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Code macht klar: Finger weg von meinem Rad!

Diebstahlschutz Code macht klar: Finger weg von meinem Rad!

Rad oder E-Bike fahren liegt voll im Trend - diese zu klauen leider auch. Und Marburg ist, wie andere Studentenstädte, eine der Hochburgen von Fahrraddiebstählen, betont Polizeioberkommissar Ronny Achenbach.

Marburg. 2012 wurden im Landkreis Marburg-Biedenkopf 285 Fahrräder entwendet, der größte Teil davon in der Stadt Marburg. Und das seien nur die gemeldeten Diebstähle, die Dunkelziffer sei hoch.

Die Aufklärungsquote liege im einstelligen Prozentbereich. Höherwertige Räder blieben meist verschwunden, minderwertige würden oft nur für eine kurze Tour genutzt und dann liegen gelassen. Manche tauchen bei Säuberungsaktionen der Lahn wieder auf.

Eine der Möglichkeiten, sein Fahrrad für einen potenziellen Dieb wesentlich unattraktiver zu machen, ist das Gravieren und Registrieren einer individuellen Eigentumsidentifizierungsnummer. Diese enthält in codierter Form die Anschrift des Eigentümers und dessen Initialen. Das erleichtert der Polizei die Fahndung und erhöht die Chance, ein trotzdem gestohlenes Rad zurückzubekommen.

Voll ausgebucht war die Codieraktion, die die Polizei Marburg zusammen mit der Polizeistation Gießen Süd am Freitag bei der Polizeistation in der Raiffeisenstraße anbot. Nach Voranmeldung konnten 25 Eigentümer ihre Zweiräder codieren lassen. Vielen davon waren bereits ein- oder mehrmals Fahrräder gestohlen worden.

So auch Antonia Enders. „Ich finde, das ist eine ganz tolle Aktion“, lobte sie das Angebot der Polizei. Die hatte übrigens auch beide Fahrräder, die ihr innerhalb der vergangenen 15 Jahre aus dem Fahrradschuppen beziehungsweise dem Garten gestohlen wurden, jeweils wiedergefunden. Das billigere war zu einer kurzen Fahrt innerhalb Cappels benutzt worden, ihr Mountainbike hatte die Polizei sechs Monate nach der Entwendung bei einem wegen Einbruchs Festgenommenen sichergestellt. Am Freitag war sie mit ihrer achtjährigen Tochter Chiara Massa gekommen, um auch deren Kinderrad codieren zu lassen. Der Marburger Michael Hartmann hatte sein E-Bike zum Codieren mitgebracht. Ihm war sein Fahrrad einst nicht hier, sondern in Saarlouis gestohlen worden. Er hatte es mit der Bahn zu einem Reha-Aufenthalt mitgenommen. Vor der Klinik hatte es nur knapp einen Tag gestanden, dann war es weg. Er kritisierte, dass viele Institutionen und Geschäfte nur solche Fahrradständer zur Verfügung stellen, die kein sicheres Anschließen ermöglichen.

Oft könne man nur das Vorderrad einschieben, was für schmale Räder ohnehin nicht gut sei. Zusammen mit der Codierung macht das Anschließen des Fahrrades mit hochwertigen massiven Stahlketten-, Bügel- oder Panzerschlössern an feste Gegenstände ein Rad für den Dieb uninteressant, empfiehlt die Polizei. Auf der Station oder im Internetauftritt www.polizei-beratung.de sind weitere Informationen und Tipps erhältlich. Eine gute Nachricht für die heimischen Radfahrer hatte Polizeioberkommissar Ronny Achenbach. Ein Graviergerät für die Dienststelle Marburg sei bestellt, so dass künftig auch ohne die Hilfe der Kollegen aus Gießen Codieraktionen in Marburg angeboten werden können.

von Manfred Schubert

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