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CDU pocht auf zügige Umsetzung

Spies' Verkehrskonzept Nordstadt CDU pocht auf zügige Umsetzung

Für seinen Vorschlag zu Änderungen beim Verkehrsversuch in der Nordstadt erntet OB Dr. Thomas Spies Zurückhaltung beim Koalitionspartner, Zustimmung bei der CDU, Kritik von der Linken.

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Nach den Plänen von Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies soll der Bürgersteig vor der ehemaligen Augenklinik zu einer Fahrspur umgebaut werden.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Spies hält einen zweiten Fahrstreifen Richtung Innenstadt in der Bahnhofstraße für möglich, wenn die Fahrbahn in der Robert-Koch-Straße Richtung der alten Augenklinik versetzt wird. Dann könnten Busse und Lkw trotz einer engeren östlichen Spur in Richtung Bahnhof abbiegen.

Die Grünen-Spitzenkandidatin Dr. Elke Neuwohner reagierte zurückhaltend. Zunächst müsse nachgewiesen werden, dass die zweite Fahrspur gebraucht werde, um lange Rückstaus zu vermeiden. „Wir haben das Gefühl, dass sich da einiges schon eingeruckelt hat“, sagte Neuwohner. Wenn die Notwendigkeit der zweiten Fahrspur nachgewiesen sei, könne man aber über den Vorschlag des Oberbürgermeisters reden.

Scharfe Kritik kommt von der Marburger Linken. Der OB entscheide sich im Nordviertel, „in dem Pkws, Busse, Fahrradfahrer und Fußgänger um jeden Quadratmeter rivalisieren, für den Pkw-Verkehr und gegen die schwächeren Verkehrsteilnehmer“.

CDU reklamiert Idee für sich

Durch eine Erweiterung des Straßenraums würden die schwächsten Verkehrsteilnehmer buchstäblich an die Wand – der Augenklinik – gedrängt. „Es dürfte bundesweit einmalig sein, dass ein OB im Jahre 2016 die Einrichtung einer zusätzlichen Fahrspur in einer Innenstadt propagiert“, ärgerte sich Henning Köster.

Die CDU sieht sich in dem Vorstoß von Spies „in allen unseren Kritikpunkten am gegenwärtigen Verkehrsversuch bestätigt“. Spies schlage genau das vor, was die CDU im Januar (vergeblich) beantragt habe, sagte Parteichef Dirk Bamberger. Wenn sich der Vorschlag nicht kurzfristig umsetzen lasse, müsse der Verkehrsversuch aber abgebrochen werden.

FDP-Spitzenkandidat Christoph Ditschler freute sich, „dass Dr. Thomas Spies einsieht, dass die derzeitige Situation nicht haltbar ist“. Endlich höre der OB auf die Autofahrer. Er bezweifelte aber, dass die Vorschläge kurzfristig umsetzbar seien.

Die FDP wittert in dem Vorschlag ein „Wahlkampfmanöver“. Auch Andrea Suntheim-Pichler („Bürger für Marburg“) führt die „Kehrtwende“ des SPD-Spitzenkandidaten Spies vor allem auf den Wahlkampf zurück. Wenn sich der Vorschlag umsetzen lasse, sei er aber vernünftig.

Fast ausschließlich Zustimmung erhält Spies für die Initiative, den Verkehr aus Richtung Norden schon am Stadteingang über die Schlosserstraße auf die B 3 umzulenken.

von Till Conrad

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