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CDU lässt sich Zeit bei Kandidaten-Kür

Nach OB-Rücktritt CDU lässt sich Zeit bei Kandidaten-Kür

Das planen die Parteien nach dem für Dezember 2015 angekündigten Rücktritt von OB Egon Vaupel (SPD) und der möglichen SPD-Nominierung von Nachfolger Matthias Acker.

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Nach der Rücktrittsankündigung von Oberbürgermeister Egon Vaupel begeben sich die Parteien auf die Suche nach einem geeigneten Nachfolger.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Die Rücktrittsankündigung des OB und die sofortige Festlegung der SPD-Spitze auf einen Kandidaten, setzt die politische Konkurrenz unter Druck. Die Marburger CDU hat am Wochenende an ihrer Wahlkampfstrategie gefeilt. Während einer Klausurtagung präsentierte Parteichef Mathias Range den Fahrplan für die kommenden Wochen: „Ab Mittwoch wird eine Kandidatenfindungskommission eingesetzt“, sagte Range auf OP-Nachfrage. Programmatisch wollen die Konservativen vor allem Themen wie Sicherheit, etwa in der Oberstadt, Infrastruktur, schwerpunktmäßig Parkplätze und Nahverkehr - sowie Aufwertung der Außenstadtteile vorantreiben. Auch die Sportpolitik, unter anderem der Bau einer Vier-Felder-Sporthalle, steht laut Range im Vordergrund. Die CDU will bis Mitte Dezember ihren Favoriten präsentieren, diesen auf einem Nominierungsparteitag Anfang 2015 offiziell bestätigen lassen.

Grüne wollen Sitzung anberaumen

Die Grünen, Koalitionspartner der SPD, wollen in den kommenden Tagen Sitzungen anberaumen, um sowohl Themen als auch Kandidaten für den beginnenden Wahlkampf festzulegen. Die Partei von Bürgermeister Dr. Franz Kahle kündigte an, auch die Option zu prüfen, einen gemeinsamen Kandidaten mit der SPD zu stellen. „Das ist eine Frage, die man zumindest überlegen muss“, sagt Dietmar Göttling, Fraktionsvorsitzender in der Stadtverordnetenversammlung. 1997 habe die Partei Vaupel bei dessen Ernennung zum Bürgermeister gestützt, für 2015 sei ein erneutes Kooperations-Modell theoretisch denkbar - das sagte Göttling jedoch kurz vor der SPD-Entscheidung pro Matthias Acker am Freitagabend.

OP-Leser: „Wird Zeit für einen konservativen OB“ An Rot-Grün, so der Fraktionschef, wolle man festhalten. Die gleiche Haltung erhoffe man sich auch vom möglichen Vaupel-Nachfolger Acker. Dieser äußerste sich gegenüber der OP nicht zu seinen Koalitionspräferenzen.

Linke mit eigenem Kandidaten

Die Marburger Linke wird indes einen eigenen Kandidaten auf Stimmenfang schicken. „Wir wollen ein eigenes Profil zeigen. Diesmal geht es für alle gegen No-Names, nicht gegen einen sehr beliebten Amtsinhaber“, sagt Henning Köster (65), Fraktionsvorsitzender in der Stadtverordnetenversammlung. „Ich werde aber sicher nicht mehr antreten.“

Innerhalb der SPD gibt es erste Reaktionen. Neben dem Parteivorstand, der sich nach eigenen Angaben einstimmig für Matthias Acker (Foto: Björn Wisker) aussprach, loben auch sozialdemokratische Stadtverordnete den möglichen Vaupel-Nachfolger. „Der beste denkbare Kandidat. Da wird der Wahlkampf eine Freude“, sagt Gerald Weidemann. Marianne Wölk sagt: „Das ist ein absolut guter Vorschlag.“

SPD tagt heute

Heute trifft sich der SPD-Stadtverbandsausschuss. Dort soll Acker einer größeren Gruppe von Parteimitgliedern vorgestellt werden. In den kommenden Wochen will sich der 52-Jährige zudem in den Ortsverbänden präsentieren.

Auch außerhalb der Politikszene sorgt Egon Vaupels Rücktritts-Ankündigung für Aufsehen. Oliver Siegel etwa schreibt im Internet, auf dem OP-Facebookkanal: „Einerseits wünsche ich als Schon-immer-SPD-Wähler Acker viel Glück. Allerdings glaube ich, dass nach all dem blöden Seilbahn- und Schrägaufzug-Getue der Rot-Grünen Stadtregierung ein OB aus dem bürgerlichen Lager keine schlechte Sache wäre. Wenn sich die bürgerlichen nur mal einig wären.“ OP-Leser Jo Hn schreibt: „Es wird Zeit für einen konservativen Bürgermeister in Marburg.“

von Björn Wisker

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SPD-Vorstand
Nach dem Willen des Marburger SPD-Parteivorstands soll Matthias Acker 2015 Oberbürgermeister werden.Foto: Björn Wisker

Matthias Acker könnte nach Vorstellung der SPD-Parteispitze der Nachfolger von Oberbürgermeister Egon Vaupel werden.

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