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Chinesische Chemiker schätzen Marburg

Summer School Chinesische Chemiker schätzen Marburg

Eine deutsch-chinesische „Summer School“ fand jetzt an der Marburger Universität statt.

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Fairer Genuss

Professor Andreas Seubert (links) redet mit den Gästen (ab Zweiter von links) Professor Yanghui Zhang, Heidi Hao und Shawn Hu.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Beteiligt waren von Marburger Seite aus die Fachbereiche Chemie und Medizin. Für die meisten der chinesischen Studierenden aus der Millionenstadt Shanghai war es der erste Aufenthalt überhaupt in Europa. Begeistert zeigte sich der 25-jährige Student Shawn Hu im Gespräch mit der OP von der Stadt Marburg. Neben dem fachlichen Austausch war für ihn das Zusammensein mit den deutschen Kommilitonen besonders angenehm. Die chinesischen Studierenden zeigten ihren Marburger Gastgebern übrigens bei einem Abendessen, dass chinesisches Essen mit originalen Gewürzen aus China zubereitet ganz anders schmeckt als das Essen in deutschen China-Restaurants.

Das gemeinsame Biertrinken in den Studentenkneipen der Stadt gefiel ihm vor allem, wie er erzählte. Darin geht es ihm so ähnlich wie einem Nobelpreisträger, der vor fast 100 Jahren in Marburg studierte. „Mein Sohn ist in Marburg und trinkt Bier“: Dieser Ausspruch des Vaters von Otto Hahn ist mittlerweile ein geflügeltes Wort und findet sich sogar auf Marburg-Postkarten wieder. Gut möglich, dass sich unter den wissbegierigen Nachwuchsforschern aus Shanghai auch künftige Träger von Wissenschaftspreisen befinden. Geredet haben die Wissenschaftler miteinander vorwiegend auf Englisch, sodass es kaum eine Sprachbarriere gab.  „Das wissenschaftliche Denken ist sowieso dasselbe“, erläutert der Marburger Chemie-Professor Andreas Seubert, der sofort einen Draht zu seinem Kollegen Professor Yanghui Zhang hatte, den er vor zwei Jahren beim Besuch einer Marburger Delegation in Shanghai zum ersten Mal getroffen hatte. „Der Austausch bietet eine große Möglichkeit, etwas Neues zu lernen“, freut sich Zhang. Jedenfalls gab es ein breites Programm von Vorträgen, für die Professoren aus Marburg und Shanghai zuständig waren.

Hinzu kamen gemeinsame Grillabende, Ausflüge in die Oberstadt und aufs Marburger Schloss sowie eine Wochenend-Exkursion in die deutsche Hauptstadt Berlin.

Partnerschaft besteht seit 1990

Zwei Wochen lang waren 18 Nachwuchsforscher sowie 7 Professoren der Tongji-Universität aus Shanghai Gäste der Philipps-Universität. Chemiker, Biologen, Neuropsychologen, Pharmazeuten und Mediziner trafen sich zu den zwei Sommerschulen in Marburg. Bei den Lebenswissenschaften ging es thematisch um ein Teilgebiet der Genetik und Molekularbiologie, in dem dynamische Veränderungen im Erbgut erforscht werden. Die Sommerschule der Chemie befasste sich unter anderem mit der Steuerung biologischer Prozesse. Dies spielt beispielsweise bei der Entwicklung von Arzneimittelwirkstoffen eine Rolle.

Die Partnerschaft zwischen der Tongji- und der Philipps-Universität besteht seit 1990, vor allem in den Natur- und Lebenswissenschaften und wird  vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gefördert.
„Herzstück unserer Kooperation ist die Förderung der Zusammenarbeit zwischen Nachwuchswissenschaftlern“, sagt Professor Andreas Seubert, Leiter der Chemie-Sommerschule.  

Die Tongji-Universität in Shanghai wurde vor über 100 Jahren von einem deutschen Arzt als „Deutsche Medizinschule für Chinesen“ gegründet. Am dort ansässigen Chinesisch-Deutschen Hochschulkolleg werden Studierende aus ganz China für ein Studium in Deutschland vorbereitet und Masterstudiengänge gemeinsam mit deutschen Universitäten entwickelt.

„Wir schätzen die Philipps-Universität als traditionsreiche und forschungsstarke Hochschule“, sagt Yanghui Zhang, Professor für Organische Chemie an der Tongji-Universität und Leiter der chinesischen Delegation.

von Manfred Hitzeroth

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