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Danke fürs Ehrenamt

Kampagne läuft an Danke fürs Ehrenamt

Ehrenamt hat viele Seiten. Vom Einsatz in der Feuerwehr über den Vereinsvorstand bis zum Engagement, das ganz im Verborgenen blüht. Der Verein zur Förderung des Ehrenamts will ausgewählten Menschen Danke sagen für ihre Arbeit.

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Die Betreuung von Kindern ist eines von vielen ehrenamtlichen Betätigungsfeldern. Durch die Kampagne „Danke fürs Ehrenamt“ will die Ehrenamts-Förderung im Landkreis den Einsatz von eingagierten Menschen würdigen.

Quelle: Frank May

Marburg. Einfach mal Danke sagen. Der Nachbarin, die sich Jahr für Jahr um die Kinder kümmert, wenn die Eltern unterwegs sind. Dem freiwilligen Helfer, der im Tierheim bei der Pflege von Hunden und Katzen einspringt, wann immer er gebraucht wird. Oder etwa einem Menschen, der seit Jahren einen pflegebedürftigen Angehörigen liebevoll versorgt.

„Danke fürs Ehrenamt“ lautet der Titel einer Kampagne, die in diesen Tagen anläuft. Der Verein zur Förderung von Kinder- und Jugendarbeit sowie des Ehrenamts im Landkreis Marburg-Biedenkopf ruft die Menschen in der Region auf, ihre „guten Geister“ zu nominieren: Männer und Frauen, die helfen und sich zum Wohle anderer engagieren, ohne eine Gegenleistung oder Bezahlung dafür zu erwarten. „Es geht uns darum, diesen Menschen Wertschätzung zu zeigen und ihnen zu sagen, wie wichtig es ist, dass sie sich für andere einsetzen. Sie sollen wissen, dass sie gebraucht werden, dass sie ein Vorbild sind und dass es ohne ihren Einsatz nicht geht“, führt Reinhold Beck, Geschäftsführer des Fördervereins, aus.

Der fünfte Dezember ist der internationale Tag des Ehrenamts - in der Woche davor will der Verein zur Förderung des Ehrenamts besondere Menschen und ihre Verdienste in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rücken und mit einer Aktion Danke sagen - wie genau das ablaufen soll, das will der Verein noch nicht verraten. Für die Ehrenamtler, die dann ausgezeichnet werden, soll es eine Überraschung sein. Um jene Menschen zu finden, die einen öffentlich ausgesprochenen Dank bekommen, wenden sich die Organisatoren an die Bürger im Landkreis Marburg-Biedenkopf. „Wir suchen gerade auch solche Menschen, die sonst im Hintergrund bleiben, und nicht nur Ehrenamtliche, die schon vielfach ausgezeichnet wurden“, erläutert Beck. Einschränkungen oder besondere Voraussetzungen für eine Nominierung gibt es nicht. „Möglichst viele Menschen sollen sich melden und uns jemanden vorschlagen“, sagt Beck und nennt die alles entscheidende Frage: „Warum soll dieser Person oder Organisation einmal Danke fürs Ehrenamt gesagt werden?“ Eine Jury, die sich unter anderem aus dem Vorstand des Fördervereins zusammensetzt, wählt unter den Zusendungen aus. Wer jemanden nominieren will, schreibt ein paar Zeilen dazu auf. Ein Handzettel, den der Förderverein an Vereine und Organisationen im Landkreis verteilt, enthält einen Vordruck für Nominierungen. Interessierte können sich über die Vereine den Handzettel besorgen - oder sie schreiben eine E-Mail ein Verein.kje@gmx.de und lassen sich das Formular zuschicken. Einsendeschluss für die Nominierungen ist der 5. November.

Zahlen und Fakten zum ehrenamtlichen Engagement: Wie viele Bürger in Hessen engagieren sich freiwillig? Mit dieser Frage haben sich TNS Infratest und die Hochschule Darmstadt in einer Studie auseinandergesetzt. Berücksichtig wird nicht nur das Engagement in Vereinen und Verbänden, sondern auch Unterstützungsleistungen von Freunden oder Nachbarn. In Hessen konnten im Jahr 2009 – aus dem Jahr stammt die Studie – 88 Prozent der Menschen im Notfall auf Hilfe außerhalb ihres Haushalts zurückgreifen. Als geringer stellte sich die Zahl von Menschen heraus, die selbst gelegentlich oder regelmäßig Verwandten, Freunden oder Nachbarn halfen (64 Prozent). Die Autoren der Studie heben hervor, dass sich immerhin 50 Prozent der Hessen auf nachbarschaftliche Unterstützung im Alltag verlassen können – mit steigender Tendenz in den letzten zehn Jahren. Für die Studie wurde auch die Einbindung der Hessen in öffentliche Aktivitäten untersucht. Demnach waren 72 Prozent der Bevölkerung im Jahr 2009 mehr als 14 Jahre in einem Verein, einer Gruppe oder Initiative aktiv. 1999 waren es 71 Prozent, im Jahr 2004 laut der Studie 73 Prozent.

Die Studie wendet sich auch den Betätigungsfeldern von Ehrenamtlern zu. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass sich der weitaus größte Teil der engagierten Bürger für Sport und Bewegung stark macht: gut ein Zehntel der hessischen Bevölkerung. Zugleich habe dieses Einsatzgebiet die stärksten Verluste zu verzeichnen – von 14 zu 11 Prozent innerhalb von zehn Jahren. Der Rückgang sei vor allem dem ausbleibenden Engagement von Frauen im jungen und mittleren Alter geschuldet: Innerhalb von fünf Jahren sei ihr Einsatz für den Sport von 11 Prozent (2004) auf 7 Prozent (2009) zurückgegangen. Nur das Feld „Kirche und Religion“ fiel in der Studie als einer der größeren Engagementbereiche durch seine Zuwächse auf: 2004 engagierten sich 6,5 Prozent der Ehrenamtler für kirchliche Aktivitäten, 2009 sogar 7,5 Prozent.

von Carina Becker

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