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Dachsanierung wird teurer als erwartet

Campus Firmanei Dachsanierung wird teurer als erwartet

Statt 108 Millionen Euro werden die Baukosten für die neue Uni-Bibliothek (UB) wohl 110 Millionen Euro betragen, erläuterte Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause.

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Der Dachstuhl der ehemaligen Uni-Hautklinik ist stärker sanierungsbedürftig als bisher erwartet.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Der für den Neubau der Uni-Bibliothek (UB) festgelegten Kostenrahmen von 108 Millionen Euro muss wohl um zwei Millionen Euro erhöht werden. Die Mehrkosten entstehen nicht direkt wegen der Arbeiten für den Hauptbau der neuen Bibliothek. Vielmehr sind neue Fakten zur Sanierung des Altbaus der früheren Uni-Hautklinik aufgetaucht: In dieses Gebäude soll nach der Fertigstellung der neuen UB in unmittelbarer Nähe die Bibliotheks-Verwaltung einziehen.

„Die Schäden sind größer als zunächst angenommen: Das Dach ist im Eimer“, erläuterte die Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause auf OP-Anfrage. Während der bereits angelaufenen Sanierungsarbeiten sei der erhöhte Sanierungsbedarf festgestellt worden, so die Präsidentin. Die Schäden beträfen sowohl den Dachstuhl als auch das gesamte Gebäude. Bisher ist die ehemalige Hautklinik bereits entkernt worden, und es beginnen jetzt die Elektroarbeiten, teilte Uni-Sprecherin Andrea Ruppel der OP auf Anfrage mit.

Heureka-Programm der Landesregierung

Die Uni-Leitung hat bei der hessischen Landesregierung wegen der unerfreulichen Neuigkeiten eine Ausweitung des eigentlich gedeckelten Budgets für die UB-Gesamtkosten beantragt, teilte Krause mit. Sämtliche Kosten für den Neubau der UB, die das Herzstück des geisteswissenschaftlichen „Campus Firmanei“ im Lahntal bilden soll, werden aus dem Heureka-Programm der Landesregierung finanziert. Die OP fragte beim Wissenschaftsministerium in Wiesbaden nach, wie auf die Mehrkosten reagiert werden soll, und erhielt folgende Antwort des stellvertretenden Ministeriumssprechers Christoph Schlein: „Bei der näheren Untersuchung der unter Denkmalschutz stehenden Hautklinik, welche im Rahmen des Gesamtprojektes saniert und für die Zwecke der Bibliotheksverwaltung umgenutzt wird, sind zusätzliche Kosten zur statischen Ertüchtigung und Abdichtung gegen aufsteigender Feuchtigkeit angemeldet worden. Ein entsprechender Mehrkostenbericht wird kurzfristig erwartet, liegt derzeit allerdings noch nicht vor.“

Während es in diesem Punkt also wahrscheinlich zu der beantragten Ausweitung des Budgets kommen könnte, muss in puncto Fassadengestaltung beim Neubau der UB sogar ein wenig gespart werden, sagte die Uni-Präsidentin auf Anfrage der OP. Bis auf das gläserne Atrium solle der Bibliotheksneubau auch aus Gründen des Bücherschutzes mit möglichst wenig Glas in der Fassadengestaltung auskommen, erläuterte die Präsidentin die Ergebnisse des Architektenwettbewerbes.

Kontroverse um Fassaden

Die farbigen Fassadenplatten sollten laut dem ursprünglichen Plan mit senkrechten Holz-Lamellen befestigt werden. Dann habe es jedoch Zweifel an der Haltbarkeit dieser Lamellen ­geben. Schließlich sollte eine Verankerung mit Schrauben bewerkstelligt werden. Im Idealfall sollten diese Schrauben nicht sichtbar sein, so der Wunsch aller am Planungsprozess Beteiligten. Doch dieser Wunsch hätte Mehrkosten von rund 500000 Euro bedeutet, die nun eingespart werden. So werden anstelle der „unsichtbaren“ Schrauben jetzt Noppen verwendet, die im Zuge des Alterungsprozesses des Baus wahrscheinlich immer deutlicher sichtbar werden, so Krause. In einem Brief an die Uni-Leitung hatte Claus Schreiner von der Initiativgruppe Marburger Stadtbild und Stadtentwicklung (IG MARSS) beklagt, dass die Fassadengestaltung der neuen UB zunächst noch mit einer fast durchgehenden Glasfront dargestellt worden sei und jetzt größtenteils mit Betonplatten verkleidet werden solle. Dadurch könne „der volumenreiche, langgestreckte Bau seine bisherige Leichtigkeit verlieren und zu einem monströsen Bau führen“, befürchtet Schreiner.

Diese Befürchtung wies Krause zurück. Es beruhe wohl auf einer Fehlinformation, wenn die Rede davon sei, dass weniger Glas bei der UB-Fassadengestaltung verwendet werde.

„Wir sind der Auffassung, dass die Universität an für das Marburger Stadtbild so prominenten Stellen auf gar keinen Fall aus ökonomischen Gründen Abstriche gegenüber der vorgestellten Gestaltung machen sollte“, meint jedenfalls Schreiner in seinem Schreiben.

Aber auch bei der Fassadengestaltung für den Sprachatlas-Bau muss die Uni einsparen, sagte Krause. Dort werden jetzt an bestimmten Stellen der Fassade gestaltende Elemente aus einem um insgesamt rund 70000 Euro billigeren Baumaterial verwendet. Diese Änderung sei in Abstimmung mit Wissenschafts- und Finanzministerium erfolgt, teilte die Präsidentin mit. Insgesamt habe man beim Sprachatlas-Bau auch deswegen Kosten einsparen müssen, weil die Vorplanungen teurer geworden seien.

von Manfred Hitzeroth

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