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CO2-Beauftragter fordert Umdenken

Universität CO2-Beauftragter fordert Umdenken

Bei der ersten Sitzung der neuen Legislaturperiode diskutierten die Mitglieder des Senats unter ­anderem über die hohen Energiekosten der Universität und wie sich diese einsparen lassen.

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Energiefresser Philfak: Die Uni gibt jährlich 13,5 Millionen Euro für Energiekosten aus. Foto: Richter

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Gleich nachdem Forschungsrats-Vorsitzender Professor Uwe Bicker den Jahresbericht vorgelesen hatte, ergriff Professor Siegfried Bien, CO2-Beauftragter der Universität, das Wort und kritisierte die „schreckliche CO2-Bilanz“ der Universität, die jährlich 13,5 Millionen Euro für Energiekosten ausgebe, die sich einsparen ließen. „Wir verplempern kein Geld“, stellte Bicker daraufhin klar. „Das Geld ist nun einmal notwendig, wenn man alte, denkmalgeschützte Gebäude besitzt.“ „Keiner will die Alte Aula in Styropor einpacken“, sagte Bien dazu. Es gäbe aber viele kleine Dinge wie zum Beispiel die Dämmung der Gebäude oder energetische Sanierung mit Dreifachverglasung wie im Senatsgebäude möglich, die zu einer Kostensenkung führen könnten. Bien hält ein Einsparungspotenzial von bis zu 50 Prozent für möglich. „Wir müssen auch unsere Verhaltensweisen ändern. Es ist nicht nachvollziehbar, dass Samstagnacht in den Laboren das Licht brennt, wenn dort keiner ist“, monierte Bien.

Professor Frank Königs machte derweil den Senat auf die horrenden Anmeldezahlen am Fachbereich Germanistik und Kunstwissenschaften aufmerksam, wo sich zum Wintersemester 120 Studenten im Drittfach Deutsch als Fremdsprache eingeschrieben haben. „So eine Zahl hatten wir noch nie“, so Königs. Normalerweise gäbe es pro Semester etwa 30 Anmeldungen. Das Problem: Im Lehramtsstudium werden Drittfächer, im Gegensatz zu Erst- und Zweitfächern, nicht vom Land vergütet, sondern aus dem laufenden Budget der Uni finanziert. „Das ist auch okay, solang die Zahl der Erweiterungsstudenten nicht so hoch ist“, erklärt Königs.

Königs nimmt das Land Hessen in die Pflicht

Angesichts der steigenden Zahlen forderte er das Präsidium auf, sich beim Land dafür einzusetzen, dass es sich finanziell mehr engagiert und eine Ausnahmeregelung für Drittfächer findet. „Ich habe 24 zusätzliche Erweiterungsprüfungen - und das obwohl ich kein Mitglied des Fachbereichs bin. Da kann man sich vorstellen, wie es den anderen Kollegen geht, die zusätzlich auch noch unterrichten müssen“, so Königs. Zudem sei das Land doch daran interessiert, dass Flüchtlinge schnell integriert werden. „Dafür braucht man Lehrer - insbesondere für das Fach Deutsch als Fremdsprache.“

„Wir machen das Land immer wieder auf die chronische Unterfinanzierung aufmerksam und deutlich, dass man Zukunftsfähigkeit nur verbessern kann, wenn die Grundfinanzierung stimmt“, versicherte daraufhin Uwe Bicker.

Bereits seit Juni nutzen Bewerber, Studierende und Mitarbeiter der Philipps-Universität das neue Campus-Management-System „Marburger Verwaltungs- und Informationssystem“ - genannt „Marvin“. Bis zum Wintersemester 2017/2018 soll Marvin die bestehenden Systeme wie LSF und POS dann komplett ablösen.

Vizepräsident für Informations- und Qualitätsmanagement Professor Joachim Schachtner verhieß in der ersten Senatssitzung: „Es wird einfacher werden.“ Konstantin Korn vom AStA ist da weniger optimistisch: „Ich kenne niemanden, der weiß, wie das neue System funktioniert.“ Es hätten sich bereits viele Studenten an den AStA gewandt, um Hilfe zu bekommen, doch auch dort sei man noch nicht in das System eingeführt worden. Schachtner versprach, dass längerfristig eine engere Kooperation mit den Fachbereichen geplant sei und Schulungen angeboten werden sollen.

von Ruth Korte

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