neuen Moschee aufgebaut werden.

von Michael Noll

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