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CDU will zurück an die Kreisspitze

Koalitionsvarianten CDU will zurück an die Kreisspitze

Im 13. gemeinsamen Jahr kommt wohl das Aus für CDU, Grüne und Freie Wähler auf Kreisebene. Die CDU wird sich trennen, wenn die Einführung eines hauptamtlichen Dezernenten aus ihren Reihen mit den Grünen nicht klappt.

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Wer kommt ins Spiel mit Kirsten Fründt an der Spitze der Kreisverwaltung? In der CDU werden Uwe Pöppler (auf der linken Karte links) und Marian Zachow als mögliche zweite Kreisbeigeordnete gehandelt.

Quelle: Illustration: Vera Lehman

Marburg. Ex-Landrat Robert Fischbach ist im Ruhestand. Die CDU will zurück an die Kreisspitze – und wenn es den Landkreis jährlich rund 90 000 Euro kostet, dann sei dies gleichwohl eine „vertretbare Maßnahme“, sagt der CDU-Kreisverbandsvorsitzende Dr. Thomas Schäfer. Die Größe ihrer Kreistagsfraktion (27 Sitze) mache es erforderlich, dass die Union an der hauptamtlichen Spitze mitwirken könne, führt Schäfer aus: „Wir hatten im Landkreis früher schon zwei hauptamtliche Beigeordnete, in anderen Landkreisen gibt es das auch – das ist die normale Schwankungsbreite, die politischen Veränderungen geschuldet ist.“

Neben der Landrätin Kirsten Fründt und dem Ersten Kreisbeigeordneten Dr. Karsten McGovern (Grüne), die jährlich zusammengenommen rund 200 000 Euro brutto verdienen, müsste Marburg-Biedenkopf dann die Kosten für einen weiteren Hauptamtlichen schultern – bezahlt aus Steuermitteln.

Nötig für die Einführung dieser Neuerung wäre lediglich eine Änderung der Hauptsatzung, die der Kreistag mit einer einfachen Mehrheit herbeiführen kann. Einen eigenen Hauptamtlichen an der Kreisspitze zu haben – dieses Ziel genießt bei der CDU gegenwärtig oberste Priorität. „Wenn die Grünen das nicht mit uns umsetzen wollen, dann müssen wir uns neu orientieren“, sagt CDU-Chef Schäfer.

Grüne rütteln nicht an bestehender Koalition – vorerst

Soll sich der Landkreis einen weiteren hauptamtlichen Beigeordneten leisten? Grünen-Fraktions-Chefin Sandra Laaz will sich auf keine Diskussion über das Thema einlassen, bevor die Mitglieder dazu gehört wurden. Während einer Versammlung am 25. Februar soll dies passieren. „Wir müssen darüber diskutieren“, sagt Laaz, „wenn wir Grünen das nicht wollen, orientiert die CDU sich wohl zur SPD hin“.

Für die Grünen sei eine Zusammenarbeit mit der SPD ebenfalls eine Option, erklärt die Fraktionsvorsitzende. Ganz die loyale Koalitionspartnerin ergänzt sie schnell: „Aber vorerst gibt es für mich an der bestehenden Koalition zwischen CDU und Grünen nichts zu rütteln.“ Doch dürfte für die Bündnis-Grünen auch die Stärkung ihres Mannes an der Kreisspitze, Dr. Karsten McGovern, das wichtigste Ziel sein.

Gewählt durch den Kreistag ist er bis Sommer 2015 im Amt. „Jeder befindet sich mit jedem in Gesprächen“, sagt der CDU-Kreisverbandsvorsitzende Dr. Thomas Schäfer, „wir sind da gerade mittendrin“. Für Freitagabend hat der CDU-Kreisvorstand nach OP-Informationen in den Gasthof Orthwein nach Cölbe eingeladen, um der Kreistagsfraktion „zeitnahe Information über die geführten Gespräche“ zu geben.

Bei der CDU sind Kandidaten für das Amt des zweiten Kreisbeigeordneten im Gespräch. Der Landratskandidat Marian Zachow, der sich gegen Konkurrentin Kirsten Fründt nicht hatte durchsetzen können, wird hoch gehandelt. Wie die OP aus gut informierten Kreisen erfuhr, würde vor allem der CDU-Kreisvorstand den Calderner Pfarrer nach verlorener Wahl gern durch die Hintertür ins Kreishaus holen.

Bartol: Wollen stabile Mehrheit

Im Gespräch ist zudem Uwe Pöppler, CDU-Fraktionsvorsitzender im Stadtparlament Kirchhain und Fachbereichsleiter für Familie, Jugend und Soziales beim Landkreis. Ein Kandidat, der dem Vernehmen nach vor allem bei Stadtverbänden im Ostkreis hoch im Kurs steht. Gegen eine Bevorzugung von Marian Zachow in der Beigeordneten-Frage regte sich zuletzt im CDU-Stadtverband Kirchhain heftige Kritik gegenüber dem CDU-Kreisvorstand.

Bei der SPD gibt man sich, in Anbetracht all dieser Prozesse, gegenwärtig ganz entspannt. „Es kommt Bewegung in die Sache – und von unterschiedlichen Seiten gibt es jetzt Interessensbekundungen“, bleibt Landrätin Fründt ganz vage. Ähnlich der SPD-Unterbezirksvorsitzende Sören Bartol: „Wir wollen eine stabile Mehrheit im Kreis, deshalb führen wir verschiedene Gespräche.“

Wenn die SPD eine „stabile Mehrheit“ will, ist sie fast schon auf die CDU angewiesen, wie die Sitzverteilung zeigt. Bei 81 Sitzen insgesamt kämen die Sozialdemokraten gemeinsam mit den Grünen auf eine knappe Mehrheit von 43 Sitzen. Mit der CDU zusammen ließe sich bei 57 gemeinsamen Sitzen ein starkes Bündnis schmieden – wenn es da nicht noch so viele offene Fragen gäbe. Zur Frage des zweiten Kreisbeigeordneten positioniert Fründt sich deutlich: „Das wäre nicht in meinem Interesse.

von Carina Becker

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