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CHE-Ranking: Senatsmehrheit gegen Uni-Ausstieg

Senats-Debatte CHE-Ranking: Senatsmehrheit gegen Uni-Ausstieg

Keine Mehrheit fand sich im Uni-Senat für den Antrag der Studierendenvertreter, dass die gesamte Universität aus dem CHE-Ranking aussteigen solle.

Marburg. Sollen die Fachbereiche der Universität dem Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) angefordertes Datenmaterial für die Erstellung einer Hochschulrangliste liefern oder sich verweigern? Mit einem schon im alten Uni-Senat behandelten Antrag befasste sich der neue Uni-Senat in der Sitzung am vergangenen Montag. Der Antrag für einen Ausstieg der Uni aus dem umstrittenen CHE-Ranking der Bertelsmann-Stiftung war mit Rücksicht auf ein Votum der Universitätskonferenz zunächst vertagt worden.

Das Ergebnis der Beratung aus der nicht-öffentlich tagenden Universitätskonferenz, in der die Dekane aller Fachbereiche vertreten sind, liegt jetzt vor, erläuterte die Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause. Demnach plädierte die Mehrheit der Dekane dafür, die Entscheidung über eine Teilnahme am CHE-Ranking den einzelnen Fachbereichen zu überlassen und ihnen keinen Ausstieg zu verordnen.

Valentin Dietrich, Studierendenvertreter aus dem alten Senat, plädierte dennoch erneut für einen Ausstieg der gesamten Uni aus dem Ranking, das aus seiner Sicht den „grundfalschen Wettbewerb“ zwischen den einzelnen Universitäten noch verschärfe. Zudem würde durch die im Auftrag der privaten Bertelsmann-Stiftung erstellte fächerbezogene Rangliste der Hochschulen auch keine Vielfalt befördert.

An Dietrichs Plädoyer schloss sich eine rund einstündige Debatte im Senat an, an der sich auch die Dekane einzelner Fachbereiche beteiligten.

So erläuterte Professorin Ursula Birsl, Dekanin des Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften und Philosophie, dass sich die dort angesiedelten Institute für Politikwissenschaften und Philosophie für einen Ausstieg auf Zeit entschieden hätten, bis handwerkliche Mängel des Rankings behoben seien. So lange wollen die beiden Institute das CHE nicht mehr mit Daten zu ihren Fächern beliefern.

Ganz anders hingegen stellt sich beispielsweise der Fachbereich Psychologie zum CHE-Ranking wie Psychologie-Dekan Professor Gerhard Stemmler erläuterte. Das Ranking sorge für einen „edlen Wettbewerb“ der Institute und stelle auch einen Anreiz dar, die Studienbedingungen zu verbessern.

„Man kann nicht den anderen Fachbereichen vorschreiben, wie sie damit umzugehen haben. Das muss auf der Ebene der Fachbereiche beschlossen werden“, meinte Professor Eckhard Rohrmann, Dekan des Fachbereichs Erziehungswissenschaften. Dieser Meinung schloss sich auch die große Mehrheit der Senatsmitglieder an, so dass der studentische Antrag mit 8 Nein-Stimmen und vier Enthaltungen bei fünf Ja-Stimmen abgelehnt wurde.

13 Ja-Stimmen und somit eine Annahme gab es hingegen für einen von Senatsmitglied Professor Frank Königs vorgeschlagenen Änderungsantrag: Demnach regt der Uni-Senat an, dass alle Fachbereiche „gründlich prüfen“ sollen, ob sie weiter am CHE-Ranking teilnehmen wollen oder nicht.

von Manfred Hitzeroth

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