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Das Gutgeh-Dorf peilt Goldmedaille an

Stadtteilserie "Wir in" Das Gutgeh-Dorf peilt Goldmedaille an

Bauerbach kontert den Entschluss des benachbarten Ginseldorf, nimmt als zweiter Marburger Stadtteil am Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" teil. Doch dem Vorzeige-Dorf fehlt immer noch das Turbo-Internet.

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Feuerwehr-Neubau, Dorfmuseum, Bürgerhaus-Sanierung: Das sind drei Kernprojekte in Bauerbach. Die Anwohner wollen zudem das, was sich in den vergangenen
15 Jahren im Dorf getan hat, prämiert bekommen: beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Fotos: Thorsten Richter / Björn Wisker

Quelle: Thorsten Richter

Bauerbach. Wie glücklich die Bauerbacher über den Anschluss an das Turbo-Internet im Stadtteil sind, lässt sich an ihrer Geduld erkennen: Obwohl das Glasfasernetz immer noch nicht in Betrieb ist - Ende 2013 war angepeilt, nun wird es bis mindestens Ende dieses Monats dauern - gibt es kaum Beschwerden. „Viele Anwohner sind heilfroh, dass diese Sache überhaupt endlich mal angegangen wurde. Die paar Wochen halten wir noch aus“, sagt Lothar Böttner, Ortsvorsteher. Die neuen Leitungen sollen ein Trumpf für eine Top-Platzierung beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ sein. Zum vierten Mal misst sich Bauerbach mit anderen, die sich als Zukunfts-Dörfer verstehen.

Im Zuge dessen soll auch endlich fertiggestellt werden, was man eigentlich schon fertig haben wollte: das kulturelle Dorfarchiv nahe der Kirche. In einem Fachwerkbau soll auf rund 95 Quadratmetern ein Zentrum für Wechselausstellungen mit Trachten, Literatur und Landwirtschafts-Geräten entstehen. 90 000 Euro müssen dafür investiert werden - ein Teil des Geldes ist für den Umbau schon geflossen, aber zuletzt kam die Umgestaltung nicht mehr so recht voran. „Wir hoffen jetzt auf einen neuen Schub für das Projekt. Immerhin war das ein Kernstück für die Dorfentwicklung“, sagt Böttner.

Ein anderer zentraler Punkt ist der in Kürze beginnende Bau des neuen Feuerwehr-Stützpunkts. Endlich - so Bauerbachs Brandbekämpfer - müssen die Löschfahrzeuge nicht mehr am Straßenrand mitten im Ort geparkt werden.

Problem Landstraße: Dort wünschen sich die Bewohner den Bau eines Kreisverkehrs. Vor allem in den Pendlerzeiten morgens und am späten Nachmittag rauschen an der Abfahrt Bauerbach Hunderte Autos mit Tempo 80, 100 und mehr über den Asphalt. „Als Linksabbieger steht man da minutenlang, um sich durch die erstbeste kleine Lücke zu mogeln. Das ist manchmal gefährlich“, sagt Böttner.

Trotz hoher Auslastung des Bürgerhauses - alleine zwölf Gruppen der SVB-Turnabteilung üben dort - bereitet das Gebäude Sorgen.Denn das alte Haus frisst Energie. Selbst der städtische Energie-Ausweis im Flur weist darauf hin, dass zu viel Wärme entweicht, zu viel Luft durch die Räume zieht. Das liegt an den maroden Fenstern. Jene in der Gaststätte werden von der Stadt im Laufe des Jahres ausgetauscht. Doch die alten Scheiben im Veranstaltungssaal bleiben. „Es ist schade, dass die energetische Sanierung schon zum x-ten Mal abgelehnt wurde“, sagt Johannes Hühn. Aber: Die Bauerbacher sprechen selbst davon, auf einem hohen Niveau zu jammern. „Wir haben in den letzten 15 Jahren hier sehr viel bekommen, können uns wirklich nicht beklagen“, sagt Hühn. Den Anwohnern gehe es dank der Entwicklung gut. Dass das so ist, dafür sorgt auch eine Frau - „die gute Seele Bauerbachs“, wie Hühn sie nennt: Walpurga Scheiblechner. Sie prägt die Theatergruppe, führt Regie, bastelt die Requisite, näht Kostüme. „Sie führt Menschen zusammen“, sagt Böttner.

von Björn Wisker

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