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Christen lernen von anderen Christen

Weltgebetstag Christen lernen von anderen Christen

„Ich war fremd - ihr habt mich aufgenommen“ lautet das Motto des Weltsgebetstags am 1. März mit vielen Aktionen im heimischen Landkreis. Die Liturgie für die Gottesdienste in aller Welt kommt aus Frankreich.

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Das Titelmotiv zum Weltgebetstag in leuchtenden und blassen Farben, gestaltet von Anne-Lise Hammann Jeannot.

Quelle: Privatfoto

Marburg. In Elnhausen hatten die Frauen schon vier Vorbereitungstreffen für ihren Gottesdienst zum Weltgebetstag. Am Programm in der Kugelkirche Marburg beteiligen sich 20 Frauen. Und schon im Januar während der Vorbereitungstage in Niederweimar rüsteten sich 120 Personen für das Programm zu der ökumenischen Veranstaltung. „Es ist ein großer Akt für die Laienbewegung in den Kirchengemeinden“, erklärt Pfarrerin Andrea Wöllenstein, die im Sprengel Marburg für die Frauenbildung zuständig ist und viele Aktivitäten rund um die Vorbereitung des Weltgebetstags zusammenführt. „In vielen Orten sind bei den Gottesdiensten keine Pfarrer dabei, die Frauen gestalten das Programm allein“, erklärt Wöllenstein und betont, dass der Weltgebetstag die größte ökumenische Aktion und zugleich eine wichtige internationale Fortbildungsveranstaltung sei.

„Informiert beten - betend handeln“ - so lautet alljährlich am 1. März das Leitmotto des Weltgebetstags, der in mehr als 170 Ländern konfessionsübergreifend von Christen gefeiert wird. Im vergangenen Jahr sollen mehr als eine Million Menschen die Gottesdienste gefeiert haben. „Auf der ganzen Welt werden an diesem Tag die gleichen Texte gelesen und Lieder gesungen“, berichtet Pfarrerin Wöllenstein. Das Ereignis wandert von Kontinent zu Kontinent. In jedem Jahr steht ein anderes Land im Zentrum - das Weltgebetstagskomitee in New York entscheidet, wer von den Bewerbern in welchem Jahr den Zuschlag bekommt. Diesmal ist es Frankreich. „Das war für viele überraschend - das Bewusstsein dafür, dass der Weltgebetstag natürlich auch aus einem europäischen Land kommen kann, war nicht so groß“, erklärt Andrea Wöllenstein und berichtet, wie spannend die Auseinandersetzung mit dem Nachbarland gewesen sei: Eigentlich sei es so vertraut, aber beim genaueren Hinsehen doch auch fremd.

Französische Christinnen haben die Liturgie für den Weltgebetstags-Gottesdienst entwickelt, acht Lieder wurden extra für das Ereignis komponiert und geschrieben, ein Titelmotiv gestaltet. Den Bibelspruch, der das Leitmotiv für den Gottesdienst darstellt, wird vom New Yorker Komitee vorgegeben. „Ich war fremd - ihr habt mich aufgenommen.“ Mit dieser Aussage Jesu aus dem Matthäusevangelium haben sich die Frauen aus dem Einwanderungsland Frankreich intensiv auseinan-dergesetzt. Zuwandererinnen aus unterschiedlichen Ländern kommen in den Gottesdiensten zu Wort - gemeinsam machen die Frauen sich auf die Suche nach Begegnung, Verstän-digung und nach Solidarität gegenüber Fremden. Sie erzählen aber auch Geschichten, die von der Ausgrenzung von Migranten in Frankreich zeugen. Und sie greifen einen biblische Geschichte auf. Darin sagt Gott zu Mose: „Unterdrückt nicht die Fremden, die bei euch im Land leben, sondern behandelt sie genau wie euresgleichen.“

Andrea Wöllenstein ist überzeugt: „Wir können viel lernen von den französischen Frauen- die Vielfalt als tolle Chance zu begreifen, das ist nicht für Frankreich wichtig, sondern auch für uns.“

Christen wollen am Weltgebetstag von anderen Christen lernen, Einblick in die Kultur, Politik und Spiritualität der unterschiedlichen Nationen nehmen. Hermine Kranz, eine Mitarbeiterin der katholischen Kirchengemeinde St. Peter und Paul in Marburg, bereitet für die Weltgebetstage seit vielen Jahren alljährlich einen landeskundlichen Vortrag zum jeweiligen Land vor. Passend zum diesjährigen 50. Jahrestag des Deutsch-Französischen Freundschaftsvertrags wirft sie auch einen Blick zurück und erinnert sich an ihre Eltern. Für die sei es eine Befreiung gewesen, mit dem „Erbfeind“ freundschaftlich verbunden sein zu können. „Oft erinnere ich mich daran, wie glücklich meine Mutter gewesen ist, wenn wir mit den Austauschpartnern unserer Kinder zu ihr an den gar nicht mehr trennenden Rhein gefahren sind.“

Gottesdienste am Weltgebetstag:

