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Das Hirn der Hirnforschung

Philipps-Universität Das Hirn der Hirnforschung

Seit mehr als zehn Jahren ist die Neurowissenschaft ein Schwerpunkt an der Philipps-Universität, war bislang jedoch nicht als vernetztes Forschungsfeld erkennbar. Das soll ein neues Zentrum ändern.

Bei einem Gründungssymposium präsentierte sich das Zentrum für neurowissenschaftliche Forschung.

Quelle: Fotos: Tannert/Pixabay

Marburg. Das „Marburg Center for Mind, Brain an Behavior“ (MCMBB) will als zentrale wissenschaftliche Einrichtung der Uni Forscher aus allen Fachbereichen mit neurowissenschaftlichen Ansätzen zusammenbringen. Dazu zählen die Fachbereiche Medizin, Physik, Pharmazie, Biologie, Psychologie sowie Germanistik und Kunstwissenschaften.

Als gemeinsame Plattform soll das MCMBB Kooperationen, die Zusammenarbeit und den wissenschaftlichen Nachwuchs in Marburg fördern. „Das Zentrum bietet Vernetzung und wissenschaftlichen Austausch und bringt 6 von 16 Fachbereichen unter einen Hut“, erklärt der geschäftsführende Direktor Dr. Frank Bremmer vom Fachbereich Physik. Eine enge Kooperation und künftige gemeinsame Forschungsprojekte stehen im Mittelpunkt. Neurowissenschaftliche Bereiche und Gremien zum Thema gab es bereits zuvor, wie das „Neuro-Kolloquium“. Damit auch die sprichwörtliche linke Hand künftig besser weiß, was die rechte so tut, soll das bisherige Netzwerk noch weiter ausgebaut werden. „Alles zusammen bildet einen Organismus - man muss sich immer wieder neu erfinden“, so der Dozent.

Forscher sind für Studenten besser zu finden

Unter dem Mantel des Zentrums sollen sich künftig Arbeitsgruppen für gemeinsame Forschungsprojekte entwickeln. Zum Austausch steht eine Website zur Verfügung, quasi das Hirn des Zentrums, auf der sich alle Vertreter der Fachbereiche verbinden und vorstellen. „Die Forscher sind nach Innen und Außen sichtbar und auch für die Studierenden viel besser zu finden“, sagt der stellvertretende Direktor Dr. Carsten Culmsee vom Fachbereich Pharmazie.

Als Ansprechpartner will das Zentrum den wissenschaftlichen Nachwuchs der Uni, Studierende wie Promovierende, fördern - etwa durch die Unterstützung bei Auslandsaufenthalten und der beiden Masterstudiengänge „Kognitive und integrative System-Neurowissenschaften“ und „Molekulare und Zelluläre Neurowissenschaften“. „Es geht auch um weltweite Kooperationen - die Neurowissenschaften von Marburg verteilen sich in die Welt“, sagt Dr. Bremmer.

Zentrum strebt weitere Netzwerke mit Industrie an

Darüber hinaus strebt das Zentrum als Partner der Industrie weitere Netzwerke an, etwa über Patente oder gemeinsame Forschungsprogramme. Nicht zuletzt, da das Gros der Studierenden nicht im wissenschaftlichen Bereich verbleibe, sondern etwa in der Privatwirtschaft lande. Um auch hier den Austausch zu fördern ist unter anderem ein Alumni-System der Ehemaligen geplant.

Pläne, die neurowissenschaftliche Kooperation in Marburg zu fördern, gab es bereits seit Jahren - für die „große Geduld“ der Initiatoren dankte Unipräsidentin Dr. Katharina Krause während des Gründungssymposiums des Zentrums am vergangenen Freitag. Sie hob die lange Geschichte der Neurowissenschaften in Marburg hervor, die „aus vielen verschiedenen Disziplinen gespeist werden, die an der Universität erfolgreich angesiedelt sind“.

Dass das Zentrum Erfolg haben wird, darin sind sich die Koordinatoren einig: „Es steckt so viel Energie darin - wir sind gut und wir können noch besser werden“, zeigt sich Dr. Bremmer optimistisch.

von Ina Tannert

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