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Dank Experten und Konzept zu leckerem Essen

Schulverpflegung Dank Experten und Konzept zu leckerem Essen

Im Zuge des Ausbaus von Ganztagsschulen sollen die Schulmensen als tägliche Verpflegungsstelle unbedingt von den Schülern anerkannt werden. Bedingung dafür ist, verlässlich gutes Essen anzubieten.

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Die Cook‘n Chill-Maschinen in der hochmodernen Mensaküche der Gesamtschule Niederwalgern bieten ideale Voraussetzungen für gutes Mensaessen.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Berge von Pommes, Reis mit undefinierbarer dicker Soße und ewig billiger Eisbergsalat - das war die Schulmensa von vorgestern. Die von gestern wusste bereits, dass sie etwas mehr Vielfalt bieten muss, die von heute bemüht sich um Ausgewogenheit und gesundes Essen, die Mensa von morgen soll das Beste zu einem bezahlbaren Preis bieten und das möglichst schnell und jeden Tag verlässlich. „Wir sind auf einem guten Weg, doch wenn wir maximale Erfolge erzielen wollen, müssen wir ganzheitlich planen“, sagt Karsten McGovern, Erster Kreisbeigeordneter und Schuldezernent. Er weiß: Die Reform des Bildungswesens in Richtung Ganztagsschule sowie Veränderungen im Lebensalltag von Familien rücken das Thema Schulverpflegung verstärkt ins Blickfeld.

Der Landkreis ist als Schulträger verantwortlich für die Schulverpflegung. Und die steht und fällt mit der Akzeptanz der Schüler. Deshalb war es McGovern ein Anliegen, das Thema Schulverpflegung mit Vertretern jener Gruppen anzugehen, die davon Ahnung haben und die es schließlich nutzen sollen. So bildete sich ein Gremium aus Schülern, Lehrern. Eltern, Vertretern der Schulverwaltung, Caterern sowie Experten für die Bereiche Schulen und Gebäudemanagement, Jugend und Gesundheit. Darüber hinaus gewann McGovern als beratendes Mitglied Professor Volker Peinelt von der Hochschule Niederrhein, der ein ausgewiesener Fachmann im Bereich Ernährungswissenschaften ist. „Das Gremium vereint damit die wesentlichen Sichtweisen und Kompetenzen. Eine Notwendigkeit, um dem facettenreichen Thema Schulverpflegung gerecht zu werden“, so der Schuldezernent. Mittlerweile hat das Gremium zur Zukunft der Schulverpflegung umfangreiche Erläuterungen und Empfehlungen herausgearbeitet, praktisch einen Leitfaden für ein erfolgreiches Konzept.

Letztendlich sind die Verpflegungsform, Personalqualifikation, räumliche und technische Ausstattung, das Abrechnungs- und Bestellsystem sowie der Dialog mit Schule und Schülern die Maßgaben für eine dauerhaft hohe Qualität der Speisen bei gleichzeitig trag- und vertretbaren Kosten und hoher Essensteilnahme. Denn nichts ist vernichtender als die Entscheidung der Schüler, die Mensa nicht mehr nutzen zu wollen, weil es bei den Rahmenbedingungen hapert. Besonders der Hygiene-Aspekt sei den Schülern, die in der Mensa essen, sehr wichtig, stellte McGovern heraus und Schüler Tim Vollmerhausen gab ihm umfänglich recht. Angefangen beim berühmten Haar in der Suppe würden solche Negativbeispiele bei den Schülern lange nachwirken. Gerd Nienhaus vom Fachbereich Schule und Gebäudemanagement hebt deshalb hervor, dass das Management transparent sein müsse. „Schüler müssen nachvollziehen können, was aus ihren Eingaben, Ideen und Problemen geworden ist. Deshalb sollten die Ergebnisse in der Mensa auch öffentlich dargestellt werden.“

Auch müsse den Schülern genügend Zeit gegeben werden. Schüler sollten möglichst wenig Zeit damit verbringen an der Essensausgabe anzustehen. An machen Mensen gehen deshalb die Lehrer klassenweise, aber jeweils zeitversetzt zum Essen. Die Grundlage ist nun geschaffen, doch müssten alle Beteiligten weiter zusammenarbeiten. McGovern: „Eine weitere Zusammenarbeit bei der Gestaltung von Schulverpflegung und gesunder Schulkultur ist sinnvoll, um eine gute und akzeptierte Schulverpflegung in der Region zu etablieren. Diese ist dann auch in der Lage, einen nachhaltigen gesundheitlichen, sozialen, ökologischen und ökonomischen sowie bildungs- und familienpolitischen Nutzen zu entfalten.“

von Götz Schaub

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