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Chemiker soll Uni-Vizepräsident werden

Hochschulpolitik Chemiker soll Uni-Vizepräsident werden

Chemie-Professor Ulrich Koert (51) soll als der für das Ressort Forschung zuständige Uni-Vizepräsident Nachfolger des Physikers Professor Frank Bremmer werden.

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Professor Ulrich Koert soll in der Senatssitzung am 18. März zum Uni-Vizepräsidenten gewählt werden. Foto: Manfred Hitzeroth

Marburg. Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause hat ihren Kandidaten für die Nachfolge des scheidenden Uni-Vizepräsidenten Professor Frank Bremmer gefunden. Bereits zur nächsten Sitzung des Uni-Senats am 18. März soll die Wahl des „Neuen“ über die Bühne gehen: Es ist Ulrich Koert, der am Fachbereich Chemie das Fachgebiet Organische Chemie vertritt. Nach dem Chemiestudium in Frankfurt arbeitete Koert zwei Jahre in der Arbeitsgruppe des Nobelpreisträgers Lehn. Für seine Habilitationsarbeit kam Koert von 1990 bis 1994 an die Uni Marburg. Nach Stationen als Professor in München und Berlin kehrte er 2001 an die Philipps-Universität zurück.

Gesucht hatte Krause nach eigenen Angaben einen „anerkannten Forscher mit Gremien- und Organisationserfahrung“, der schon seit einigen Jahren an der Philipps-Universität lehrt. Alle diese Kriterien treffen auf ­Koert zu, der für die Liste „Unabhängige Hochschullehrer“ im Uni-Senat sitzt. Außerdem hat er sich auch schon als Dekan und Prodekan um die Geschicke seines Fachbereichs gekümmert.

Mitte Januar fragte die Präsidentin den Chemiker, ob er sich vorstellen könne, für den Posten des Vizepräsidenten zu kandidieren. Nach Gesprächen mit den Kollegen in den Fachbereichen und seiner Familie fühlte sich der gebürtige Hanauer bestärkt, das Amt anzustreben. „Das ist eine reizvolle Aufgabe“, sagte Koert im Gespräch mit der OP. Als Vizepräsident will er die Forschungsinteressen aller Wissenschaftler der Universität vertreten. Außerdem möchte er Marburg für ausländische Studierende und Forscher noch interessanter machen.

In puncto Forschungsstärke sieht Koert die Marburger Universität nach einer Talsohle wieder „auf einem besseren Weg“, So verweist er auf die neuen Sonderforschungsbereiche in der Chemie und in der Virologie sowie weitere erfolgversprechende Vorhaben für die Einrichtung von weiteren Sonderforschungsbereichen und Verbundprojekten.

Erfolge auf diesen Feldern sieht Koert als wichtige Vorbereitung dafür an, dass die Uni Marburg im Gegensatz zu den bisherigen Misserfolgen bei der Exzellenzinitiative bei einer Neuauflage endlich punkten kann. ­Koert wies im Gespräch mit der OP darauf hin, dass das Präsidium sich mit der Vorbereitung für eine weitere Runde der Exzellenzinitiative bereits jetzt beschäftigen müsse. Für den Chemiker ist es aber ganz wichtig, dass nicht nur Verbund-Projekte, sondern auch Einzelprojekte das Forschungsprofil der Universität bestimmen.

Auch der weitere Ausbau der Ende 2012 besiegelten Forschungsallianz mit der Universität Gießen liegt Koert am Herzen. „Es geht vor allem darum, welche Posi­tion Mittelhessen in Deutschland hat“, verweist ­Koert darauf, dass die beiden benachbarten mittelhessischen Universitäten ihre Stärken addieren sollten. Der Fachbereich hat laut Koert gute Kontakte nach Gießen. Nicht von Nachteil für die Kooperation beider Präsidien kann es auch sein, dass der für Forschung zuständige Gießener Vizepräsident ebenso wie Koert das Fach Organische Chemie vertritt. Seine Spezialgebiete sind die Natur- und Wirkstoffsynthese sowie die Themen „Funktionsmoleküle für Oberflächen/Grenzflächen“ und „Molekulare Schalter“. „In meinem Fach geht es um die Synthese komplexer Moleküle, die effizienter gemacht werden sollen“, erläutert Koert. Dabei gibt es fachliche Schnittmengen zu den Fachbereichen Pharmazie und Physik.

von Manfred Hitzeroth

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