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CDU fordert Stärkung der Außenstadtteile

Stadtentwicklung CDU fordert Stärkung der Außenstadtteile

Mehr Baugebiete ausweisen, Bürgerhäuser samt Ausstattung modernisieren, Radwege ausbauen: Die CDU will die Entwicklung der Außenstadtteile vorantreiben.

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Bürgerhaus in Hermershausen: Eine der am geringsten ausgelasteten Einrichtungen in der Stadt.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Die Konservativen wollen das Leben in den Außenstadtteilen komfortabler machen. „Sehr viele kleine Schritte, die wenig kosten“ sind laut Matthias Range, CDU-Parteichef, nötig, um die Situation in den Stadtteilen massiv zu verbessern. Etwa die Busanbindung, deren Takt nicht nur verbessert werden soll. Das Aussteigen zwischen Haltestellen in Dörfern soll überdies ermöglich werden (das lehnten Magistrat und Stadtwerke kürzlich mit Verweis auf Versicherungs- und Haftungsfragen ab). Auch Radwege-Verbindungen müssten verbessert werden. Zudem sei die Nachfrage nach Wohnraum zurzeit besonders hoch. „Um die Außenstadtteile zu stärken, ist es wichtig, den interessierten Bürgern die Schaffung von Wohnraum zu ermöglichen“, heißt es in einem CDU-Antrag an die Stadtverordnetenversammlung. Grundstückswerte, Quadratmeterzahlen, Zahl der Anwohner-Parkplätze: Der Magistrat soll für jeden Stadtteil eine Bestandsaufnahme anfertigen. In attraktiven Stadtteilen wie Ginseldorf - wo Anwohner ein Alten-Apartment-Komplex planen - oder Cyriaxweimar solle offensiv Bauland ausgewiesen werden. „In vielen Dörfern gibt es Nachfrage, Bauwillige dürfen wir dort nicht verschenken, abwandern lassen“, sagt Range. Bis 30. Juni 2015, so bestätigt der Magistrat, soll ein Baulücken-Plan für die gesamte Stadt vorliegen (die OP berichtete).

Bürgerhäuser "müssen attraktiver werden"

Zentral ist aus CDU-Sicht die Moderniseriung der Bürgerhäuser. „Sie müssen attraktiver, zu besser genutzten Treffpunkten werden“, sagt Range. „Ein Großteil der Ausstattung stammt vom Erstbezug, aus den 70er-Jahren. Seitdem ist nichts mehr groß gemacht worden, vieles ist veraltet.“ Musikanlagen seien „längst nicht mehr zeitgemäß“, das beeinfluße die Attraktivität und somit die Nutzungsfreuqenz der Häuser. Auch der bauliche Zustand sei schlecht. „Dämmung, Fensterverglasung und mehr: Bei keinem BGH soll in den nächsten Jahren eine Baumaßnahme begonnen werden. Es wird also auf Kosten der Substanz gelebt, Irgendwann kommen dann Zwangs-Schließung wegen Baufälligkeit“, sagt Range. Falls die Nutzungszahlen sich auf einem zu niedrigen Niveau einpedeln, müsse über die Schließung, die Zusammenlegung mancher Häuser nachgedacht werden. „Nicht jeder Stadtteil braucht ein eigenes, wenn deren Auslastung nicht gut genug ist.“

Wie die Stadt auf OP-Anfrage mitteilte, schwanken die Belegungsquoten in den Stadtteilen zwischen weniger als zehn Prozent und rund 70 Prozent. Während die Häuser in Cappel, Marbach, Moischt, Elnhausen und Cyriaxweimar eine aus städtischer Sicht „sehr gute“ Auslastungsquote von über 40 Prozent erreichen, sind die Einrichtungen in Bortshausen, Ronhausen, Schröck, Hermerhausen, Gisselberg, Haddamshausen und Dilschhausen nur zu jeweils zehn Prozent oder weniger belegt.

30 Prozent gelten als "gute Auslastung"

Eine Auslastung ab 30 Prozent definiert die Stadt als „gut“, da bei den Quoten zu bedenken sei, dass eine hundertprozentige Auslastung einer durchgängigen Belegung von 8 bis 24 Uhr an sieben Tagen in der Woche (zusammen 112 Stunden) entspreche. Zum Vergleich zieht sie daher einen Vollzeitarbeitsplatz in einem Verwaltungsgebäude heran, der bei neun Stunden werktäglich (45 Stunden) bereits 100 Prozent betrage. Diese Zeit wird bei einer 30-prozentigen Auslastung bereits überschritten. Auf eine „gute“ Auslastung kommen somit auch die Bürgerhäuser in Wehrda, Bauerbach, Michelbach, Ginseldorf und Wehrshausen.

Rund 900.000 Euro gibt die Stadt für den Unterhalt der Häuser aus, die nur zu sieben Prozent kostendeckend laufen.

Eine Schließung einzelner Häuser hat der Magistrat auf OP-Anfrage ausgeschlossen. Man sehe diese als „zentrale Treffpunkte in den Stadtteilen“, sie würden "viel zum kulturellen Leben" beitragen.

von Björn Wisker

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