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Camp-Anlaufstelle erhält Spielzeugspende

Lego für Flüchtlingskinder Camp-Anlaufstelle erhält Spielzeugspende

Mit einer Kiste voller ­Bausteinen soll das Miteinander von Flüchtlingskindern und einheimischen Kindern in Marburg gefördert werden.

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Eine Kiste voller Legosteine überreichte Oberbürgermeister Egon Vaupel diese Woche den Kindern in der Camp-Anlaufstelle in Cappel.

Quelle: Philipp Lauer

Marburg. „Das Spielzeugpaket ist eine notwendige Grundlage, das Leben zu erkunden und Kontakte zu schaffen“, sagt der Oberbürgermeister und ­Pate des Deutschen Städtetages Egon Vaupel (SPD), der das Paket am Dienstag zusammen mit Marburgs Fachbereichsleiter für Arbeit, Soziales und Wohnen, Peter Schmidt, in der Camp-Anlaufstelle den Flüchtlingskindern überreichte.

Anlass der bundesweiten Spendenaktion von Playmobil,­ Lego und Ravensburger war der Aufruf des Bundesfamilienministeriums. Dieses hatte im Rahmen der Woche des Bürgerschaftlichen Engagements vom 11. bis 20. September Initiativen, Organisationen, Vereine und Kommunen dazu aufgerufen, sich an der Aktion zu beteiligen. „Kinder begreifen die Welt und sich selbst auf spielerische Art und Weise“, so das Stadtoberhaupt. „Wer weiß - vielleicht werden in diesen Räumen Ingenieure geboren?“ Vaupel hofft jedenfalls, dass durch das Spielzeug auch das Miteinander von Flüchtlingskindern und einheimischen Kindern gestärkt und dadurch Vorurteile und Ängste abgebaut werden.

Einziges Problem: Einheimische Kinder bleiben in der Camp-Anlaufstelle bisher aus. „Es wäre wünschenswert, wenn wir mehr Räume für Unterricht zur Verfügung hätten, aber auch, um Begegnungen mit anderen Kindern zu ermöglichen. Hier in der Anlaufstelle ist es zu eng“, sagt Karl Otto Beckman im OP-Gespräch.

Der Rechtsanwalt, der seit Juli Ansprechpartner für die Flüchtlinge im Cappeler Camp ist, ist bemüht, Begegnungsmöglichkeiten wie Besuche in Schulen und Kindergärten, gemeinsame Ausflüge und Spielenachmittage zu organisieren. „Raumangebote von Institutionen und Einrichtungen gibt es bereits en masse.“ Beckmann deutet dies als „einen Schritt in die richtige Richtung“.

Aus der Marburger Bevölkerung seien in den vergangenen Wochen zudem viele Wohnraumangebote eingegangen. „Es gibt zahlreiche Angebote aus der Stadt“, so Vaupel. Immer wieder bieten Marburger Zimmer oder auch ganze Wohnungen für Flüchtlinge an. Häufig jedoch können diese Angebote nicht wahrgenommen werden.

„Es hat einen juristischen Grund“, erklärt Beckmann. Die Flüchtlinge, die derzeit im Zelt-Camp leben, befinden sich in einer Erstaufnahmesituation. „Es ist wie in einer Warteschleife.“ Noch haben die meisten Flüchtlinge keinen Status und keine Aufenthaltsgenehmigung. Solange sie diese nicht bekommen, obliegt dem Regierungspräsidium die Aufsicht über sie.

Diese wird nur in der Erstaufnahmeeinrichtung gewährleistet - außer für unbegleitete Flüchtlingskinder, die vom örtlich zuständigen Jugendamt in Obhut genommen werden.

Erst nachdem die Flüchtlinge zugewiesen werden und einen Status erhalten, können sie die Erstaufnahmeeinrichtung verlassen und woanders wohnen. „Im Moment gibt es keine Vermittlungsmöglichkeiten und ich habe die Befürchtung, dass sich das nicht so schnell ändern wird, weil sich die Verfahren in die Länge ziehen“, so Beckmann.

Die Stadt Marburg richtet derzeit ein Spendenkonto ein. Wer die Marburger Flüchtlinge mit einer Geldspende unterstützen möchte, kann dies voraussichtlich ab nächster Woche tun.

von Ruth Korte

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