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Camp-Kapazität in Cappel wird erhöht

Flüchtlingsunterkünfte Camp-Kapazität in Cappel wird erhöht

Die Zahl der Flüchtlinge und Asylbewerber in der Universitätsstadt steigt. Neben derzeit 381 zugewiesenen Ausländern und 115 minderjährigen Unbegleiteten, leben aktuell 620 Menschen in der 
Cappeler Erstaufnahme.

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Der Holzhäuser-Aufbau geht weiter, ein zweites Haus wird nächste Woche fertig. Der neue Zaun rund um das Flüchtlings-Camp soll im Frühjahr 2016 künstlerisch von Richard Stumm verziert werden.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Das Areal rund um die Umgehungsstraße wird indes umgestaltet. In der nächsten Woche soll das zweite der insgesamt sechs Holzhäuser – die die Zeltunterkünfte ersetzen – bezugsfertig sein.

Bis Weihnachten sollen zwei weitere eingerichtet sein, so dass Flüchtlinge darin leben können.Im Laufe des Januar werden die verbleibenden Gebäude fertiggestellt. „Die Firmen leisten eine unglaubliche Arbeit, weshalb wir vor dem Zeitplan liegen“, sagt Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD).

Zwei Etagen á elf Zimmer

Die Kapazität des Camps erhöht sich durch den Umbau auf mehr als 1000 Plätze. Jedoch gibt es nach OP-Informationen eine Vereinbarung zwischen Magistrat und Landesregierung, wonach maximal 864 Plätze belegt sein dürfen. Das soll vor allem deshalb gelten, da die Behörden keine Familien oder zu viele verschiedene Nationalitäten und Konfessionen in einem Zimmer gemeinsam unterbringen wollen.

Zwei Etagen á elf Zimmer gibt es pro Holzhaus. Jedes Zimmer misst 26 Quadratmeter und hat zwei Etagenbetten für acht Personen. Gas, Wasser, Glasfaser-Anschluss: Nach Aussage von Baudirektor Jürgen Rausch habe man sich aufgrund der „langfristigen Bestehenbleibens des Camps“ für eine ausgedehnte Installation von Versorgungsleitungen in die Häuser entschieden.

Neben den Neubauten werden sich sowohl Essensausgabe als auch Aufenthaltsraum neben Spielplatz sowie ein Verwaltungsgebäude verändert beziehungsweise geschaffen. Der Bolzplatz, auf dem bislang noch Zelte stehen, wird wieder frei und benutzbar sein.

Künstler gestaltet Zaun

Im Frühjahr 2016 wird der Zaun, der rund um die Erstaufnahme-Einrichtung existiert, umgestaltet. Der Marburger Künstler Richard Stumm hat einen Entwurf angefertigt, der auf beiden Seiten des Zauns die Aufschriften „Peace“ (Frieden) und „Hope“ (Hoffnung) beinhaltet.

In den Stadtfarben samt dem Marburger Reiter und orientalischen Ornamenten soll auf rund 200 Metern Länge eine optische Aufwertung geschehen. „Gestaltung ist auch ein Ausdruck des Umgangs mit Menschen. Ich möchte ein farbiges, freundliches Gesicht erstellen, das zu beiden Seiten wirkt“, sagt Stumm.

Neben den 381 Asylbewerbern, die seit Beginn des Flüchtlingsandrangs dauerhaft in der Stadt wohnen werden, 
leben Vaupel zufolge weitere rund 1300 weitere Ausländer aus humanitären Gründen in 
Marburg.

von Björn Wisker

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