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Das Drehbuch des Lebens

Kurzfilm-Premiere Das Drehbuch des Lebens

Es geht um Fernweh und Heimat, um Sehnsucht und Liebe. In seinem Kurzfilmdebüt Amanhã bringt der Wahlmarburger und Regisseur Pedro Gonçalves die ganz großen Gefühle auf die Leinwand.

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Quelle: Bonn medien

Amanhã (portugiesisch) heißt „morgen“. Es kann aber auch „niemals“, „vielleicht“, „ich werde es mir überlegen“ oder „nächstes Jahr“ bedeuten. Im Unterschied zu der deutschen Präzision sind die Brasilianer da flexibel. Und Amanhã heißt auch der ­erste Spielfilm des brasilianischen Nachwuchsregisseurs Pedro Gonçalves. Gedreht in Marburg, erzählt der etwa 15-minütige Kurzfilm von der 33-jährigen Brasilianerin Paula.
 

Ein bisschen Autobiografie,ein bisschen Liebesfilm

Seit einigen Jahren lebt und arbeitet sie in Deutschland, der Heimat ihres Vaters, von dem sie eine Wohnung geerbt hat.  Begleitet von dem Gefühl, noch immer fremd in der Gesellschaft zu sein, ist Paula unzufrieden mit ihrem Leben. Sie beschließt, Marburg und Deutschland zu verlassen, doch das Leben hat seine eigenen Pläne.
Der Film handelt von Sehnsucht, Liebe, Wünschen und Träumen. „Die Botschaft des Films ist, dass eine neue, aber noch unsichere Liebe gefunden zu haben wichtiger ist, als alle anderen Entscheidungen im Leben“, sagt Regisseur und Drehbuchautor Pedro Gonçalves, „und dass man das Leben nicht komplett durchplanen darf.“
Amanhã ist Gonçalves’ Abschlussprojekt seines Studiums „Digital Film & Animation“ am Frankfurter SAE Institute. Als der gelernte Journalist 2005 aus Brasilien nach Deutschland kam, fühlte er sich wie Paula im Film. „Der Film ist mehr oder weniger autobiographisch“, bekennt er. „Jeder Ausländer vergleicht seine Heimat mit der neuen Heimat. Aber es gibt einen wichtigen Unterschied: ich wollte nie zurück.“
Kurz nach seiner Ankunft las er „Ein Brasilianer in Berlin“ von dem bekannten zeitgenössischen Autor João Ubaldo Ribeiro. Das Buch half ihm, sich in Deutschland zurechtzufinden und es blieb ihm Erinnerung. Weite Teile von Amanhã basieren auf diesem Buch. Ribeiro genehmigte dem anstrebenden Regisseur die Verwendung der Texte. Im Film liest auch Paula das Buch und es gibt ihr Orientierung und Kraft, ihren Weg zu gehen. Seit einigen Jahren lebt Pedro Amanhã nun in Marburg. Deswegen war es auch naheliegend, den Film hier zu drehen, denn so hatte er die Drehorte schon beim Schreiben des Drehbuchs im Kopf, wusste genau, welche Marburger Ecken sich für seine Handlung eignen. „Amanhã ist vor allem ein Autorenfilm, aber auch eine Liebesgeschichte. Das passt zu Marburg“, sagt er. Und so spielt der Film unter anderem in der Marburger Unibibliothek und am Schloss.
Entwickelt hat er das Drehbuch mit Hilfe seines Freundes Christian Garrido. Das professionelle Equipment bekam er darüber hinaus von seinem Institut gestellt.

  • Amanhã für das Karlsruher Filmfest Independent Days 2013 nominiert.#
  • Premiere feiert der Film am 31. Januar um 19:30 Uhr im Marburger Capitol-Kino.
  • Gonçalves wird mit seinem Filmteam anwesend sein.

von Kristina Gerstenmaier

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