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Clueso begeistert die Steinmühlschüler

"coolste musikstunde deines lebens" Clueso begeistert die Steinmühlschüler

Wenn die Ferien beginnen, gibt es für viele Schüler nur eins: Schnell nach Hause. Doch selbst viereinhalb Stunden nach Schulschluss drängten am Freitag 170 Schüler der Steinmühle in das Landschulheim und feierten Clueso.

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Ganz privat, ganz nah: 170 Schüler der Steinmühle erleben Clueso live vor den Herbstferien.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. „Spontan“, „lässig“ und „total super“. Die Meinungen der Schüler über den Auftritt des deutschen Songwriters Clueso fallen durchweg positiv aus. „Besonders toll war, dass er sich unseren Fragen gestellt hat und die Songs gespielt hat, die wir uns gewünscht haben“, meint beispielsweise der 10-jährige Paul aus der Klasse 5b. Auch Miriam aus der Klasse 10a freut sich über den sympathischen Auftritt des Erfurters: „Ich hätte nicht gedacht, dass es so privat wird“.

Dabei hatte die Schülerin bereits am Dienstag „innerlich gejubelt“, als klar wurde, dass der 34-jährige Künstler nach Marburg kommt. Der Radiosender „Planet Radio“ hatte ein Online-Voting für die „coolste Musikstunde deines Lebens“ ins Leben gerufen - und tatsächlich: Die Steinmühle war daraus als Sieger hervorgegangen. Patricia Kühn aus der 10a hatte die Steinmühle für das Voting angemeldet und stieg so zur „Heldin der Schule“ auf.

Wie Clueso von der Schule flog

„Ich mag seine Musik“, sagt sie im Gespräch mit der OP. „Da habe ich mir gedacht, es wäre doch cool, wenn er mal hierher kommt“. Schon rund eine halbe Stunde vor Einlass bildet sich eine Traube voll aufgeregter Schüler, die auf den großen Moment wartet. Ursprünglich als „Musikstunde“ für die Gewinnerklasse gedacht, hatte die Steinmühle das Event auch für andere Schüler zugänglich gemacht. Diejenigen die bei der Anmeldung am schnellsten waren, durften kommen. Andere hingegen „waren sehr enttäuscht“, berichtet Schulleiter Björn Gemmer.

Foto: Nadine Weigel

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Mehr als 170 junge Musikfans finden im Forum der Schule jedoch nicht Platz. „Wir haben dem Tag lange entgegen gefiebert“, sagt Gemmer. „Nun sind wir alle ganz heiß“. Und so stürmt die kreischende Teenie-Meute schließlich auch in den Saal und rangelt um die besten Plätze. Einige Eltern und Geschwister drücken sich von außen gegen die Glasscheiben der Fenster. Nach zehn Minuten Verspätung hat das Warten dann ein Ende und die „Planet Radio“-Moderatoren „Franzen“ und „Boomchica Leni“ eröffnen die Veranstaltung. Fünf Minuten später betritt schließlich auch Clueso unter dem Beifall der Schüler den Raum.

Und er beginnt gleich mit einigen persönlichen Anekdoten. So erfahren die Anwesenden beispielsweise, dass er in seiner Jugend eigentlich erst Rap und Breakdance gemacht hat, mal von einer Schule geflogen ist und nach der 9. Klasse ganz abgegangen ist. Und dass er in einer Lehre zum Frisör „ganz viele Leute verunstaltet hat“.



 
 
 
 
 
 
 
 
 


„Bock, Songs zu schreiben“

Gitarrenunterricht hingegen fand Thomas Hübner, wie Clueso mit bürgerlichem Namen heißt, langweilig. Das hält ihn jedoch nicht davon ab, „es mir zurecht zu fummeln“ und auf der Gitarre zu spielen. Live und unplugged gibt er einige seiner Songs zum Besten. Beginnend mit „Cello“, das von den Schülern lautstark gefordert und mit rhythmischem Klatschen begleitet wird. Zwischen diesen musikalischen Einlagen stellt er sich den Fragen der neugierigen Schüler. Meine Eltern, berichtet Clueso, „gehen inzwischen auf meine Konzerte.“

Zudem bekennt er, dass er in seiner Siebener-Künstler-WG „viel rumhängt“ und dass lange Interviews manchmal nervig seien können. Seinen Künstlernamen hat er in Anlehnung an „Inspektor Clouseau“ verpasst bekommen, „weil ich so tollpatschig bin“. Seine Songs schreibt er selber, denn „ich finde es einfach geil, wenn Musiker ihre Songs selber schreiben“. Das bekommt er auch in seinem früheren Metier - dem Rap - noch beeindruckend hin, wie er bei einem spontanen Freestyle beweist.

Doch nicht nur das: Auf den Beatbox-Sound eines Schülers zeigt Clueso, dass er auch beim Breakdancen noch nichts verlernt hat. Zu guter Letzt holt er einen Schüler namens Christian nach vorne und singt zu dessen Spiel auf der Gitarre. Auch für einige Autogramme und Selfies bleibt noch Zeit. „Es gibt kein Rezept, um berühmt zu werden“, meint der Sänger, der als Kind einmal „Kranführer, Astronaut oder Superstar“ werden wollte. „Die Musik hat mich gefunden und ich habe einfach ganz viel Bock gehabt Songs zu schreiben“.

von Peter Gassner

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