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„Can, wir sind stolz auf dich!“

Marburger bei "The Voice Kids" „Can, wir sind stolz auf dich!“

Nach dem Aus gibt‘s keine Trauer. Can Sisamcis Fazit nach seinem Ausscheiden aus der Talentshow „The Voice Kids“ ist durchweg positiv: Tolle Erfahrung. Tolle Freunde. Viel gelernt.

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Mit seiner Familie und Freunden schaute Can Sisamci am Freitagabend „The Voice Kids“. Er flog zwar raus, war aber trotzdem glücklich, so weit gekommen zu sein. Zahlreiche Handynachrichten bezeugen, wie groß seine Fangemeinde ist.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Er wusste es ja schon länger. Verraten durfte er aber nichts. Verschwiegenheit ist die Devise bei der Gesangstalentshow „The Voice Kids“. Die Aufzeichnung der sogenannten „Battles“ liegt schon ein paar Wochen zurück. So lange musste Can Sisamci für sich behalten, dass er rausgeflogen ist. Aufgeregt ist er trotzdem an diesem Freitagabend, als die Sendung ausgestrahlt wird.

Während Papa Mihdi noch große Kartons mit Pizza ins Wohnzimmer schleppt, zahlreiche Verwandte und Bekannte noch auf Couch und Stühlen Platz nehmen, Kinder umher­wuseln und Babys gefüttert werden - sitzt Can mucksmäuschenstill auf dem Sofa und schaut gebannt auf den Fernseher. 20.15 Uhr. Sat 1. „The Voice Kids“ beginnt und der 14-jährige Marburger umklammert sein Handy.

Cans Gruppe, in der er gegen Patrik und Wilson antritt, ist gleich als erstes dran. „Psssssssst!“, macht Can und zwingt die 15 Personen im Wohnzimmer zum Schweigen. Auf dem Fernseher ist zu sehen, wie Can und seine beiden Kontrahenten von Teamcoach Mark Forster vorbereitet werden. Bei den Battles müssen sie „Bleib so wie du bist“ von dem deutsch-libanesischen Sänger MoTrip performen. Zur Überraschung der drei Jungs kommt MoTrip durch die Tür und hilft bei den Vorbereitungen. Die Kamera zoomt auf Cans fassungsloses Gesicht, was die Verwandtschaft im Wohnzimmer zum Lachen bringt.

Problematische Songauswahl

„Es war echt cool, MoTrip zu treffen“, sagt Can, erklärt dann aber auch die Problematik der Songauswahl. „Rap ist eigentlich nicht so mein Ding.“

Anmerken lässt sich Can seine Rap-Unerfahrenheit während des Auftritts nicht. Er gibt alles, rapt und singt sich die Seele aus dem Leib. Auf dem heimischen Sofa wird Cans Auftritt noch einmal lautstark bejubelt. Auch Popstar Sascha ist von Can angetan. „Can ist ein Entertainer, er hat mir heute am besten ge­fallen“, urteilt Sascha während der Aufzeichnung und erntet sogleich Applaus aus dem Wohnzimmer der Sisamcis.

Nichtsdestotrotz entscheidet sich Teamcoach Mark Forster gegen den Marburger und für den 14-jährigen Patrik.

„Das war schon erst einmal ein Schock“, erinnert sich Cans Vater. „Ich musste ganz schön mit den Tränen kämpfen an dem Abend.“ Seine Familie fieberte hautnah mit im Sat.1-Studio. „Nicht weiterzukommen war dann aber auch okay, es war doch auch stressig, dieses ständige Hin-und Herfahren zu den Castings und Aufzeichnungen“, verrät der Familienvater.

Eltern sind stolz auf ihren Sohn

Das sieht seine Frau Ismihan genauso. „Wir sind super stolz auf Can. Es waren zwischen 50.000 und 80.000 Bewerber und er ist unter die besten 45 gekommen, das ist echt super! Aber jetzt soll er sich wieder erst einmal auf die Schule konzentrieren.“ Das Resümee der Eltern nach Cans Fernsehzeit ist positiv: „Er wollte gern auf die große Bühne und wir sind glücklich über das positive Feedback seiner Auftritte.“

Can sitzt derweil noch immer auf dem Sofa. Doch sein Blick hat sich abgewandt vom TV, wo nun die Gruppe von Lena Meyer-Landrut auf der Bühne steht. Der Achtklässler der Richtsberg-Gesamtschule starrt auf sein Handy, das ständig piepst. Seine Freunde und Fans schreiben ihm aufmunternde Worte. Mittlerweile hat er auf Facebook mehr als 2500 Freunde, deshalb hält sich seine Enttäuschung auch in Grenzen.

„Ich war eigentlich von Anfang an nicht traurig. Ich habe mich für Patrik gefreut“, sagt Can wie aus der Pistole geschossen. „Wilson, Patrik und ich sind wie Brüder und werden trotzdem immer Freunde bleiben“, betont der 14-Jährige augenzwinkernd. Patrik will er bald besuchen fahren.

Das Beste waren für Can die Auftritte

Trotz seines Ausscheidens behält er die Zeit in guter Erinnerung. „Ich habe echt coole Leute kennengelernt und auch eine Menge gelernt.“ So hat sein Coach Mark Forster ihm beige­bracht, dass man nicht immer gleich 100 Prozent geben muss, sondern es manchmal besser ist, wenn „man die Sache langsam angehen lässt“.

Das Beste allerdings neben dem Rummel - schließlich hat die Sendung Einschaltquoten von mehr als 1,5 Millionen Zuschauern - seien die Auftritte an sich gewesen. „Die riesige Bühne, das ganze Licht, die vielen Leute - das war schon toll.“

Deshalb will er auch weiterhin Musik machen, einen Youtube-Channel starten. „Mal schauen, was noch so geht. Aber es geht bestimmt was“, sagt er und lacht.

von Nadine Weigel

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