Lahntal

Biedenkopf, kath. Kirche St. Josef, 19 Uhr; Breidenbach, Ev. Kirche Breidenbach, 19 Uhr; Breidenstein/Wiesenbach, Evangelische Kirche Wiesenbach, 19.30 Uhr; Buchenau, Evangelische Kirche, 19 Uhr; Dexbach/Engelbach/Treisbach, Evangelische Kirche Niederasphe, 19 Uhr; Eckelshausen/Kombach/ Wolfgruben, Evangelische Kirche Kombach, 19 Uhr; Quots-/Wolzhausen, Evangelische Kirche Wolzhausen, 19 Uhr; Wallau / Weifenbach, Evangelische Kirche Wallau, 19 Uhr

Nord- und Ostkreis

Amönau, Oberndorf, Warzenbach, 20 Uhr in Amönau; Betziesdorf /Sindersfeld, 19 Uhr, Betziesdorf; Bürgeln/Bauerbach, 18 Uhr, katholische Kirche Bauerbach; Caldern / Sterzhausen, 19 Uhr, Nikolaikirche Caldern; Cölbe, 19.30 Uhr, Evangelische Kirche Cölbe; Erksdorf / Speckswinkel, 19 Uhr, Kirche Erksdorf; Goßfelden / Sarnau, 18 Uhr, Kirche Goßfelden; Großseelheim / Kleinseelheim / Schönbach, 19 Uhr, Kirche Kleinseelheim; Josbach / Wolferode / Hatzbach / Halsdorf/Albshausen/Burgholz/ Emsdorf, 19.30 Uhr, Wolferode, Bürgerhaus; Kirchhain, 19 Uhr, katholische Kirche St. Elisabeth; Langenstein/Niederwald, 19.30 Uhr, Friedenskirche Niederwald; Neustadt, 19.30 Uhr, katholische Kirche Neustadt; Rauschenberg / Ernsthausen / Anzefahr, 19.30 Uhr, Kirche Anzefahr, danach Pfarrgemeindesaal Anzefahr; Niederasphe / Simtshausen / Treisbach, 19 Uhr, Kirche Niederasphe; Rosphetal-Mellnau, 19 Uhr, Kirche Oberrosphe; Schönstadt / Schwabendorf / Bracht, 19 Uhr, Gemeinschaftshaus Reddehausen; Schweinsberg / Niederklein, 19 Uhr, katholische Kirche Niederklein; Stadtallendorf, 19 Uhr, Herrenwaldkirche; Wetter, 19.30 Uhr, katholische Kirche Wetter; Wohra / Langendorf / Hertingshausen, 19 Uhr, Hofreite Wohra; Wollmar, Münchhausen, 19 Uhr, Kirche Münchhausen

Kirchenkreis Marburg

Beltershausen, Moischt, Schröck, Wittelsberg, 19 Uhr, Kirche Moischt; Cappel/Ronhausen/Bortshausen, 19 Uhr, katholische Kirche Sankt Franziskus, Cappel; Dreihausen / Heskem / Mölln / Roßberg / Wermertshausen 19 Uhr, SELK-Gemeindehaus (Raiffeisenstraße 7); Ebsdorf, 19 Uhr, evangelische Kirche Leidenhofen; Elnhausen, 20 Uhr, evangelische Kirche Elnhausen; Fronhausen, 19 Uhr, evangelische Kirche Fronhausen; Kirchvers, 19 Uhr, evangelisches Gemeindehaus; Lohra-Altenvers / Rollshausen /Seelbach, 19 Uhr, katholische Kirche Lohra; Michelbach, 19.30 Uhr, Martinskirche Marburg-Wehrda; Niederwalgern / Oberwalgern, 19.30 Uhr, evangelische Kirche Oberwalgern; Niederweimar, 19 Uhr, evangelisches Gemeindezentrum Niederweimar; Oberweimar, 19 Uhr, Kirche Oberweimar mit anschließendem gemeinsamen Abendessen im Gemeindesaal des Pfarrhauses; Rauischholzhausen / Roßdorf, 19 Uhr, katholische Kirche Roßdorf, anschließend in der Mehrzweckhalle; Roth, 19.30 Uhr, evangelische Kirche in Roth; Weitershausen / Dilschhausen, 14.30 Uhr, Dorfgemeinschaftshaus Nesselbrunn mit anschließenden Beisammensein; Wehrda, 19.30 Uhr, Martinskirche

Marburg Stadt

Kugelkirche Marburg, 18 Uhr, Musikalische Gestaltung: Gospelchor „Joy of life“; Lukaskirche Marburg, 18 Uhr; Markuskirche, Marbach, 19 Uhr; Matthäuskirche, Ockershausen, 18 Uhr

Ökumenischer Nachmittag zum Weltgebetstag

mit Frankreich-Vortrag sowie Kaffee und Kuchen: Donnerstag, 28. Februar, 15 Uhr; Gemeindehaus Ost in Marburg.

Kinderweltgebetstag

Sonntag,  3. März, 10 Uhr, Lutherische Pfarrkirche; Sonntag,  3. März, 11.15 Uhr, Michelchen

von Carina Becker

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