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Das Jugendamt muss immer öfter eingreifen

Fallzahlen auf Rekordniveau Das Jugendamt muss immer öfter eingreifen

Die Jugendämter in Deutschland haben noch nie so viele gefährdete Kinder und Jugendliche in Obhut genommen wie 2012. Im Landkreis Marburg-Biedenkopf sind die Fallzahlen etwa gleichbleibend.

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Das Statistische Bundesamt veröffentlicht vorläufige Zahlen 2012 zu den Inobhutnahmen von Kindern und Jugendlichen durch die Jugendämter.

Quelle: Jens Kalaene

Wiesbaden. Insgesamt waren es rund 40 200 Minderjährige und damit 1700 mehr als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt gestern mitteilte. Die Zahlen werden seit 1995 erfasst, seit 2007 steigen sie ständig. 2007 waren es 43 Prozent weniger Fälle als 2012. Mehr als zwei Drittel (69 Prozent) der in Obhut genommenen Jungen und Mädchen lebten bei ihren Eltern oder einem Elternteil.

Häufigster Grund waren überforderte Mütter und Väter (43 Prozent). Jeder zehnte junge Mensch, um den sich die Ämter kümmern mussten, kam ohne erwachsene Begleiter aus dem Ausland nach Deutschland. Das waren etwa fünfmal so viele wie 2007.Auch im Landkreis Marburg-Biedenkopf führt die Aufnahme von Flüchtlingskindern zu einer leichten Erhöhung der Fallzahlen.

Während das Jugendamt des Landkreises im Jahr 2011 75-mal aktiv werden musste, waren es 2012 zwei Fälle mehr. Im Jahr 2011 kamen 18 minderjährige Flüchtlinge aus dem Ausland nach Marburg, 2012 waren es 23.Die Stadt Marburg, die ein eigenes Jugendamt betreibt, wollte auf OP-Anfrage keine konkreten Zahlen nennen. Eine Sprecherin kritisierte, dass die Statistik nur die Fallzahl, nicht aber die Anzahl der betreuten Kinder aufführe. Durch eine besonders intensive Betreuung einzelner Familien habe sich die Fallzahl in Marburg vom Jahr 2011 zu 2012 halbiert.

Zu ausführlichem Bericht und Analyse

von Tim Gabel

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