Volltextsuche über das Angebot:

14 ° / 6 ° Regenschauer

Navigation:
Cinderella verärgert Oberstädter

Lärm Cinderella verärgert Oberstädter

Ärger in der Oberstadt: Anwohner beschweren sich über die lange Dauer und die Lautstärke des Theaterstücks „Cinderella - A Rock ’n’ Roll Fairytale“ auf dem Marktplatz.

Voriger Artikel
Friedensstifter an den Schulen
Nächster Artikel
Wasser marsch

Das Theaterstück „Cinderella – A Rock ‘n‘ Roll Fairytale“ lebt von eindrucksvollen, bunten Effekten bei Nacht und lauter Musik – zum Leidwesen der Anwohner.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Knallig, bunt und laut - so kommt das diesjährige Stück des Theatersommers auf dem Marburger Marktplatz daher. Zu laut für den Geschmack einiger Anwohner. Drei Beschwerden sind bei der Stadt nach eigenen Angaben über die Lautstärke der Aufführung eingegangen. Daraufhin habe das Landestheater die Bassfrequenzen reduziert und die Ausrichtung der Lautsprecher verändert.

Spürbar sei dies jedoch nicht, sagt Gabriela Young. „Wenn die auf dem Marktplatz aufdrehen, wackelt bei mir in der Nikolaistraße der Tisch.“ Sie wisse von weit mehr Bürgern, denen das diesjährige Stück auf die Nerven gehe. Die Vorstelllungen gingen dabei deutich über die gesetzliche Nachtruhezeit ab 22 Uhr hinaus.

Kahle: „ordentlich Remmidemmi“

„Ich bin Theaterfreundin“, sagt Young. Dennoch müsse die Lautstärke im Rahmen bleiben. In diesem Jahr handele es sich „nicht um Theater, sondern um ein Spektakel“. Vertreter des Ordnungsamtes hätten ihr im Vertrauen Recht gegeben und „zugegeben, dass die Lautstärke im roten Bereich ist“. Jedoch könne man wenig dagegen tun, denn es sei „politisch gewollt“.

Seitens der Stadt will man von unzulässiger Lärmpegel-Überschreitung nichts wissen - auch eine Sondergenehmigung sei nicht notwendig. „Da zur Beurteilung des Lärmpegelwertes der Durchschnittswert über eine Stunde registriert werden muss, und das Landestheater zur Nachtzeit (ab 22 Uhr) nur noch eine halbe Stunde spielt, ist nicht davon auszugehen, dass der zulässige Grenzwert (55 Dezibel erreicht wird“, heißt es in einer Reaktion der Pressestelle auf OP-Anfrage. In anderen Worten: Eine halbe Stunde lang wird dieser Wert möglicherweise deutlich überschritten.

„Der Lärm ist sicher nicht politisch gewollt“, sagt Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne). „Wohl aber, dass das Theater dort oben auf dem Marktplatz spielt. Wir freuen uns, dass es dort so einen großen Zulauf gibt.“ Tatsächlich sei „in diesem Jahr ordentlich Remmidemmi“, sagt er. Anwohner sollten sich an die Stadt wenden, damit man ihre Beschwerden „in Zukunft beachten“ könne.

Zumindest im kommenden Jahr dürfte es leiser sein. Nach einer Auskunft, die Young vom Ordnungsamt erhielt, sei „für nächstes Jahr Sprechtheater angedacht“.

von Peter Gassner

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr